Wochenend-NewsletterSehr viele Coaches ergeben noch keine Lösung – das Handelsblatt-Wochenende

Außerdem: Der dubiose Dollar-Trick des Donald Trump, Elon Musks Probleme mit seiner KI, Ruhestand in Italien und neue Einblicke in die Welt der Reichen. Unsere Leseempfehlungen.Sven Prange 11.07.2025 - 09:01 Uhr

Liebe Leserin, lieber Leser,

wenn ich durch meine LinkedIn-Timeline scrolle oder auch durch die Cafés und Straßen meines Wohnorts streife, begegnen mir dort sehr viele Coaches. Manche schreiben mir auch direkte Nachrichten via LinkedIn, um ihre Dienste anzubieten. Ich muss gestehen: So ganz habe ich diese noch nicht verstanden.

Mal coachen sie in systemischen Fragen, mal gegen das Scheitern, mal fürs Scheitern. Mal ist es auch nicht so ganz klar, gegen was hier angecoached wird – außer gegen Geld.

Diese Unklarheit könnte daran liegen, dass viele dieser Menschen eine nicht ganz optimale Gemeinsamkeit haben: Ihre Kompetenzen in Beratungsdingen sind, wenn man ihren LinkedIn-Lebensläufen folgt, deutlich weniger ausgeprägt als ihre Kompetenzen im Nicht-Gelingen. Abgesehen davon, dass mir diese Kompetenzinflation für die wirklich guten Coaches und Strategen, die es ja zweifellos gibt, etwas leid tut, frage ich mich: Ergibt die Summe aus lauter Scheitererfahrungen, die hier oft weitergegeben werden, wirklich lauter Erfolgsmodelle?

Mein jüngerer Sohn hat es mit seinen acht Monaten gerade geschafft, sich das erste Mal eine Treppenstufe hochzuziehen. Für ihn ist das Leben jetzt eine einzige Treppenstufen-Challenge, er könnte das den ganzen Tag machen. Bis zu seinem ersten Coaching-Modul „So fallen Sie die Erfolgstreppe rauf“ sind es aus seiner Sicht nur noch wenige Schritte.

Er hat es seinem älteren Bruder auch schon angeboten. Der hat naturgemäß abgewunken – er sah da offenbar kein Potenzial, etwas lernen zu können. Seitdem erklimmt der Kleine einfach wieder für sich Stufe um Stufe. Sein Sendungsbewusstsein konzentriert sich aber nun auf andere Dinge. Wo das Angebot nicht auf Nachfrage trifft, braucht es eben ein anderes Angebot.

Er ist erst acht Monate, aber über Strategie und Erfolg habe ich von ihm nicht weniger gelernt, als ich aus den eingangs beschriebenen Angeboten erwarten würde.

Ich hoffe, die Strategie für Ihr Wochenende steht.

Es grüßt Sie sommerlich
Sven Prange
Ressortleiter Wochenende

Princeton-Ökonom Brunnermeier: „Die Märkte sind nervös, die internationalen Investoren reagieren mit großer Skepsis auf das amerikanische Schuldenexperiment.“ Foto: Privat, Getty Images (4)

„Der Nimbus Amerikas ist angekratzt“

Mich beschleicht beim Blick nach Washington mittlerweile die Befürchtung: Dieses ganze groteske Theater, das Donald Trump da veranstaltet, ist kalkulierter, als man denkt. Das ständige Hin und Her mit irgendwelchen Handelsbriefen, die Attacken auf den Notenbankchef – das alles folgt vielleicht doch mehr einer Strategie, als man angesichts des zugegeben hohen Unterhaltungswerts so dachte. Der in Princeton lehrende Ökonom Markus Brunnermeier ordnet das alles sehr erhellend im Gespräch mit meinem Kollegen Jens Münchrath ein.

