Wirtschaftspolitik: Wer wird die wahre Innovationsministerin?
Berlin, Oerlenbach. Erst vor ein paar Tagen konnte sich Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) ein eigenes Bild von der Gegend machen, von der sie womöglich schon viel gehört hat. In Oerlenbach wohnte sie dem Baubeginn des finalen Abschnitts von Suedlink bei, einer wichtigen Stromtrasse.
Bundesforschungsministerin Dorothee Bär (CSU) konnte dort ihren unterfränkischen Wahlkreis Bad Kissingen präsentieren, von dem sie so häufig schwärmt.
Es ist recht wahrscheinlich, dass Reiche Bärs Erzählungen kennt. Denn die beiden Ministerinnen haben in den vergangenen Wochen besonders häufig miteinander gesprochen. Reiche und Bär ringen um Zuständigkeiten.
Es geht um Budgets und wichtige Aufgaben innerhalb der Bundesregierung. Die Gespräche scheinen so kompliziert, dass ein wichtiger Stichtag jetzt gerissen wurde.
Nachdem Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) Anfang Mai sein Amt angetreten sowie seine Ministerinnen und Minister ernannt hatte, regelte ein Organisationserlass den groben Zuschnitt der Ministerien. Die Details sollten die Häuser untereinander klären und in einer Verwaltungsvereinbarung festhalten – bis zum 31. Juli, dem vergangenen Donnerstag.