Wochenend-NewsletterDieses Gerät wird Sie garantiert enttäuschen – das Handelsblatt-Wochenende

Vermeintliche Zeitersparnisse beim Kochen, die Lügen der Social-Media-Influencer, das Geheimnis des Wahl-O-Mat und die Folgen von Donald Trumps Furor – unsere Leseempfehlungen.Sven Prange 07.02.2025 - 12:33 Uhr

Liebe Leserin, lieber Leser,

meiner Erfahrung nach lautet das Grundgesetz der Familienökonomie so: Die Zahl der Köpfe in einem Haushalt und die Zahl der Haushaltsgeräte stehen in einem potenzierten Verhältnis zueinander. Für jeden Kopf, der neu in die Familie kommt, folgt ein Vielfaches an Geräten, die man ohne Kinder niemals anschauen würde. Etwa die Eismaschine (damit man nicht weit zur Eisdiele laufen muss) oder der digitale Reiskocher (damit die Küche von allein arbeitet). Der neueste Gerätezugang aber lässt mich an der Grundannahme dieser Haushaltsformel zweifeln: dass mit steigender Zahl der Geräte der Arbeitsaufwand im Haushalt sinkt.

Das liegt an einem Airfryer, der seit einigen Wochen bei uns steht. Mein Haushalts-Co-Vorstand meinte, weil dann das Ofengemüse endlich schön wird. Ich hatte die Hoffnung, dass der Älteste dann nicht mehr die Qualität der servierten Pommes bemängelt. Zudem versprach der Hersteller eine perfekte Steuerung über eine Smartphone-App. So zog ein Produkt der Marke Philips bei uns ein.

Leider stürzen App und Gerät beim Start des Kochvorgangs ab. Immer. Der Kundendienst wollte das Problem per Chat klären, wobei unklar blieb, ob auf die Chat-Fragen ein Mensch oder eine Künstliche Intelligenz antwortet. Zunächst dachten wir an einen Menschen, weil die Antworten immer nur zu normalen Bürozeiten kamen. Als allerdings nach sechs Tagen sinnloser Chats die Antworten nur noch auf Finnisch kamen, neigten wir zu der KI-These.

Das Problem hält bis heute an. Dafür lässt sich das Gerät prima im Handbetrieb steuern. Leider wird es aber dadurch mit der erhofften Arbeitsersparnis nichts.

Darüber könnte man sich jetzt ärgern. Ich finde das aber sehr einfühlsam vom Hersteller: In jeder jungen Familie bereiten die Neuzugänge ja schließlich zunächst einmal viel Arbeit und zerreißen die Nerven. Insofern passt sich das Philips-Gerät perfekt an die Lebensrealität mit kleinen Kindern an. Der Unterschied ist halt: Von Kindern heißt es, dass sie einem irgendwann sooo viel zurückgeben. Bei dem Airfryer bin ich mir da nicht so sicher.

Vielleicht geben Ihnen unsere Leseempfehlungen ja schon direkt heute etwas zurück.

Es grüßt Sie fröhlich
Sven Prange
Ressortleiter Wochenende

Die Social-Media-Diät: Für einen Tag nur Influencer-Produkte. Foto: Sebastian Dalkowski

Ein Tag lang leben wie die Top-Influencer

Mein Kollege Sebastian Dalkowski hat für Sie schon probehalber in einem Container-Hotel übernachtet oder sich in die Tiefen der Querdenker-Szene hineingearbeitet. Jetzt hat er aber auch körperlich alles gegeben, um für Sie zu recherchieren: Einen Tag lang hat Sebastian sich ausschließlich von Produkten ernährt, für die Social-Media-Influencer verantwortlich sind. Das ist mittlerweile ein florierender Zweig der Lebensmittelindustrie. Die Kampagnen dahinter mögen sehr gut sein – die Porridges, Hühnchenteile und Softdrinks dagegen? Nun ja, lesen Sie selbst.

Restaurant in Berlin: Immer seltener gehen Deutsche essen, für die Branche ist das ein Problem von vielen. Foto: Unsplash

Warum Ihr Lieblingsrestaurant in der Krise steckt

Ich gehe ziemlich gerne auswärts essen. Das allerdings war schon mal einfacher: Die einen Restaurants öffnen nur noch abends, andere nur mittwochs bis samstags, wieder andere bieten nur ein Menü. Das, sagen Gastronomen, liegt daran, dass die Rahmenbedingungen für die Branche so schwierig geworden sind. Katrin Terpitz hat sich das genauer angeschaut – und erzählt in sechs Grafiken, wie es um die Gastronomie wirklich steht.

Xi Jinping: In der ideologischen Vision des Machthabers ist viel von „Kampf“ die Rede, um Chinas Modernisierung voranzutreiben. Foto: Imago [M]

Wie China vom Chaos im Westen profitiert

Ich bin mittlerweile wieder jeden Morgen schauderhaft überrascht, was während meiner Schlafenszeit alles passiert ist. Und das liegt an Donald Trump. Dabei ist er ja nicht der Einzige, der westliche Gewissheiten wanken lässt. Dafür muss man sich nur die Fernsehauftritte und die Umfragekurven von AfD-Spitzenkandidatin Alice Weidel ansehen. Es sind stürmische Zeiten für Europa und Nordamerika – und einer möchte davon auf jeden Fall profitieren: Chinas Staatschef Xi Jinping. Mein Shanghaier Kollege Martin Benninghoff erklärt in einem klugen Text, wie er das anstellen will.

