Klima: Di Fabio sieht Unternehmerfreiheit durch ESG-Vorgaben eingeschränkt
Berlin. Gleich elf Vorstandsvorsitzende großer Unternehmen waren diese Woche nach Brüssel gereist, um sich bei der EU-Kommission gegen überbordende Bürokratie und Regulierung zu wehren. Die Chefs von Eon, Henkel, Evonik, Uniper, Thyssen-Krupp , DHL, Rheinmetall, Hochtief, Rewe, Covestro und Lufthansa fürchten um die Wettbewerbsfähigkeit der EU.
Im Fokus der Firmenlenker stehen dabei auch die Regelwerke, die die Politik für die nachhaltige und ethische Praxis von Unternehmen geschaffen hat. Es geht um Umwelt- und Klimaschutz, Soziales und Unternehmensführung (Environmental, Social and Governance, kurz ESG). Doch die Wirtschaft fühlt sich von den umfangreichen Vorgaben gegängelt.
Rainer Kirchdörfer, Vorstand der Stiftung Familienunternehmen, sieht in den Pflichten eine „Mechanik des Misstrauens“ und „eine Regulierungskulisse mit Spuren von Willkür und ohne messbare Effekte“. In jedem einzelnen Familienunternehmen entstehe immenser bürokratischer Aufwand. „Viele dieser gut gemeinten Regulierungen haben sich als nicht gut gemacht entpuppt“, rügt Kirchdörfer.
Ist das Kastenwesen in Indien verwerflich?
Die Stiftung Familienunternehmen hat darum den ehemaligen Verfassungsrichter Udo Di Fabio beauftragt, die ESG-Vorgaben zu überprüfen. Sind die verordneten Verhaltensänderungen in den Unternehmen mit der Verfassung vereinbar?