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Chinesischer KonzernSmartphonemarke Vivo startet in Europa – und will Huawei angreifen

Der nächste Anbieter aus China will sich auf dem europäischen Markt etablieren. Dabei hofft Vivo auch, die Probleme des Rivalen Huawei auszunutzen.Stephan Scheuer 21.10.2020 - 07:13 Uhr Artikel anhören

Der chinesische Hersteller fordert etablierten Marken wie Apple und Samsung heraus.

Foto: PR

Düsseldorf. Mit dem Düsseldorfer Medienhafen im Hintergrund kündigt der chinesische Smartphone-Hersteller Vivo seine Europa-Offensive an. Ein zentraler Satz der Auftaktveranstaltung fällt wenige Minuten nach dem Start: „Wir sind besonders stolz auf unsere gute Partnerschaft mit Google.“ Damit spricht die Vivo-Vertreterin einen zentralen Aspekt der Firmenstrategie an.

Die Firma nutzt zum Auftakt am Dienstag die Schwäche des chinesischen Rivalen Huawei, der aufgrund von US-Sanktionen seine neuen Geräte in Europa nicht mehr mit dem Google-Betriebssystem Android anbieten kann.

Selbst bei einem 1000 Euro teuren Smartphone können dann bei Huawei zentrale Anwendungen wie Google-Maps oder Youtube fehlen. Für Vivo gelten die Beschränkungen nicht - obwohl die Firma genau wie Huawei ihren Hauptsitz im südchinesischen Shenzhen hat.

Mit dem Vivo X51 5G hat die Firma ihr erstes Smartphone für den deutschen Markt mit einem Preis von 799 Euro angekündigt. Für das Gerät warben die Vivo-Manager besonders mit einer hochauflösenden Kamera mit 48 Megapixeln Auflösung und einem integrierten Bildstabilisator.

Der Smartphone-Markt in Europa befindet sich im Umbruch. In diesem Jahr ist der moderne Mobilfunkstandard 5G erstmals für Millionen von Nutzern verfügbar. In Deutschland verspricht die Deutsche Telekom, bereits mehr als die Hälfte der Bevölkerung mit dem neuen Netz zu versorgen. Auch die Rivalen Vodafone und Telefónica (Marke O2) haben ihre 5G-Netze live geschaltet. Wer davon profitieren will, braucht moderne Smartphones.

Den Umbruch haben gleich mehrere chinesische Hersteller für eine Offensive in Europa genutzt. Den Auftakt machte die Marke Oppo, die in Düsseldorf ein Büro eröffnete. Vergangenes Jahr folgte Xiaomi mit einem Düsseldorf Büro und einem Flagshipstore. Nun zieht auch Vivo nach.

Alle Marken hoffen, von der Schwäche von Huawei zu profitieren. Pikant daran: Huawei hat nur wenige Kilometer von den chinesischen Rivalen entfernt ebenfalls in Düsseldorf seine Europazentrale.

Chinesische Rivalen von Huawei

Der neue Fokus auf Europa und Deutschland hat sich bereits für Oppo und Xiaomi ausgezahlt. Während im zweiten Quartal 2020 der Smartphone-Markt in Europa aufgrund der Corona-Pandemie um 24 Prozent zurückging, konnten besonders die chinesischen Angreifer profitieren. Das geht aus Zahlen des Analysehauses Counterpoint Research hervor. Demnach verzeichnete Xiaomi in dem Zeitraum ein massives Wachstum von 55 Prozent, Oppo immerhin noch von 44 Prozent.

Die Experten von Counterpoint vermuten, dass die beiden Firmen von den Schwierigkeiten von Huawei profitierten. „Mit attraktiven Funktionen und erschwinglichen Preisen gelang es ihnen, potenzielle Huawei-Nutzer abzuwerben“, meinte Analyst Abhilash Kumar.

Im zweiten Quartal 2019 wies Counterpoint den Marktanteil von Huawei in Europa noch mit 22 Prozent aus. Im zweiten Quartal 2020 lag der Anteil hingegen nur noch bei 16 Prozent. Damit liegt Huawei zwar weiter auf dem dritten Platz hinter Samsung und Apple. Xiaomi landet jedoch mit einem Marktanteil von 13 Prozent nur noch knapp hinter Huawei. Schon im laufenden Quartal könnte der Angreifer Huawei auf den vierten Platz verweisen.

Nachdem es in der Vergangenheit mehrfach Kritik am Datenschutz bei chinesischen Herstellern gegeben hatte, verspricht Vivo ein besseres Vorgehen. „Für uns steht der Schutz der Daten unserer Nutzer an erster Stelle“, sagte eine Pressesprecherin bei der Auftaktveranstaltung. Die Firma setze alle Vorgaben der europäischen Datenschutz-Grundverordnung voll um.

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In China war es Vivo gelungen, sich mit einem fokussierten Produktportfolio als starke Marke zu etablieren. Die Geräte von Vivo sind in der Volksrepublik vor allem für ihre guten Kameras bekannt. Ob das auch Kunden in Deutschland überzeugt, werden die nächsten Monate zeigen.

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