Gallium, Germanium: China stoppt Ausfuhr von Halbleiter-Rohstoffen in die USA
Frankfurt. Der Handelskrieg zwischen China und den USA hat eine neue Eskalationsstufe erreicht: Am Dienstag teilte die Volksrepublik mit, künftig weder Gallium noch Germanium mehr in die USA zu exportieren. Damit reagiert China auf zusätzliche Exportkontrollen der USA, die auf die chinesische Halbleiterindustrie abzielen.
Bereits im Sommer des vergangenen Jahres hatte Peking Exporteinschränkungen für die beiden Rohstoffe erlassen. Auch damals war der Schritt eine Reaktion auf US-Restriktionen, die die Versorgung Chinas mit wichtigen Halbleitern betrafen.
Gallium ist für die Herstellung von Hochleistungschips unverzichtbar, Germanium wird als Halbleiter bei der Herstellung von Elektronikbausteinen, für Glasfaser in der Telekommunikation und für Infrarotoptiken eingesetzt und ist daher für die Rüstungsbranche von hoher Bedeutung.
Die Lieferkette der beiden Rohstoffe dominiert China. Das gilt vor allem für Gallium, wie Jan Giese erklärt. Er ist Senior Manager für seltene Erden beim Rohstoffhändler Tradium. Der Frankfurter Mittelständler verwahrt in einem Weltkriegsbunker in Frankfurt kritische Rohstoffe, darunter bestimmte seltene Erden sowie Gallium und Germanium. Zu den Kunden gehören große deutsche Industrieunternehmen, die die kritischen Rohstoffe bei Tradium kaufen.