Wirtschaftshistoriker Jonathan Levy forscht unter anderem zur Geschichte des Kapitalismus und des Populismus in den USA. Foto: Bloomberg, Reuters, Getty Images

Die halb-autokratischen Staaten von Amerika

Und wenn Sie wissen möchten, wie und warum die USA derzeit drauf und dran sind, sich selbst zu destabilisieren – lesen Sie dieses Interview meines Kollegen Jens Münchrath mit dem Wirtschaftshistoriker Jonathan Levy.

Armin Nassehi: Der Soziologe plädiert für Bündnispolitik. Foto: picture alliance / dts-Agentur

„Die Marktschreier, die immer nur Disruption rufen, bremsen eher“

Warum es in unserer Gesellschaft derzeit so ruhelos wütend zugeht, darüber machen sich wenige so kluge Gedanken wie Armin Nassehi. Hans-Jürgen Jakobs hat den Soziologen in seiner Münchener Wohnung besucht – und nach Erklärungen und Auswegen aus dieser trüben Winterstimmung gesucht.

Der Wahl-O-Mat gilt als beliebte Entscheidungshilfe vor Wahlen. Foto: picture alliance / Geisler-Fotopress

Warum eigentlich könnte der Wahl-O-Mat Wahlen beeinflussen?

Wenn Sie, ähnlich wie ich, noch nicht ganz genau wissen, wen Sie am 23. Februar wählen wollen, stoßen Sie vielleicht auch auf den Wahl-O-Mat. Den nutzen mittlerweile so viele Menschen, dass ihm ein gewisser Einfluss auf das Wahlergebnis nachgesagt wird. Stimmt das? Und wie kommen die Urteile dort eigentlich zustande? Annika Keilen erklärt es Ihnen.

Madame Moneypenny
Als Madame Moneypenny gibt Natascha Wegelin Finanztipps. Foto: Mirjam Hagen

„Ich sehe von der Ferne, wie alles explodiert, aber ich kann nicht eingreifen“

Selten hab ich von einer Unternehmerin oder einem Unternehmer gelesen, der oder die eine Krisenerfahrung so authentisch und nahbar schildert wie Natascha Wegelin. Sie ist eine der einflussreichsten Finanzinfluencerinnen des Landes, weil sie vor allem den Vorsorgebedarf von Frauen erkannt hat. Nun mag ihre Verkaufsstrategie umstritten sein – wer aber wie meine Kollegin Teresa Stiens mit Wegelin über ihre unternehmerischen Krisen spricht, der lernt wirklich etwas darüber, wie Unternehmertum funktioniert. Mich hat das berührt, und Sie?

Feiernde Menschen: Wer heute feiern will, geht bereits vor der Arbeit in einen sogenannten „Wake-up Club“. Foto: AFP/Getty Images

Techno-Club statt Power-Yoga

Sollte Sie dieses Dunkelflauten-Wetter der vergangenen Tage auch morgens nicht wirklich aus dem Bett treiben, hat Anna Lauterjung da etwas für Sie: einfach nach dem Aufstehen direkt auf die Tanzfläche. Solche Wake-up-Clubs boomen gerade in großen Städten. Anna war in Köln vor dem Frühstück auf der Tanzfläche und ist dann nahtlos an den Schreibtisch weitergefahren. Ob es ihrer Kreativität geholfen hat? Das lesen Sie hier.

Laura Wiesböck: Die österreichische Soziologin beschäftigt sich in ihrem neuen Buch mit mentaler Gesundheit in den sozialen Netzwerken. Foto: Zsolnay Verlag

Zu viel Sensibilität ist vielleicht doch nicht gut

Mir begegnen auf LinkedIn und im echten Leben immer mehr Führungskräfte, die ein mentales Problem einräumen. Der eine hat ADHS, die andere Burn-out. Diagnostiziert ist das meistens nicht medizinisch, sondern durch irgendwelche Apps oder Coaches. Nun ist es eine Errungenschaft, dass wir offen über unsere mentalen Herausforderungen reden können. Aber nicht jeder Stress ist gleich ein Burn-out und nicht jede Unkonzentriertheit ADHS. Wie Sie richtig mit solchen Befunden umgehen, erklärt Laura Wiesböck meiner Kollegin Anna Lauterjung.

Mehr als jeder Zehnte in Deutschland ist stark stressbelastet, schreibt Dietrich Grönemeyer. Foto: Imago, Getty Images

Mehr Achtsamkeit wagen

Passend dazu auch die Empfehlungen unseres Kolumnisten Dietrich Grönemeyer. Er gibt Ihnen Tipps, wie Sie selbst wieder in sich hineinhorchen können und Achtsamkeit richtig leben.

Verwandte Themen
USA
Xi Jinping
Donald Trump
Wer seine Leistung nicht aktiv kommuniziert, wird leicht von einem Kollegen überholt, der besser darin ist, sich selbst zu präsentieren, schreibt Nese Oktay-Gür. Foto: Pixcake, Getty Images

Vergesst die stillen Helden

Bescheidenheit ist eine Zier? Das alte Sprichwort gilt immer weniger. Aller Lobgesänge auf die stillen Helden zum Trotz: Voran kommt nur, wer auch auf sich aufmerksam macht, schreibt unsere Kolumnistin Nese Oktay-Gür. Und gibt Ihnen, sollten Sie etwas schüchterner sein, Tipps, wie es gelingt.

Mehr zum Thema
Unsere Partner
Anzeige
remind.me
Jetziges Strom-/Gaspreistief nutzen, bevor die Preise wieder steigen
Anzeige
Homeday
Immobilienbewertung von Homeday - kostenlos, unverbindlich & schnell
Anzeige
IT Boltwise
Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik
Anzeige
Presseportal
Direkt hier lesen!
Anzeige
STELLENMARKT
Mit unserem Karriere-Portal den Traumjob finden
Anzeige
Expertentesten.de
Produktvergleich - schnell zum besten Produkt