Tech-Milliardär Musk: Mögliche rechtsextreme Tendenzen im Sprachmodell. Foto: AP

Jetzt distanziert sich auch die eigene KI von Elon Musk

Nicht weniger absurd, aber offenbar weniger planvoll läuft derzeit das Leben von Elon Musk. Neueste Volte: Sein KI-Bot Grok schwärmt offen für Hitler. Für Christian Wermke Anlass, sich mal intensiver mit Grok zu unterhalten. Ergebnis: Seinen Hitler-Vergleich bereut der Bot mittlerweile, dafür lästert er ohne Pause über Elon Musk. Ich habe mich schon schlechter unterhalten gefühlt.

Coolblue-Chef Pieter Zwart: Fokus auf zufriedene Kunden. Foto: Coolblue (2), Picture Alliance, Imago

Warum wir bald alle bei diesem Holländer einkaufen

Als Karsten Wildberger Digitalminister wurde, musste ich schmunzeln. Wer sich einmal in den digitalen Diensten seines bisherigen Arbeitgebers Media-Markt und Saturn verlaufen hat, hätte bei ihm nicht unbedingt die Digitalisierung des Landes in guten Händen gesehen. So sieht es offenbar auch Pieter Zwart. Er hat mit Coolblue den größten Elektronikhändler der Niederlande geschaffen und investiert nun sehr viel Geld in den deutschen Markt. Wo er im Kampf gegen Media-Markt und Saturn ansetzen will? Mit digitalen Diensten und mehr Kundenservice. Ich fand die Geschichte von Michael Scheppe sehr erfrischend.

Signa-Monopoly: Wie reich war Benko wirklich? Foto: Aurena

Der Reichtum des Pleite-Investors

Wie pleite ist der Immobilientycoon Rene Benko, dem einst so viele deutsche Politiker vertrauten? Darüber gibt es unterschiedliche Auffassungen. Was aber klar ist: Wie reich er in der Vergangenheit lebte. Ein Teil seiner Besitzstände wird gerade versteigert. Christian Schnell hat sie sich angeschaut – und zeigt sie Ihnen hier.

Zum Glück lassen sich Bücher nicht nur am Strand oder Hootelpool lesen, sondern auch auf dem heimischen Sofa. Quelle: Unsplash/Angello Pro
Buch lesen: Mit Lektüre in den Urlaub. Foto: Unsplash/Angello Pro

Diese zehn Bücher bereichern Ihren Sommer

Ich genieße es, sofern die Kinder Ruhe geben, im Urlaub morgens und abends jeweils eine Stunde zu lesen. Falls Sie das auch tun, habe ich hier etwas für Sie: Aus den Neuerscheinungen des ersten halben Jahres unter den deutschsprachigen Büchern habe ich die herausgesucht, die sich am besten zur Lektüre in den nächsten Wochen eignen. Schreiben Sie mir gerne, wenn ich eines vergessen habe.

Florenz: Viele Deutsche wollen das Urlaubsland Italien zu ihrer neuen Heimat machen. Foto: DEEPOL by plainpicture/Susan Brooks-Dammann

Und dann einfach ab nach Italien

… das denke ich mir in nahezu jeder freien Woche. Insofern kann ich die vielen deutschen Rentnerinnen und Rentner verstehen, die nach Erreichen des Rentenalters wirklich dorthin ziehen. Das hat übrigens nicht nur emotionale Gründe, schreibt meine Rom-Kollegin Virginia Kirst – sondern kann auch beim Steuern sparen helfen. Wenn Sie vom Ruhestand in Italien träumen, werden Sie ihn nach Lektüre dieses Textes planen.

Schüler im Klassenzimmer: Finanzielle Bildung wird in der Schule kaum vermittelt. Foto: picture alliance / SZ Photo

Was weiß die Jugend über Wirtschaft? Nix. Sagt sie selbst

Junge Menschen lernen in deutschen Schulen sehr viel. Aber nichts über Geld. Das ist natürlich kein guter Zustand. Meine Kollegin Valerie Ndoukoun hat deswegen Menschen besucht, die das ändern wollen – und beschreibt diese Versuche hier.

