1. Startseite
  2. Unternehmen
  3. Industrie
  4. 40 Prozent mehr Umsatz – Suzuki will stark von Indien profitieren

AutobauerSuzuki plant rasantes Wachstum vor allem in Indien – Aktie legt zu

Der japanische Kleinwagenhersteller Suzuki ist schon jetzt Marktführer in Indien. Bis 2030 will er Absatz und Produktion vor Ort weiter erhöhen und daran global verdienen – unter anderem mit Elektroautos.Martin Kölling 20.02.2025 - 14:14 Uhr Artikel anhören
Made in India, Megahit in Japan: Suzuki-Chef Toshihiro Suzuki stellte am 30. Januar den Jimny Nomade vor, der innerhalb kürzester Zeit ausverkauft war. Foto: IMAGO/AFLO

Tokio. Der japanische Kleinwagenhersteller Suzuki hat am Donnerstag ehrgeizige Wachstumsziele vorgestellt. In seinem neuen mittelfristigen Managementplan verspricht der Konzern, den Absatz bis 2030 um ein Drittel auf 4,2 Millionen Fahrzeuge zu steigern.

Der Umsatz soll sogar um 40 Prozent auf acht Billionen Yen steigen (umgerechnet 50,5 Milliarden Euro), die Gewinnmarge von rund acht auf zehn Prozent. Das wäre so viel wie bei Toyota, dessen Partner Suzuki ist. Grundlage für die ehrgeizigen Pläne ist eine stärkere Präsenz in Indien.

Die Wahl des Zielmarkts überrascht nicht, wohl aber die Ambitionen. Mit ihrer Landestochter Maruti Suzuki, einem ehemaligen Joint Venture, sind die Japaner seit Jahrzehnten Marktführer auf dem Subkontinent. Nun will Suzuki seinen Marktanteil von über 40 auf über 50 Prozent erhöhen. Dabei nimmt der Wettbewerb in der indischen Autoindustrie deutlich zu.

Geht der Fünf-Jahres-Plan auf, würde der Anteil Indiens am globalen Suzuki-Absatz sogar von 56,6 auf 63,5 Prozent steigen. Zudem wollen die Japaner Indien zu einem ihrer wichtigsten Produktionsstandorte für Elektroautos und für Exporte in andere Märkte machen.

Der Konzern will daher viel Geld in den Ausbau von Fabriken stecken. Bis 2030 soll die Kapazität in Indien auf vier Millionen Autos ausgebaut werden, um auch Autos für den Partner Toyota zu produzieren. Toyota hält 4,9 Prozent der Aktien des Kleinwagenherstellers, der in vielen Bereichen hart mit Japans Branchenprimus rivalisiert.

Darum mögen Anleger Suzukis Wachstumsplan

Die Anleger honorierten die Versprechen an einem ansonsten schwarzen Börsentag für die japanischen Autobauer. Kurzzeitig trieben sie den Aktienpreis um mehr als fünf Prozent in die Höhe, er näherte sich einem neuen Rekord. Zum Börsenschluss lag der Kurs zwar nur noch 1,5 Prozent im Plus bei 1944 Yen.

Damit schnitt Suzuki aber immer noch besser ab als die anderen Autohersteller und der Gesamtmarkt. Denn der Nikkei-225-Index verlor 1,2 Prozent, weil die Anleger wegen des stärkeren Yens Währungsverluste für Japans Großkonzerne befürchten.

Volkswagen

Strafzahlung in Indien könnte VW-Geschäfte gefährden – „eine Frage von Leben oder Tod“

Das muss noch nicht das Ende der Kursrally sein. Die japanischen Autoanalysten des Brokers Morgan Stanley MUFG rieten wegen des neuen Plans zur Übergewichtung der Aktie und nannten ein Kursziel von 2100 Yen.

Grund dafür ist die Performance des Unternehmens, das vom Enkel des Firmengründers, Toshihiro Suzuki, geführt wird. Bislang gelingt es dem im Weltmaßstab kleinen Hersteller, mit Kleinwagen und Motorrädern in Industrie- und vor allem in Entwicklungsländern hohe und wachsende Gewinnmargen zu erzielen.

