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Russland-EU-BeziehungenSechs Firmen betroffen – EU verhängt Sanktionen gegen Erbauer der Krimbrücke

Wladimir Putin bekommt die Quittung für den Bau der Brücke zur Halbinsel Krim. Die EU sieht die territoriale Souveränität der Ukraine verletzt.Julia Buschmann 31.07.2018 - 12:02 Uhr aktualisiert Artikel anhören

Die Brücke verbindet die Halbinsel Krim mit dem russischen Festland.

Foto: dpa

Düsseldorf. Im Mai hatte Wladimir Putin die Krimbrücke – offiziell Kertsch-Brücke genannt – persönlich mit viel Brimborium und einer Fahrt im russischen Lastwagen „Kamaz“ eröffnet. Bereits damals wurde das Bauprojekt von Europas Politikern kritisiert – nun bekommt der Präsident auch die wirtschaftliche Quittung.

So hat die EU Sanktionen gegen sechs weitere russische Firmen verhängt, geht aus einem auf den 30. Juli datierten Dokument des Europäischen Rates hervor. Betroffen sind Firmen, die an dem Bau der Krimbrücke beteiligt waren.

Sanktioniert werden unter anderem die Firmen „Stroygazmontazh“ und „Mostotrest“, die beide dem russischen Milliardär Arkady Rotenberg gehören. Seine Unternehmen konnten den Löwenanteil der staatlichen Gelder für den Bau der Brücke auf sich ziehen.

Umstrittenes Bauprojekt

Putin eröffnet Krim-Brücke – „Ihr seid die besten Menschen und die besten Bauarbeiter“

Die EU begründet ihre Entscheidung mit der Wahrung der Souveränität der Ukraine: „Der Bau der Kertsch-Brücke ist ein weiterer Schritt, der die territoriale Integrität, Souveränität und Unabhängigkeit der Ukraine untergräbt“, heißt es in den Dokument. Der Bau sowie die Eröffnung der Brücke seien „symbolische Schritte Russlands“, die darauf abzielten, die illegal annektierte Krim sowie die Schwarzmeerstadt Sewastopol zu kontrollieren sowie die Ukraine weiter zu isolieren.

Im Rahmen der Strafmaßnahmen würden nun sämtliche Vermögenswerte der sechs Unternehmen in der EU eingefroren. Zudem dürften ihnen keine finanziellen Mittel mehr zur Verfügung gestellt werden.

Mit den jüngsten Sanktionen beläuft sich die Zahl der durch die EU sanktionierten russischen Unternehmen nun auf 44. Auch hat die EU 155 russischen Personen die Einreise verboten.

Als völkerrechtswidrig verurteilt

Russland hatte die Halbinsel Krim im März 2014 nach einem umstrittenen Referendum ins eigene Staatsgebiet aufgenommen. Der Westen verurteilt das Vorgehen allerdings als völkerrechtswidrig und sieht die Krim noch immer als Teil der Ukraine an.

Die rund 19 Kilometer lange Brücke über die Meerenge von Kertsch gilt als die längste Russlands und Europas. Sie ist strategisch vor allem deswegen wichtig, weil Russland bislang keine direkte Landverbindung auf die Krim hatte.

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