Insa-Umfrage: Nach Streit um Richterwahl verliert Union Zustimmung in Umfrage
Berlin. Nach dem Streit um die Richterwahl in der schwarz-roten Koalition verliert die Union einer Umfrage zufolge in der Wählergunst. Im aktuellen Sonntagstrend, den das Meinungsforschungsinstitut Insa wöchentlich für „Bild am Sonntag“ erhebt, kämen die Parteien auf folgende Werte:
- CDU/CSU auf 27 Prozent – ein Prozentpunkt weniger als in der Vorwoche.
- Die AfD liegt mit 24 Prozent nur noch drei Punkte dahinter.
- Die SPD bleibt bei 15 Prozent, das BSW gewinnt einen Punkt und würde mit fünf Prozent den Einzug in den Bundestag erreichen.
- Die Grünen (elf Prozent) und die Linke (ebenfalls elf Prozent) bleiben stabil.
- Die FDP verharrt auf drei Prozent.
- Die sonstigen Parteien erreichen vier Prozent.
SPD-Chef und Vizekanzler Lars Klingbeil hält indes an der Kandidatur von Frauke Brosius-Gersdorf für das Bundesverfassungsgericht fest und fordert eine Wiederholung der Richterwahl im Bundestag.
Die Bedenken seitens der Union gegen Brosius-Gersdorf wegen angeblicher Plagiatsvorwürfe seien ausgeräumt. „Deshalb können wir die Wahl wieder auf die Tagesordnung des Bundestags setzen“, sagte Klingbeil in „Bild am Sonntag“ laut Vorabbericht.
Auch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) kritisierte zuletzt die Debatte um die Personalie. In seiner Sommer-Pressekonferenz am vergangenen Freitag sagte er, dass die Kritik, der die Juristin ausgesetzt war, sei in jedem Fall nicht gerechtfertigt gewesen. Die Kritik sei teils diffamierend, unsachlich, polemisch, zynisch, beleidigend und herabsetzend gewesen.
Zu den möglichen Kandidaten einer neuen Wahl und der im Zentrum der Debatte stehenden Juristin Brosius-Gersdorf äußerte er sich nicht weiter. Man wolle aber nächstes Mal früher über die Kandidaten in der Fraktion beraten. Dies sei nicht gut gelaufen beim letzten Mal, sagt Merz.
Für den Insa-Sonntagstrend im Auftrag der Zeitung wurden vom 14. bis 18. Juli 2025 insgesamt 1205 Bürgerinnen und Bürger befragt. Umfragen sind Momentaufnahmen – sie spiegeln Stimmungen wider, liefern aber nicht immer verlässliche Prognosen auf künftige Entwicklungen.