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StablecoinsUS-Kongress macht Weg für Stablecoin-Regulierung frei

Mit dem „Genius Act“ hat das Repräsentantenhaus einen rechtlichen Rahmen für Dollar-gebundene Digitalwährungen verabschiedet – Jetzt fehlt nur noch die Unterschrift von Präsident Trump. 17.07.2025 - 23:28 Uhr Artikel anhören
Das Kapitol in Washington: Das US-Repräsentantenhaus verabschiedet mit parteiübergreifender Mehrheit eine Regulierung für Stablecoins. Foto: REUTERS

Washington. Der US-Kongress hat den Weg für eine umfassende Regulierung sogenannter Stablecoins freigemacht. Das Repräsentantenhaus verabschiedete am Donnerstag mit parteiübergreifender Mehrheit den sogenannten „Genius Act“, der einen gesetzlichen Rahmen für an den Dollar gekoppelte Kryptowährungen schafft.

Der Senat hatte die Vorlage bereits verabschiedet. Sie ging damit an Präsident Donald Trump, dessen Unterschrift erwartet wurde. Zudem stimmten die Abgeordneten für einen weiteren Gesetzentwurf, den „Clarity Act“, der einen Regulierungsrahmen für den gesamten Kryptomarkt schaffen soll. Dieser wird nun dem Senat zur Prüfung vorgelegt.

Die Verabschiedung des Gesetzes gilt als Meilenstein für die Digitalwährungsbranche, die seit Jahren auf eine landesweite Regulierung dringt und die Wahlen im vergangenen Jahr mit hohen Summen beeinflusst hatte.

Die Aktien von Krypto-Unternehmen legten am Donnerstag im nachbörslichen Handel zunächst zu. So stiegen die Papiere der Kryptobörse Coinbase um 3,2 Prozent und des Online-Brokers Robinhood um rund drei Prozent.

„Die parteiübergreifende Verabschiedung des Genius Act ist ein historischer Moment für digitale Vermögenswerte in den USA“, sagte Summer Mersinger, Chefin des Branchenverbands Blockchain Association. „Zum ersten Mal hat der Kongress ein umfassendes Gesetz auf den Weg gebracht, das durchsetzbare, maßgeschneiderte Regeln für Stablecoins vorsieht – eine grundlegende Technologie für die Zukunft des Finanzwesens.“

Die parteiübergreifende Verabschiedung des Genius Act ist ein historischer Moment für digitale Vermögenswerte in den USA
Summer Mersinger
Branchenverband Blockchain Association

Stablecoins sind Kryptowährungen, die zur Wahrung der Stabilität in der Regel eins zu eins an einen Basiswert wie den US-Dollar oder Gold gekoppelt sind. Das jetzt verabschiedete Gesetz sieht vor, dass die Anbieter solcher Digitalwährungen ihre Token vollständig mit liquiden Mitteln wie Bargeld oder kurzfristigen US-Staatsanleihen unterlegen müssen. Zudem müssen sie monatlich die Zusammensetzung ihrer Reserven offenlegen.

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Die gemessen an der Marktkapitalisierung wichtigsten Stablecoins sind Tether und USD Coin. Der größte Stablecoin mit Kopplung an den Euro ist EURC. Der Marktwert aller Stablecoins beläuft sich dem Branchendienst CoinMarketCap.com zufolge auf rund 262 Milliarden Dollar. Sie machen damit jedoch nur einen kleinen Teil des gesamten Kryptomarktes aus, dessen Volumen bei etwa 3,8 Billionen Dollar liegt.

Regulierer warnen vor Risiken für die Finanzstabilität

Stablecoins spielen für Kryptowährungshändler eine wichtige Rolle, da sie sich über sie gegen Kursschwankungen bei Bitcoin & Co absichern können. Außerdem parken sie häufig Gelder vorübergehend in diesen Digital-Devisen, wenn sie ihr Guthaben nicht in klassische Währungen umtauschen wollen.

Zudem nutzten Investoren Stablecoins zunehmend zur Umgehung von Kapitalkontrollen, sagt Joseph Edwards, Chef-Finanzstratege des Kryptowährungsfonds-Anbieters Solrise. Dieser Trend lasse sich seit 2018 beobachten. Tether sei besonders gefragt für Geschäfte in und mit China sowie Südamerika.

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Börsenregulierer, die seit Längerem weltweit um Regeln für den Kryptowährungsmarkt ringen, haben wiederholt auf die Risiken für die Finanzstabilität hingewiesen. Diese träten dann auf, wenn alle gleichzeitig ihre Stablecoins verkaufen wollten.

Die Anbieter wären dadurch gezwungen, ihre Devisen- und Wertpapierbestände kurzfristig auf den Markt zu werfen. Dies könnte eine Talfahrt an den klassischen Börsen verschärfen. „Womit sich der eine oder andere die Frage stellen dürfte, ob Stablecoins insgesamt sinnvoll sind“, sagt Commerzbank-Experte Leuchtmann. „Zumal sie bei Einführung von digitalem Zentralbankgeld eh obsolet werden dürften.“

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