Besonders auffällig ist dies in Japan. Suzuki könnte den Konkurrenten Nissan als Nummer drei in Japan dauerhaft verdrängen – auch weil Nissan in wirtschaftlichen Schwierigkeiten steckt und Fusionsverhandlungen mit Honda in diesem Monat gescheitert sind. Die Nummer zwei, Honda, hat Suzuki in Sachen Profitabilität bereits überholt, vor allem bei Autos. Hier dümpelt Hondas Gewinnmarge bei mageren 3,8 Prozent.

Weltgrößter Autobauer

Toyota will Eigenkapitalrendite auf 20 Prozent verdoppeln – und so mit Premiummarken gleichziehen

Suzukis Know-how liegt in der effizienten Produktion von Klein- und Kleinstwagen. So ist das Unternehmen einer der Marktführer in der japanischen Kategorie der Kei-Cars, wörtlich Leichtautos. Das sind Autos mit maximal 660 Kubikzentimeter Hubraum, 64 PS und einer Länge von unter 3,40 Metern.

„Frugal“ entwickelte Autos sind Verkaufsschlager

1983 startete der Konzern bereits die Produktion in Indien. Es ist ein besonders preissensibler Markt, den viele Hersteller lange mieden. Für Suzuki zahlte sich die Ortswahl aber aus. Denn so konnte das große Wissen indischer Ingenieure im sogenannten „frugal engineering“ – also der besonders preisbewussten Autoentwicklung – mit japanischer Qualität kombiniert werden.

Der Wettbewerb in Indien nimmt zwar zu. Trotzdem halten die Analysten von Morgan Stanley MUFG für Suzuki ein Wachstum dort für möglich. Die indische Regierung versuche, die Wirtschaft durch Steuersenkungen für Bezieher mittlerer Einkommen anzukurbeln, so die Analysten. „Wenn das dazu führt, dass der Absatz in ländlichen Gebieten stärker wächst als in den Städten, wäre das Rückenwind für Suzuki.“ Denn der Hersteller sei besonders stark auf dem Land.

Indien ist derzeit einer der Hoffnungsmärkte der globalen Autoindustrie – trotz Staus. Foto: AFP

Hinzu kommt, dass Suzuki auch weltweit immer stärker von seinem indischen Standort profitiert. Ein Beispiel ist die in Indien entwickelte fünftürige Variante des Suzuki-Welterfolgs, des Minigeländewagens Jimny. Der Jimny Nomade kam Ende Januar in Japan auf den Markt und ist inzwischen ausverkauft. Die Jahresproduktion von 50.000 Einheiten war sofort vergriffen.

Gemeinsam mit Toyota will Suzuki zudem Elektroautos entwickeln und für den Partner produzieren. In Europa brachte Toyota zuletzt den Urban Cruiser auf den Markt, made by Suzuki in Indien. Damit wollen die Japaner den Konkurrenten aus China auch bei günstigen Elektroautos etwas entgegensetzen.

Verwandte Themen
Indien
Toyota
Japan
Yen
Honda
Morgan Stanley

Auch mit Hybrid- und Verbrennungsmotoren planen sie weiterhin. Zwar will Suzuki, dass in Europa und Japan bis 2030 alle verkauften Modelle entweder Hybride oder reine Elektroautos sind. Doch in Indien sieht der Mix noch anders aus. Dort rechnen die Japaner mit 15 Prozent batterieelektrischen Autos, 25 Prozent Hybriden, 35 Prozent Motoren mit komprimierten Erdgas und 25 Prozent Fahrzeugen mit Ethanol als Beimischung im Benzin.

Mehr zum Thema
Unsere Partner
Anzeige
remind.me
Jetziges Strom-/Gaspreistief nutzen, bevor die Preise wieder steigen
Anzeige
Homeday
Immobilienbewertung von Homeday - kostenlos, unverbindlich & schnell
Anzeige
IT Boltwise
Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik
Anzeige
Presseportal
Direkt hier lesen!
Anzeige
STELLENMARKT
Mit unserem Karriere-Portal den Traumjob finden
Anzeige
Expertentesten.de
Produktvergleich - schnell zum besten Produkt