NRW-Wahlen: Kein Oberbürgermeister-Posten für AfD
Guten Morgen liebe Leserinnen und Leser!
Hat Deutschland einen neuen Start-up-Star? Das Freiburger KI-Softwarehaus Black Forest Labs will frisches Kapital einsammeln und strebt dabei eine Bewertung von vier Milliarden Dollar an. Das bestätigten mit der Sache vertraute Personen dem Handelsblatt. Allerdings seien die Gespräche über das mögliche Investment noch in einem frühen Stadium. Die „Financial Times“ (FT) hatte zuerst über die neue Finanzierungsrunde berichtet. Black Forest Labs wollte die Informationen nicht bestätigen.
Fest steht, dass das auf Bildgenerierung mittels Künstlicher Intelligenz (KI) spezialisierte Unternehmen gute Argumente hat, um Investoren zu überzeugen. Zu den Kunden der Freiburger zählen schon jetzt Unternehmen wie Adobe, Meta, Microsoft und Netflix.
Was die Investoren überzeugen soll, neue Anteile an der Firma zum Vierfachen der bisherigen Bewertung zu kaufen: Black Forest Labs arbeitet an einem neuen KI-Modell zur Videogenerierung, das nach Handelsblatt-Informationen im vierten Quartal 2025 vorgestellt werden soll.
Miese Stimmung bei Start-ups
Black Forest Labs steht für einen Trend in der deutschen Start-up-Landschaft: Die entwickelt sich nämlich zunehmend zu einer Zweiklassengesellschaft. Während einige wenige Wachstumsunternehmen hohe Summen von Investoren erhalten, kämpfen weite Teile der Szene mit Finanzierungsproblemen. Das geht aus den noch unveröffentlichten Marktdaten des „Deutschen Start-up Monitors“ (DSM) hervor, die Handelsblatt-Reporterin Nadine Schimroszik exklusiv vorliegen. Laut DSM ist das Geschäftsklima der Start-ups so schlecht wie zuletzt zum Ausbruch der Coronapandemie.
Gründe dafür gibt es viele: Die für junge Firmen wichtige Zusammenarbeit mit Großkonzernen und Mittelständlern ist auf den niedrigsten Stand seit Jahren gesunken. Die Zahl der Beschäftigten ist rückläufig. Zugleich lässt die Bereitschaft von Unternehmern nach, erneut ein Start-up zu gründen – was womöglich auch daran liegt, dass die Zahl der Start-up-Insolvenzen auf ein Rekordhoch geklettert ist.
Nur zwei Technologiefelder können sich von dem Negativtrend absetzen:
- Das sind erstens Rüstungsfirmen wie Quantum Systems und Helsing aus München. Bis Ende September flossen bereits fast 900 Millionen Euro in den Sektor. Das ist doppelt so viel wie noch im vergangenen Jahr.
- Und zweitens sind es KI-Unternehmen wie Black Forest Labs. Inzwischen gibt fast die Hälfte aller Start-ups an, dass KI im Zentrum ihres Produkts steht. Die Investitionen in KI-Start-ups dürften in diesem Jahr dem DSM zufolge auf drei Milliarden Euro anziehen. 2024 waren es noch zwei Milliarden Euro.
Dortmunder Rathaus fällt erstmals an CDU
Bei den Stichwahlen um Oberbürgermeister-Ämter in Nordrhein-Westfalen hat die SPD die seit fast 80 Jahren sozialdemokratisch regierte Ruhrgebietsmetropole Dortmund an die CDU verloren. SPD-Amtsinhaber Thomas Westphal unterlag mit 47,08 Prozent der Stimmen gegen den CDU-Herausforderer Alexander Omar Kalouti, der auf 52,92 Prozent der Stimmen kam.
Erfolg für die SPD dagegen in der Millionenstadt Köln: Der SPD-Politiker Torsten Burmester siegte mit 53,5 Prozent, seine Gegenkandidatin Berivan Aymaz von den Grünen kam auf 46,5 Prozent. Die amtierende Bürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) war nach zwei Amtsperioden nicht mehr angetreten.
In der Landeshauptstadt Düsseldorf geht Amtsinhaber Stephan Keller (CDU) in eine zweite Amtszeit. Der 55-Jährige setzte sich gegen Grünen-Herausforderin Clara Gerlach durch.
Die AfD bringt wohl keinen ihrer Bürgermeister-Kandidaten durch. Sie unterlag in Stichwahlen in Duisburg, Gelsenkirchen und Hagen.
