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Dschidda-TreffenUkraine, Russland, USA – Das sind die wichtigsten Verhandler

Laut US-Regierung sollen ab Sonntag in Dschidda Ukraine-Verhandlungen stattfinden. Wie sie ausgehen, hängt auch von den wichtigsten Verhandlern auf allen Seiten ab.Mareike Müller 20.03.2025 - 11:31 Uhr Artikel anhören
Foto: Bloomberg/Imago/dpa

Riga. Die Verhandlungen über einen Waffenstillstand im Ukrainekrieg gehen am Wochenende weiter. Das erklärte Steve Witkoff, amerikanischer Sondergesandter für den Nahen Osten, am Mittwoch dem US-Nachrichtensender Fox News.

Witkoff zufolge sollen Gespräche über einen ersten Schritt in Richtung Frieden am 23. März in der saudi-arabischen Küstenstadt Dschidda fortgesetzt werden. Dort hatte es zuvor bereits Gespräche zwischen den USA und der Ukraine gegeben. Der Fokus soll demnach zunächst auf Details zu einem Abkommen über eine 30-tätige Feuerpause liegen.

Die Ukraine und die USA hatten Russland eine komplette Waffenruhe an Land, in der Luft und auf See angeboten, die auch die Kämpfe an der Front pausieren sollte. US-Präsident Donald Trump konnte Kremlchef Wladimir Putin bei einem Telefonat aber bisher nicht dazu bewegen zuzustimmen.

Im besten Fall steht am Ende des Prozesses eine langfristige Lösung, die Frieden in der Ukraine sichert und das angegriffene Land vor zukünftigen Aggressionen schützt. Russland erklärte sich bislang aber nur zu einer Waffenruhe bereit, die Schläge gegen die Energieinfrastruktur verhindert.

Wie die Verhandlungen in den kommenden Wochen und möglicherweise Monaten ablaufen werden, hängt auch maßgeblich von der Dynamik zwischen den anwesenden Vertretern der einzelnen Staaten ab. Auch wenn es noch keine offiziellen Bestätigungen gibt, ob zunächst nur Russland und USA miteinander sprechen oder die Ukraine bereits eingebunden wird, ergeben sich aus den vorigen Verhandlungen konkrete Hinweise, wer den Delegationen angehören dürfte. angehören dürfte.

1. Ukraine

Anrdrij Jermak: Der Jurist ist Leiter des ukrainischen Präsidialamts und einer der engsten Berater Wolodymyr Selenskyjs. Wie der Präsident arbeitete er lange Zeit in der Filmindustrie, 2019 begann er als Selenskyjs Assistent. Er hat Erfahrung in Verhandlungen mit Russland und den USA: 2019 war er maßgeblich an einem Gefangenenaustausch zwischen Russland und der Ukraine beteiligt, später nahm er eine Schlüsselrolle in Verhandlungen mit Russland ein. Zudem war er damals an Verhandlungen mit den USA beteiligt, um US-Militärhilfen für sein Land wieder aufzunehmen.

Andrij Sybiha: Der Diplomat und Jurist ist seit vergangenem Jahr ukrainischer Außenminister, zuvor vertrat er als Botschafter sein Land in Polen und der Türkei. Karriere machte er vorrangig im Außenministerium in Kiew. Zwischenzeitlich war Sybiha Jermaks Stellvertreter im Präsidialamt, die beiden kennen sich gut. Er gilt als erfahrener und zuverlässiger Diplomat, dem es unter anderem gelang, die polnisch-ukrainischen Beziehungen zu Beginn der Invasion im Februar 2022 intensiv zu nutzen.

