Immobilien: Wo „Tiger Women“ gerne einziehen
Hochhaus: In Zwölf Städten sollen ehemalige Bürogebäude nach den Bedürfnissen von Jobnomaden und anderen Großstadtbewohnern umgebaut werden.
Foto: PREin sonniger Tag in einem Düsseldorfer Straßencafé. Das Lokal kann man getrost als tantenhaft bezeichnen. Ältere Damen trinken ihren Kaffee klassisch, die Bedienung trägt weiße Schürze. Der Autor lädt häufig Gäste zum Interview an diesen Ort. Und das nicht ohne Grund. Das etwas steife, aus der Zeit gefallene Ambiente soll die Interviewpartner irritieren, ablenken und öffnen. Zuletzt saß hier der streitbare Axel Kleinlein, Deutschlands schärfster Versicherungskritiker. Er nahm kein Blatt vor den Mund.
Bei diesem Interview wäre eine solche Vorbereitung gar nicht nötig gewesen. Denn die Gäste redeten beinahe ohne Unterbrechung auf den Autor ein. Mit großer rhetorischer Energie entwickelten sie ein etwas schrilles Szenario des Wohnens in Zeiten, in denen Chefs ihren Mitarbeitern volle Flexibilität abverlangen und Partnerschaften nach Vorgabe des Jobs organisiert werden. Sie berichten über ein 300-Millionen-Euro-Immobilienprojekt. Dabei werden alte Hochhäuser in teure Mietwohnungen verwandelt – für Menschen, die eine lange Zeit ihres Tages im Büro arbeiten, um dann in einem ehemaligem Bürohaus zu leben.