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Coolblue-Chef Pieter Zwart: Fokus auf zufriedene Kunden. Foto: Coolblue (2), Picture Alliance, Imago

CoolblueSo will dieser Unternehmer Media-Markt und Saturn schlagen

Im deutschen Markt für Elektronikhändler ist eigentlich kein Platz für neue Anbieter. Coolblue schreckt das nicht. Vor allem durch eins will das ungewöhnliche Unternehmen Marktanteile gewinnen.Michael Scheppe 14.07.2025 - 13:33 Uhr Artikel anhören

Tilburg. Der Crate-O-Saurus soll den Angriff auf Media-Markt und Saturn beschleunigen. Das Logistiksystem ist größer als ein Fußballfeld und steht in einem Industriegebiet nordwestlich von Tilburg in den Niederlanden. Hier hat der Elektronikhändler Coolblue, der in den Niederlanden und Belgien Online-Marktführer ist, sein Zentrallager. 265.000 Geräte wie Drucker, Kaffeemaschinen oder Laptops finden in den zwölf Meter hohen Regalen Platz.

Bestellt ein Kunde, greifen Roboterarme das passende Produkt heraus und laden es auf einen von 133 kleinen Robotern, die die Waren in den Packbereich bringen. Sechs Minuten nach der Bestellung soll die Lieferung bereit für den Versand sein. So soll es in wenigen Wochen ablaufen, wenn der Crate-O-Saurus nach über zwei Jahren Entwicklung an den Start geht.

Dass Coolblue in den Niederlanden 35 Millionen Euro für die Automatisierung seines Lagers ausgibt, liegt vor allem an Entwicklungen hierzulande. Inhaber Pieter Zwart, der in seiner Heimat in Anspielung auf den Amazon-Gründer als „niederländischer Jeff Bezos“ bezeichnet wird, hat es auf Deutschland abgesehen.

Hier gehört Coolblue mit 237 Millionen Euro Umsatz nicht einmal zu den zehn größten Elektronikhändlern. Doch schon 2029 will Zwart den Großteil seines Umsatzes in Deutschland erzielen – rund zwei Milliarden Euro. Das wäre mehr Geld, als Apple derzeit in seinen Stores macht, und ungefähr ein Fünftel des heutigen Umsatzes der Ceconomy-Marken Media-Markt und Saturn.

Für Coolblue ist Deutschland eine große Wachstumschance – aber ein ebenso großes Wagnis. Denn eigentlich gibt es im Elektronikhandel keinen Platz mehr für einen weiteren Anbieter. Die Branche kämpft mit der gedrückten Kauflaune und stagnierendem Umsatz, zeigen etwa Zahlen des Statistischen Bundesamtes. Entsprechend offensiv sagt Zwart im Gespräch mit dem Handelsblatt: „Wir werden Marktanteile von anderen Anbietern gewinnen.“

150 Millionen Euro für die Expansion

Zwart hat einen Plan, der in Belgien und den Niederlanden bereits aufgegangen ist – und der für den deutschen Elektronikhandel nahezu revolutionär klingt: Er setzt auf Digitalisierung und Kundenzufriedenheit. Themen, die etablierte Händler über Jahre vernachlässigt haben.

„Der deutsche Elektronikhandel ist nicht verbraucherorientiert genug“, sagt Martin Fassnacht, Wirtschaftsprofessor an der WHU Otto Beisheim School of Management. Anbieter würden öfter nicht einmal mehr Basisleistungen wie fachmännische Beratung und pünktliche Lieferung erbringen.

Und so könnte die Geschichte dieses selbstbewussten Oranje-Bezos auch noch eine für den deutschen Einzelhandel nicht ganz unwichtige Frage beantworten: Wie lässt sich in schwierigen Märkten noch wachsen?

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