Grönland: Dänemark verlegt Armeechef und weitere Soldaten nach Grönland
Düsseldorf. Die dänische Regierung verlegt aktuell weitere Soldaten nach Grönland, um die militärische Präsenz auf der Insel zu stärken. Das berichtet der öffentlich-rechtliche dänische Rundfunk (DR) unter Berufung auf das Verteidigungsministerium.
Unter den Soldaten ist demnach mit Peter Boysen auch ein hochrangiger Militär – Boysen ist der Befehlshaber des dänischen Heeres.
Wie viele Soldaten genau auf dem Weg in die westgrönländische Stadt Kangerlussuaq sind, wollte das Ministerium laut DR nicht mitteilen. Es handle sich aber um eine „signifikante Verstärkung“ der Truppenstärke.
Die Verlegung kommt unmittelbar nach der Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, zusätzliche Zölle gegen jene Staaten verhängen zu wollen, die in den vergangenen Tagen Soldaten an einer Nato-Erkundungsmission auf Grönland teilnehmen ließen. Neben Dänemark und Deutschland sind sechs weitere Länder betroffen.
Trump wollte sich in einem jüngsten Interview derweil nicht dazu äußern, ob er zur Übernahme Grönlands militärische Gewalt einsetzen würde. Auf die Frage, ob er Gewalt anwenden würde, um die zu Dänemark gehörende Insel in Besitz zu nehmen, antwortete Trump in einem kurzen Telefoninterview mit dem Sender NBC News: „Kein Kommentar“. Dies berichtete der Sender am Montag.
Auf die Frage, ob er seinen Zoll-Kurs durchziehen werde, sagte der US-Präsident dem Sender: „Ich werde – 100-prozentig.“ Europa sollte sich eher auf den Russland-Ukraine-Krieg fokussieren – nicht auf Grönland, fügte der Republikaner hinzu.
Der dänische Außenminister Lars Lokke betonte am Montag nach Beratungen mit seiner britischen Amtskollegin in London, dass Trumps harsches Vorgehen auf einem Missverständnis beruhe. Trump bewerte die Nato-Mission falsch. „Was wir in den letzten Tagen in Grönland getan haben, dient nicht dazu, den amerikanischen Präsidenten zu provozieren. Es dient vielmehr dazu, seinen Bedenken Rechnung zu tragen – ist die Sicherheit in der Arktis gewährleistet? Und je mehr dazu beitragen, desto besser”, sagt er.
Lokke sagte weiter, dass der britische Premierminister Keir Starmer sich deshalb auch an Trump gewandt habe, um ihm zu erklären, „was Sache ist“.
Mit Material der dpa