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Donald Trump und Wirtschaftsführer: Das Kalkül ist nicht aufgegangen. Foto: Manuel Balce Ceneta/AP/dpa, AP (2), AFP [M]

100 Tage TrumpDie große Fehlkalkulation von Corporate America

Nach der Wahl Donald Trumps hoffte die US-Wirtschaftselite auf starkes Wachstum für die Wall Street. Sie wurde bitter enttäuscht. Nun sehen Konzernchefs und Banker die Marke Amerika in Gefahr.Philipp Alvares de Souza Soares, Astrid Dörner, Felix Holtermann und Laurin Meyer 29.04.2025 - 04:03 Uhr Artikel anhören

San Francisco, New York. So hat Mark Zuckerberg sich das sicherlich nicht vorgestellt. Im dunkelblauen Anzug muss sich der Facebook-Gründer Mitte April in Washington den Fragen des Gerichts stellen. Vorangegangen ist eine Kartellklage, die die US-Aufsicht FTC gegen seinen Konzern wegen der Übernahme von Instagram und WhatsApp angestrengt hat.

All das ist lange her: 2012 und 2014. Dennoch muss sich Zuckerberg nun rechtfertigen – für ein angebliches Monopol, für uralte E-Mails und die Macht seines Konzerns. Statt Goldkette trägt er Krawatte und drückt die Gerichtsbank wie ein Schuljunge, schlechte Presse inklusive. Selbst eine Last-Minute-Vorsprache bei Donald Trump im Weißen Haus Anfang April änderte nichts am Prozessbeginn.

Dabei, so das Kalkül, hätte der Präsident seine Aufsicht schlicht anweisen können, die unter Vorgänger Joe Biden neu eingereichte Klage zurückzuziehen. Trump tat es nicht – und das, obwohl der Facebook-Konzern eine Million Dollar für seine Amtseinführung gespendet und Zuckerberg höchstselbst im Kapitol hinter Trump Platz genommen hatte.

Zuckerberg ist nicht der einzige Wirtschaftsführer, der sich vom Start der neuen Präsidentschaft etwas anderes versprochen haben dürfte. Vertreter der Wall Street hegten nach Trumps Wahlsieg im November klare Hoffnungen: Der Republikaner würde für Steuersenkungen sorgen, Regulierung abbauen und seine superreichen Spender hofieren. Ja, Trump würde im Weißen Haus vielleicht gegen Gendersprache vorgehen und illegale Einwanderer, aber ansonsten vor allem den Börsenkursen nutzen, wie in seiner ersten Amtszeit. Nun, 100 Tage nach Amtsantritt, ist klar: Das Kalkül ist nicht aufgegangen.

Stattdessen steht die US-Wirtschaft vor einem Scherbenhaufen. Die erste Zwischenbilanz:

  • Dollar und Aktienkurse sind seit Ende Januar abgestürzt.
  • Der Internationale Währungsfonds sieht das ernste Risiko einer Rezession aufgrund des von Trump entfachten Handelskriegs.
  • Die Superreichen rund um Zuckerberg, Elon Musk, Jeff Bezos und Co. haben im Zuge des Börseneinbruchs – zumindest auf dem Papier – ein dreistelliges Milliardenvermögen verloren.

Inzwischen dämmert den CEOs und Topbankern: Macht Trump so weiter, steht noch mehr auf dem Spiel: die Marke Amerika. Kamala Harris, Trumps Konkurrentin bei der vergangenen Präsidentschaftswahl, hatte genau davor gewarnt – und kaum Unterstützung von der Wirtschaftselite erhalten. Wie konnte es zu dieser gravierenden Fehleinschätzung kommen? Das Handelsblatt hat die Enttäuschung von Corporate America auf fünf Politikfeldern analysiert.

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