Lebensmittelindustrie: US-Konzerne sollen reihenweise Rezepte ändern
New York. Robert F. Kennedy Jr. hat in der vergangenen Woche schon mal einen Vorgeschmack bekommen: Auf den Stufen des Landwirtschaftsministeriums in Washington, D.C., schleckt der US-Gesundheitsminister eine Kugel Eis in einer Waffel – Mintschokolade, seine Lieblingssorte.
Doch das vermeintliche Grün der Minze, das das Eis sonst optisch ausmacht, fehlt. Denn Kennedy Jr. hält kein handelsübliches Eis in der Hand – die Rezeptur verzichtet auf den oft verwendeten grünen, künstlichen Lebensmittelfarbstoff.
Schon bald sollen alle Amerikaner in diesen Genuss kommen. Denn die US-Molkereibranche hat versprochen, bis 2028 auf künstliche Farbstoffe im Speiseeis zu verzichten. Insgesamt sieben synthetische Zusätze, die den Produkten bislang ein knalliges Gelb, Grün oder Rot verliehen haben, sollen verbannt werden.
Dass Eiscreme in den USA bald deutlich anders aussehen wird, ist nur eine von vielen Veränderungen, die auf amerikanische Verbraucher zukommen. In den vergangenen Wochen hat eine Reihe von Lebensmittelkonzernen angekündigt, langjährige Rezepturen zu ändern. Vermeintlich schädliche Zusatzstoffe wie künstliche Lebensmittelfarben oder Zuckerersatz sollen den Produkten nicht mehr zugefügt werden.
In den US-Supermärkten steht damit eine regelrechte Revolution an. Schließlich griff die Industrie über Jahrzehnte auf solche Tricks zurück, um ihre Produkte bunter oder günstiger zu machen – und damit Kunden anzulocken. Laut Experten wird das jedoch nicht nur Vorteile für Konsumenten haben.