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KommentarAufklären heißt auch aushalten

Der Bundestag hat eine Enquete-Kommission zur Aufarbeitung der Coronapandemie eingesetzt. Erste Debatten zeigen, worauf es in den kommenden Monaten ankommt.Britta Rybicki 16.07.2025 - 12:50 Uhr
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Sonderermittlerin Sudhof kann zum Vorgehen des damaligen Gesundheitsministers Spahn bei der Maskenbeschaffung im Haushaltsausschuss aussagen. (Archivbild) Foto: dpa

Mit der Einsetzung einer Enquete-Kommission zur Aufarbeitung der Coronapandemie will der Bundestag ein Versprechen einlösen. Es geht darum, Lehren aus einer Krise zu ziehen, die das Leben von Millionen Menschen stark verändert hat. Es ist vernünftig, dass Abgeordnete als auch Sachverständige nun gemeinsam analysieren, was funktioniert hat und was nicht. Doch schon zum Start wirft der Umgang mit der Juristin Margaretha Sudhof Fragen auf.

Die ehemalige Staatssekretärin war vom damaligen Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) beauftragt worden, die Maskenbeschaffung während der Pandemie zu untersuchen. In ihrem Bericht, der seit einigen Wochen für Debatten sorgt, beschreibt sie chaotische Abläufe, unvollständige Dokumentationen sowie Absprachen per WhatsApp und ein Ministerium, das heute mit vielen Klagen wegen nicht bezahlter Maskenlieferungen konfrontiert ist.

Für ihre wichtige Aufklärungsarbeit erntete Sudhof jedoch weder Respekt noch Lob, sondern sah sich Angriffen gegen ihre Person ausgesetzt. Einige Unionsabgeordnete unterstellten ihr sofort politische Absichten, anstatt sich mit den Inhalten des Berichts auseinanderzusetzen. Diese Reaktion ist bedauerlich.

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Sudhof-Bericht zur Maskenaffäre: „Das Drama in Milliardenhöhe begann mit der Entscheidung des damaligen Bundesministers“

Die Stärke eines Rechtsstaats sollte nämlich darin liegen, dass Fehler benannt werden können, ohne dass sie politisch instrumentalisiert werden. Ob Sudhof nun SPD-nah gearbeitet hat oder nicht, ist hier zweitrangig. Entscheidend ist, dass sie einen äußerst anspruchsvollen Auftrag erfüllt hat, der im Sinne aller war.

Wer Margaretha Sudhof pauschal diskreditiert, stellt nicht nur ihre persönliche Integrität infrage, sondern untergräbt auch das Vertrauen in die Arbeit der Enquete-Kommission in der Zukunft. Gerade bei einem hochsensiblen Thema wie der Coronapandemie, das bis heute polarisiert und teilweise für politische Zwecke ausgenutzt wird, ist das Vertrauen in das Gremium im Parlament und in der Öffentlichkeit wichtig.

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Nun hat die Kommission die Gelegenheit, konstruktiv und unabhängig zu arbeiten. Dafür ist es wichtig, sachlich mit ihrer Kritik umzugehen. Auch dann, wenn sie frühere Entscheidungen kritisch hinterfragt. Denn nur wenn diejenigen, die Missstände benennen, ernst genommen werden, kann eine Aufarbeitung gelingen.

Wer Transparenz fordert, sollte auch bereit sein, selbst transparent zu handeln. Nur so kann die Kommission dazu beitragen, die Zeit der Coronapandemie nachvollziehbar aufzuarbeiten und praktische Schlüsse für die Zukunft zu ziehen.

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