1. Startseite
  2. Politik
  3. Deutschland
  4. Unfall, Amoklauf oder Anschlag?: Lastwagen rast in Weihnachtsmarkt – 12 Tote

Unfall, Amoklauf oder Anschlag?Lastwagen rast in Weihnachtsmarkt – 12 Tote

In Berlin fuhr ein Lastwagen auf einen Weihnachtsmarkt und verletzte Dutzende Menschen, zum Teil schwer. Mindestens 12 Menschen wurden getötet. Die Hintergründe der Tat liegen im Dunkeln. 20.12.2016 - 02:35 Uhr aktualisiert Artikel anhören

Die Polizei vermutet einen Anschlag hinter dem Unglück.

Foto: Reuters

Berlin. Ein Lastwagen ist am Montagabend auf einen Weihnachtsmarkt in Berlin gerast. Es gebe Dutzende Verletzte, zum Teil schwer Verletzte, so eine Sprecherin der Berliner Polizei. Die Anzahl der Toten erhöhte sich in der Nacht auf 12. Der Fahrer wurde festgenommen. Nach Polizeiangaben ist ein weiterer Verdächtiger tot. Über die Todesursache des Mannes, der als Beifahrer im Führerhaus des Lastwagens saß, ist zunächst nichts bekannt.

„Soeben ist ein LKW über den Gehweg am #Breitscheidplatz gefahren. Unsere Kolleg. melden Verletzte. Weitere Infos folgen hier“, teilte die Polizei auf Twitter mit. Ein Live-Video auf der Facebook-Seite der „Berliner Morgenpost“ zeigte zerstörte Buden auf dem Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche, zahlreiche Polizei-Fahrzeuge waren zu hören.

Der Lastwagen fuhr nach Polizeiangaben auf einer Strecke von 50 bis 80 Metern über den Markt zwischen den Ständen durch und verletzte dabei auch Menschen. Der Lastwagen kam auf der Budapester Straße zu stehen. Der Fahrer flüchtete zunächst Richtung Zoo. Der Sattelschlepper war vorne stark demoliert und nach dem Vorfall vor dem Hochhaus des Waldorf-Astoria-Hotels abgestellt.

Der Lastwagen hat ein polnisches Kennzeichen. Es handelt sich um einen Sattelschlepper mit sehr langem Auflieger, wie ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichtete. Nach Aussage des polnischen Spediteurs Ariel Zurawski, dem der Lastwagen gehört, gab es seit 16 Uhr keinen Kontakt mehr zu dem Fahrer, seinem Cousin. Seither sei dieser nicht ans Telefon gegangen, sagt er dem Sender TVN 24. Der Lkw habe Stahlgestelle aus Italien transportiert und am Dienstag in Berlin entladen werden sollen. Er gehe davon aus, dass der Lastwagen entführt worden sei.

Ein dpa-Fotograf berichtete weiter von Polizisten mit Maschinenpistolen am Löwentor des Zoos. Dutzende Rettungswagen und viele Polizeiwagen waren vor Ort. Das Gelände wurde abgesperrt, Passanten wurden nur noch vom Weihnachtsmarkt gelassen. Ob der Vorfall einen terroristischen Hintergrund hat, ist in der Nacht zum Dienstag völlig offen.

Die Polizei hatet die Bevölkerung zunächst aufgefordert, zu Hause zu bleiben und keine Gerüchte zu verbreiten. Auskünfte erhalten Angehörige und Betroffene unter der Telefonnummer +49(0)30-54023111. Augenzeugen sollen Fotos und Videos nicht auf sozialen Medien teilen, sondern der Polizei zur Verfügung stellen. Diese hat dafür eine Website eingerichtet: das Hinweisportal des BKA.

Laut Berlins Regierendem Bürgermeister Michael Müller (SPD) ist die Lage inzwischen unter Kontrolle. Der Regierungschef reagierte geschockt auf die Attacke. „Was wir hier sehen, ist dramatisch“, sagte Müller am Montagabend auf dem Breitscheidplatz. Seine Gedanken seien bei den Familien, die Tote oder Verletzte zu beklagen hätten.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ist in Kontakt mit Müller. Das teilte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montagabend über den Internetdienst Twitter mit. „Wir trauern um die Toten und hoffen, dass den vielen Verletzten geholfen werden kann“, schrieb Seibert weiter.

Das Landeskriminalamt hat die Ermittlungen vor Ort übernommen. Per Twitter teilte Bundesjustizminister Heiko Maas mit: „Der Generalbundesanwalt (Peter Frank) übernimmt den Fall.“

Der Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz gehört zu den Hauptattraktionen im vorweihnachtlichen Berlin. Der Schaustellerverband hatte zu Beginn des Markts in unmittelbarer Nähe des Kurfürstendamms im Stadtzentrum in diesem Jahr erneut rund eine Million Besucher erwartet. Er ist somit einer der meistbesuchten Weihnachtsmärkte in der Hauptstadt.

Verwandte Themen
Berlin
Michael Müller
Facebook
Deutschland

Der bereits im November eröffnete Weihnachtsmarkt befindet sich neben der Gedächtniskirche, einem der bekanntesten Wahrzeichen im alten West-Berlin. Nahe dem Bahnhof Zoo und dem berühmten Kaufhaus des Westens (Kadewe) gelegen, zieht er vor allem mit seinem großen illuminierten Baum zahlreiche Besucher aus aller Welt an. Er findet in diesem Jahr zum 33. Mal statt und ist einer von über 50 Weihnachtsmärkten in Berlin.

dpa, afp, rtr
Mehr zum Thema
Unsere Partner
Anzeige
remind.me
Jetziges Strom-/Gaspreistief nutzen, bevor die Preise wieder steigen
Anzeige
Homeday
Immobilienbewertung von Homeday - kostenlos, unverbindlich & schnell
Anzeige
IT Boltwise
Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik
Anzeige
Presseportal
Direkt hier lesen!
Anzeige
STELLENMARKT
Mit unserem Karriere-Portal den Traumjob finden
Anzeige
Expertentesten.de
Produktvergleich - schnell zum besten Produkt