Teuerung: Baupreise für Wohngebäude steigen schneller als Inflation
Berlin. Die Preise für den Bau neuer Wohnungen in Deutschland steigen schneller als die allgemeine Inflation. Der Neubau konventionell gefertigter Wohngebäude verteuerte sich im Mai wie schon im vorangegangenen Messmonat Februar um 3,2 Prozent zum Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag zu seiner vierteljährlichen Auswertung mitteilte. Zum Vergleich: Die Inflationsrate lag im Mai bei 2,1 Prozent. Von Februar auf Mai erhöhten sich die Baupreise um 0,8 Prozent.
„Für die Bauwirtschaft und auch für die Bundesregierung sind das keine guten Nachrichten: Bauen verteuert sich weiterhin, und zwar recht kräftig“, sagte der Chefvolkswirt der Hamburg Commercial Bank, Cyrus de la Rubia. Die Koalitionäre von Union und SPD wollen den Wohnungsbau ankurbeln – etwa durch eine Rekordsumme für den sozialen Wohnungsbau. Zudem sollen viele Milliarden in die Modernisierung der Infrastruktur gesteckt werden.
Die Kosten am Bau sind vor allem ab 2022 erheblich gestiegen, als sich nach dem russischen Überfall auf die Ukraine viele Rohstoffe und Energie massiv verteuerten. Dämpfend auf die Teuerung dürfte sich dagegen die zurückhaltende private Nachfrage nach Neubauprojekten wegen gestiegener Bau- und auch der Finanzierungskosten auswirken.