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Ukraine – Die aktuelle LageRussischer Luftangriff erschüttert vage Friedenshoffnungen

Russlands jüngster Angriff auf die Ukraine war einer der schwersten in dreieinhalb Jahren Krieg. Rückt eine Annäherung der Länder damit in die Ferne? 29.08.2025 - 07:35 Uhr Artikel anhören
Zerstörtes Gebäude in der Ukraine: Russland hatte bei der Attacke etwa 600 Kampfdrohnen sowie mehr als 30 Raketen und Marschflugkörper eingesetzt. Foto: Efrem Lukatsky/AP/dpa

Berlin, Washington. Die Suche nach einem Ausweg aus dem Ukraine-Krieg hat durch die verheerenden russischen Luftangriffe mit mehr als 20 Toten in Kiew einen weiteren Rückschlag erlitten.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach Moskau jeglichen Friedenswillen ab. „Dieser Schlag zeigt ganz klar, dass sich die Ziele Russlands nicht geändert haben“, sagte er in Kiew.

„Russland greift derzeit alle Menschen auf der Welt an, die sich nach Frieden sehnen. Dies ist ein Schlag gegen die Ukraine. Dies ist ein Schlag gegen Europa“, sagte der ukrainische Staatschef. Und es sei „auch ein Schlag Russlands gegen Präsident (Donald) Trump und andere globale Akteure“. Mit solchen Angriffen mache Moskau befreundete Länder wie China oder Indien zu Komplizen.

Tote in Trümmern eines Kiewer Wohnblocks vermutet

Nach dem Luftangriff in der Nacht zu Donnerstag, einem der schwersten in dreieinhalb Jahren Krieg, wurden in Kiew bis zum Abend 22 Tote gezählt. Laut der Militärverwaltung der Hauptstadt sind in den Trümmern eines Wohnhauses noch mehr Menschen verschüttet.

Russland hatte bei der Attacke etwa 600 Kampfdrohnen sowie mehr als 30 Raketen und Marschflugkörper eingesetzt. Auch in der Nacht auf Freitag herrschte in Teilen der Ostukraine Luftalarm. Die ukrainische Luftwaffe ortete erneut russische Drohnen am Himmel, wenn auch in geringerer Anzahl.

UN-Generalsekretär verurteilt Angriffe auf Zivilisten

UN-Generalsekretär António Guterres verurteilte die Attacken. „Angriffe auf Zivilisten und zivile Infrastruktur sind inakzeptabel und müssen sofort beendet werden“, schrieb Guterres auf der Plattform X. Er rufe zu einer vollständigen, sofortigen und bedingungslosen Waffenruhe auf, „die zu einem gerechten, umfassenden und nachhaltigen Frieden in der Ukraine führt“. Selenskyj bedankte sich für die unterstützenden Worte des UN-Generalsekretärs. 

US-Präsident Trump sei traurig über die neue Eskalation, aber auch nicht überrascht, sagte die Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt. Trump setze sich dafür ein, dass der Krieg beendet werde. Aber die Konfliktparteien müssten dies auch wollen. Obwohl Russland den zerstörerischen Angriffskrieg begonnen hat, setzte Leavitt das russische und das ukrainische Vorgehen gleich: „Russland hat Kiew attackiert, und genauso hat die Ukraine unlängst einen Schlag gegen russische Raffinerien geführt.“

Der US-Präsident hatte sich Mitte des Monats erst mit Kremlchef Wladimir Putin in Alaska getroffen und dann mit Selenskyj und den europäischen Verbündeten in Washington beraten. Er berichtete von einer angeblichen Bereitschaft Putins, sich mit Selenskyj zu treffen. Moskau sprach in der Folge aber nur davon, die bisherigen bilateralen Verhandlungen auf einer höheren Ebene zu führen. Einem Treffen der Präsidenten will der Kreml allenfalls am Ende von Verhandlungen zustimmen, wenn es um die Unterzeichnung einer Vereinbarung geht.

Merz erwartet kein Treffen Putins mit Selenskyj

Weil es eine Annäherung zwischen den Kriegsparteien nicht in Sicht ist, sprach Bundeskanzler Friedrich Merz mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron über diplomatische Bemühungen für ein Ende des Krieges. „Wir müssen uns mit diesem Thema heute erneut beschäftigen und dies vor dem Hintergrund der Tatsache, dass es offensichtlich nicht zu einem Treffen zwischen Präsident Selenskyj und Präsident Putin kommen wird“, sagte der Kanzler bei einem Besuch in Macrons Sommerresidenz an der Côte d'Azur.

Der Bundeskanzler geht davon aus, dass es – entgegen Donald Trumps Ankündigung – nicht zu einem Treffen der Staatsoberhäupter der Ukraine und Russlands kommen wird. Merz will sich nun wieder auf EU-Ebene um eine Lösung des Ukrainekriegs bemühen.
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Das US-Außenministerium schafft unterdessen Fakten und hat den Verkauf von Waffen im Wert von geschätzt 825 Millionen US-Dollar (etwa 710 Millionen Euro) an die Ukraine genehmigt. Es gehe um Raketen mit größerer Reichweite und dazugehörige Ausrüstung, die die Ukraine angefragt habe, teilte die zuständige Behörde Defense Security Cooperation in Washington mit. Für den Waffenkauf bekommt die Ukraine den Angaben zufolge Finanzierungshilfe aus den USA, Dänemark, den Niederlanden und Norwegen.

Das wird am Freitag wichtig

Die westlichen Verbündeten der Ukraine beraten weiter darüber, wie die Sicherheit des Landes nach einem möglichen Kriegsende gewährleistet werden kann. Dazu kommen heute unter anderem die Außen- und Verteidigungsminister der EU-Staaten in der dänischen Hauptstadt Kopenhagen zusammen. Außerdem hat Selenskyj angekündigt, dass seine Chefunterhändler Andrij Jermak und Rustem Umjerow in New York mit Trumps Sondergesandtem Steve Witkoff über Sicherheitsgarantien sprechen werden.

dpa
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