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Neuer „Schuldneratlas“Zahl der Überschuldeten steigt – 111.000 Fälle mehr als 2024

In den vergangenen Jahren ging die Überschuldung in Deutschland zurück, nun dreht sich der Trend ins Negative. Experten sehen dafür vor allem einen Grund. 14.11.2025 - 10:49 Uhr Artikel anhören
Trotz der Corona-Krise gibt es in Deutschland weniger überschuldete Menschen als in den Vorjahren. Foto: dpa

Berlin. Die Überschuldung in Deutschland hat erstmals seit 2018 wieder zugenommen. Laut dem neuen „Schuldneratlas“ der Wirtschaftsauskunftei Creditreform sind aktuell 5,67 Millionen Menschen ab 18 Jahren überschuldet – rund 111.000 oder zwei Prozent mehr als im Vorjahr. Als überschuldet gilt, wer seinen finanziellen Verpflichtungen dauerhaft nicht nachkommen kann.

„Nach Jahren multipler Krisen – Pandemie, Energiepreise, Inflation – sind Ersparnisse und Reserven vieler Verbraucher aufgezehrt“, sagte der Leiter der Creditreform-Wirtschaftsforschung, Patrik-Ludwig Hantzsch. So viele neue Überschuldungsfälle habe es zuletzt 2016 gegeben. 

Eine überdurchschnittlich starke Zunahme wird bei jungen Menschen unter 30 Jahren und bei Älteren über 60 beobachtet. Die Zahl überschuldeter Verbraucher stieg aber in fast allen sozialen Gruppen –auch bei Personen mit mittleren oder überdurchschnittlichen Einkommen. „Wir sehen mittlerweile viele, die eigentlich gut situiert sind, aber ihre finanzielle Belastbarkeit überschätzt haben“, so Hantzsch. In den vergangenen Jahren war die Überschuldung zurückgegangen.

Die höchsten Überschuldungsquoten in Deutschland haben Bremen (12,11 Prozent) und Sachsen-Anhalt (10,73 Prozent), die niedrigsten Bayern (6,05 Prozent) und Baden-Württemberg (6,88 Prozent). Bundesweit vorn sind die bayerischen Kreise Eichstätt (3,66 Prozent) und Erlangen-Höchstadt (3,85 Prozent). Schlusslichter sind die Städte Bremerhaven (18,33 Prozent), Gelsenkirchen (17,07 Prozent) und Pirmasens (16,86 Prozent). 

Die bundesweite Überschuldungsquote, also der Anteil überschuldeter Personen im Verhältnis zu allen Erwachsenen, erhöhte sich von 8,09 auf 8,16 Prozent. Die Experten unterscheiden „harte“ Fälle mit juristischer Relevanz wie Vollstreckungen, Inkassoverfahren und Haftbefehlen von „weichen“ wie anhaltenden Zahlungsstörungen. Für seinen „Schuldneratlas“ wertet Creditreform anonymisierte Daten anhand amtlicher Register, von Online-Händlern und weiteren Quellen aus.

dpa
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