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CoronakriseDaimler verschiebt die Hauptversammlung – Dividende verzögert sich

Das für den 1. April geplante Aktionärstreffen des Autobauers in Berlin findet zunächst nicht statt. Das bremst auch den Wechsel im Aufsichtsrat aus.Franz Hubik 13.03.2020 - 18:02 Uhr

Der Autobauer verschiebt sein für April geplantes Aktionärstreffen.

Foto: dpa

München. Der Autobauer Daimler verschiebt wegen der Coronavirus-Epidemie sein für den 1. April geplantes Aktionärstreffen im Berliner Citycube. Nachdem die Gesundheitsverwaltung der Bundeshauptstadt am Mittwoch bekanntgab, Veranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern bis zum Ende der Osterferien zu untersagen, beschloss der achtköpfige Vorstand des Dax-Konzerns am Freitag, seine Hauptversammlung auf einen späteren Zeitpunkt zu vertagen.

„Die Gesundheit aller geht vor“, erklärte ein Unternehmenssprecher. Ein neuer Termin für das Aktionärstreffen, an dem in der Vergangenheit etwa 5000 Personen teilnahmen, steht noch nicht fest. Das Management strebe an, die Veranstaltung im Juli nachzuholen. „Alles andere wäre unverantwortlich“, hieß es in Konzernkreisen.

Theoretisch hätte Daimler bis Ende August Zeit, um das Aktionärstreffen nachzuholen. Zuvor hatte bereits der Dax-Konzern Continental seine Hauptversammlung verschoben.

Laut der Satzung des Fahrzeughersteller muss die Hauptversammlung binnen der ersten acht Monate des Kalenderjahres erfolgen, bei gewichtigen Gründen könnte diese Frist aber auch überzogen werden, hieß es in Konzernkreisen.

Mit der Verschiebung der Hauptversammlung sei „unvermeidbar eine entsprechende zeitliche Verschiebung des Gewinnverwendungsbeschlusses und der Dividendenauszahlung“ verbunden, teilte Daimler mit. Marc Tüngler, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) ist in diesem Punkt etwas anderer Meinung.

Der Grund: Anders als viele andere Dax-Konzerne ist der Daimler-Vorstand laut Satzung ermächtigt, auch einen Abschlag des Bilanzgewinns an die Aktionäre auszuzahlen. Dazu verpflichtet ist das Management aber nicht.

Daher fordert Tüngler: „Daimler muss die Möglichkeiten seiner Satzung jetzt ausschöpfen, damit die Aktionäre nicht den Kürzeren ziehen“. Daimler wollte für das Geschäftsjahr 2019 ursprünglich drei Tage nach seiner Hauptversammlung mehr als 960 Millionen Euro an seine Anteilseigner ausschütten.

Tüngler will, dass der Konzern an diesem Plan festhält – und statt der Dividende einfach einen Abschlag an seine Anteilseigner auszahlt. Daimler will die Dividende aber erst nach der Abhaltung der Hauptversammlung ausschütten.

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Sicher ist: Mit der Verschiebung der Hauptversammlung verzögert sich eine geplante Personalrochade. Konkret wird Paul Achleitner dem Aufsichtsrat des Autobauers einige Monate länger angehören als ursprünglich avisiert.

Der Österreicher, der den Kontrollrat der Deutschen Bank leitet, wollte Anfang April eigentlich nach zehn Jahren aus dem Aufsichtsrat von Daimler ausscheiden. Sein Nachrücker, Telekom-Chef Timotheus Höttges, muss sich jetzt aber noch ein wenig gedulden.

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