„Wenn es darauf ankommt, stößt die AfD an ihre Grenzen“, kommentiert Handelsblatt-Meinungschef Thomas Sigmund das Ergebnis.
Trump will Entlassung von Microsoft-Managerin
Es ist ein bisher einmaliger Vorgang, auch wenn das in Bezug auf den aktuellen US-Präsidenten kein besonders eindrucksvolles Superlativ mehr ist: Donald Trump verlangt von Microsoft, die Managerin Lisa Monaco zu entlassen. Auf seiner Plattform Truth Social erhob Trump heftige Vorwürfe gegen Monaco, die als „President Global Affairs“ eine Art internationale Cheflobbyistin des Softwarekonzerns ist. Sie sei korrupt, schrieb der Präsident. Und weiter:
„Sie ist eine Bedrohung für die nationale Sicherheit der USA.“
Von Microsoft gibt es bisher kein Statement zu dem Vorgang. Laut Trump hat die US-Regierung der Managerin alle Sicherheitsfreigaben entzogen und den Zutritt zu sämtlichen Bundesgebäuden verboten.
Möglicher Hintergrund für den Angriff: Monaco war Sicherheitsberaterin in der Regierung des demokratischen Präsidenten Barack Obama, zudem war sie unter Trumps Vorgänger Joe Biden stellvertretende Justizministerin.
Netanjahu: Freies Geleit für Hamas-Spitze
Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu will den Anführern der islamistischen Hamas im Gazastreifen unter Umständen freies Geleit ins Ausland gewähren. Dem US-Sender Fox News sagte er:
Netanjahu trifft heute im Weißen Haus Trump, um über dessen Plan für Gaza zu beraten. Der Plan sieht laut US-Medienberichten eine sofortige Freilassung der verbliebenen 20 Hamas-Geiseln im Gegenzug für Hunderte palästinensische Gefangene vor, begleitet vom Rückzug der israelischen Armee aus dem Gazastreifen. Bei dessen künftiger Verwaltung soll die Hamas keine Rolle mehr spielen, auch Israel darf das Gebiet nicht annektieren. Stattdessen soll der Gazastreifen eine Übergangsregierung bekommen.
New Yorker Bürgermeister gibt Kandidatur auf
Der New Yorker Bürgermeister Eric Adams steigt aus dem Rennen um seine Wiederwahl aus. Das verkündete der mittlerweile unabhängige Kandidat – vormals Mitglied der Demokraten – auf „X“.
Erst im April hatte Adams seine erneute Kandidatur für die Wahl im November angekündigt, nachdem eine Korruptionsklage gegen ihn auf Druck von US-Präsident Donald Trump fallen gelassen worden war. Wegen seiner Annäherung an Trump ist Adams bei vielen New Yorkern in Ungnade gefallen. Die Chancen für seine Wiederwahl galten nach dem Skandal ohnehin als gering.
Noch im Rennen sind nun:
- Zohran Mamdani vom linken Flügel der Demokraten,
- der frühere demokratische Gouverneur des Bundesstaates New York, Andrew Cuomo, als unabhängiger Kandidat
- und der republikanische Kandidat Curtis Sliwa.
Zürich steht auf gegen laut
Ein Liberaler ist auch nur ein Konservativer, bei dem noch nie eingebrochen wurde: An dem Bonmot könnte was dran sein, fürchte ich. Auch wenn ich es so umformulieren würde: Ein Liberaler ist auch nur ein Despot, der noch nie von einem Laubbläser geweckt wurde.
Wenn in den ersten Herbsttagen diese Knatterdinger anfangen, die Nachbarschaft zu terrorisieren, erwachen in mir regelmäßig Fantasien von öffentlichen Laubbläserverbrennungen, Körperstrafen für Laubbläsernutzer und Lagerhaft für Laubbläserfabrikanten.
In der Schweiz, ansonsten ja eher für ihre freiheitliche Grundorientierung bekannt, scheint es ähnliche Reflexe zu geben. In Zürich wird der Einsatz von Laubbläsern und Laubsaugern künftig stark eingeschränkt. Dort sprachen sich bei einer Volksabstimmung 61,7 Prozent für restriktive Regeln aus. Benzinbetriebene Geräte sollen demnach ganz verboten und solche mit Elektromotor nur noch von Oktober bis Dezember geduldet werden.
Ich wünsche Ihnen einen ruhigen Wochenauftakt.
Herzliche Grüße,
Ihr
Christian Rickens