Safes, Kolumnist Oldenburg: Keine pauschale Empörung. Foto: Imago, Privat

Das neue Geben: Warum Vermögende über ihr Geld schweigen

Vor einigen Monaten sprach ich mit dem Unternehmer Felix Oldenburg an dieser Stelle über die Vermögenden in unserem Land. Dieser Text kam bei Ihnen sehr gut an. Deswegen freue ich mich nun über Folgendes: Felix Oldenburg wird ab sofort monatlich in einer neuen Kolumne für uns in die Welt der Reichen und Vermögenden schauen. Ich, und er auch, bin gespannt auf Ihr Feedback. Schreiben Sie uns gerne, was Sie aus diesem Themenfeld besonders interessiert.

MG Cyberster im Test: Futurisch mit Flügeln. Foto: Handelsblatt

Wie britisch darf es denn sein?

Die Marke MG stand lange für alles, was Großbritannien einst cool machte. Dann geriet sie in chinesische Hände und niemand interessierte sich mehr für die Autos. Das, berichtet Lukas Bay, könnte sich nun ändern. Denn der Autokonzern legt einen alten Klassiker neu auf – und der hat Potenzial. Vielleicht nicht für seinen früheren Kunden James Bond, aber für Sie?

Kolumnist Thorsten Firlus: In der Natur ohne Smartphone zu laufen, befreit die Sinne und verhindert, dass wir uns ablenken. Foto: Privat

Gehen Sie laufen, aber lassen Sie Ihr Smartphone zu Hause

Ich laufe nicht, ich fahre lieber Rad. Und wenn ich das aus sportlichen Gründen tue, lasse ich mein iPhone zu Hause – und genieße die gedankliche Ruhe, die dadurch einkehrt. Mein Kollege Thorsten Firlus macht es offenbar beim Laufen genauso. Deswegen haben wir beide den Rat an Sie: Überlegen Sie es sich auch mal. Thorsten schreibt Ihnen hier ein paar Gründe auf, sollte Ihnen der Hinweis nicht sofort einleuchten.

Heidschnucke unter Heidschnucken: Die Lüneburger Heide ist eine lila Marke. Foto: PR

Warum die Lüneburger Heide allen Introvertierten Hoffnung gibt

Es gibt dort sehr viele Heidschnucken, viel Landschaft, viel Heidekraut – und sonst nahezu nichts. Trotzdem wurde die Lüneburger Heide jetzt ausgezeichnet. Zeit, den Unauffälligen und Stillen im Lande eine Girlande zu flechten.

Bestsellerautor Rolf Dobelli: Fragen an das Leben. Foto: Bodo Rüedi, Getty Images

Dobellis Fragen an das Leben

Der Bestsellerautor Rolf Dobelli stellt Ihnen an dieser Stelle wöchentlich eine Frage an das Leben. Vergangene Woche wollte Rolf Dobelli wissen: Wenn Ihr Grab dereinst ausgehoben werden wird, um Platz für neue Gräber zu schaffen, was gemäß jeder Friedhofsordnung der Routine entspricht, wen wünschen Sie sich als Ihren Nachfolger bzw. wen würden Sie als Ihren Nachfolger nicht akzeptieren? Ihre Antworten:

Da mich diese 
Frage schon lange beschäftigt, 
ich aber keine Lösung gefunden habe, wie ich nicht genehme Nachfolger verhindern kann, habe ich mich für eine Seebestattung entschieden.
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Mein Grab soll
jemandem gehören, der Sokrates 
verstanden hat und nicht glaubt, Aristoteles sei ein KI-Start-up. Sonst bleibe ich einfach liegen.
Ich möchte am liebsten anonym begraben werden, 
da spielt es für
mich keine Rolle, 
was auf meinem 
Grab wächst. Ein Baum wäre mir am liebsten.

Diese Woche möchte Rolf Dobelli wissen: Sehen Sie in Ihrer Lebensgeschichte noch einen roten Faden?

Mailen Sie mir gerne Ihre Antwort oder schreiben Sie direkt hier.

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