Rustem Umerow: Der Wirtschaftswissenschaftler und Geschäftsmann ist seit 2023 Verteidigungsminister der Ukraine, zuvor war er Abgeordneter im ukrainischen Parlament und leitete den staatlichen Vermögensfonds. Umerov ist für sein Verhandlungsgeschick bekannt, er war bereits in der Vergangenheit bei Beratungen zwischen Russland und der Ukraine zugegen und half bei der Organisation von Gefangenenaustauschen sowie beim „Getreidedeal“ über die sichere Ausfuhr nach Europa. Der im Exil geborene Krimtartar legt großen Wert auf die Zugehörigkeit der Halbinsel Krim zur Ukraine – Russland hält sie seit Jahren besetzt.

2. Russland

Sergei Lawrow: Der seit 2004 amtierende Außenminister ist Berufsdiplomat mit mehr als 50 Jahren Erfahrung in der Vertretung Russlands. Er geht die Ukraine immer wieder heftig verbal an, verbreitet Falschinformationen über das Land und Russlands Vorgehen dort. Lawrow hat unter anderem in den USA gelebt, was auch für die übrigen Mitglieder der Delegation gilt. Er ist wohl Russlands bestgeschulter und erfahrenster Verhandler auf internationaler Bühne. Er gilt als hart, unnachgiebig und gewieft.

Juri Uschakow: Auch der 77-Jährige ist Berufsdiplomat und seit 2012 Putins außenpolitischer Berater. Uschakow ist Experte für Skandinavien und internationale Organisationen, kennt aber auch die USA gut: Von 1998 bis 2008 war er selbst Botschafter in Washington. Uschakow setzt sich vor allem für den Staatenbund BRICS ein, in dem Russland und China immer mehr Verbündete versammeln. Auch die Beziehungen zu China sind sein Bereich.

Kirill Dmitrijew: Der 49-jährige Geschäftsmann leitet den staatlichen russischen Investitionsfonds. Dmitrijew hat enge Verbindungen zu Putins Familie, kennt aber auch die USA gut. Er wurde zu Zeiten der UdSSR in Kiew geboren, zog aber schon in der Jugend nach Amerika. Er ist Absolvent der Universität Stanford und der Harvard Business School, später arbeitete er als Investmentbanker bei Goldman Sachs. Erst 2000 kehrte er nach Russland zurück.

3. USA

Steve Witkoff: Trumps Vertrauter und Golfpartner ist offiziell Sondergesandter für den Nahen Osten. Der Anwalt und Immobilienmogul verfügt über keine diplomatische Ausbildung und sammelt seit seiner Ernennung erste Erfahrungen in diesem Bereich. Ein Erfolg gelang ihm direkt Anfang des Jahres, als er am Austausch des in Russland inhaftierten US-Bürgers Marc Fogel gegen den russischen Geldwäscher Alexander Winnik beteiligt war.

Marco Rubio: Der Republikaner ist seit Januar amerikanischer Außenminister, zuvor gehörte er als Senator für den Bundesstaat Florida dem US-Senat an. Als Mitglied des Auswärtigen Ausschusses des Senats verfügt er über Erfahrung in internationalen Angelegenheiten. In der Vergangenheit zeigte er ein ausgeprägtes Interesse am Ukrainekrieg. Allerdings äußerte er im November auch die Sorge, dass die Ukraine oder Europa davon ablenken würden, was in China oder im Indopazifik geschehe, wovon „die Zukunft des 21. Jahrhunderts weitgehend bestimmt“ werde.

Mike Waltz: Waltz ist Trumps Nationaler Sicherheitsberater. Er diente als Elitesoldat, war Berater der Regierung von US-Präsident George W. Bush, Gründer einer Sicherheitsberatung, Kommentator beim konservativen US-Sender Fox News sowie Abgeordneter im Repräsentantenhaus. Er setzte sich schon während der Amtszeit von Trumps Vorgänger Joe Biden für eine harte Gangart gegenüber Russland ein. Er fordert aber auch, die Unterstützung für Kiew an Bedingungen zu knüpfen.

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Die Ukraine hat zusätzlich immer wieder betont, dass sie sich eine Beteiligung Europas an möglichen Friedensverhandlungen wünsche. Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es dafür aber keine Hinweise.

Erstpublikation: 19.03.2025, 18:28 Uhr.

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