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Nach BetrugsvorwürfenWolfgang Grenke will Finanzinvestor Fraser Perring nicht verklagen

Fraser Perring hatte der Grenke AG Betrug vorgeworfen und auf einen Absturz der Aktie gewettet. Der Firmengründer will aber auf eine Klage verzichten.René Bender und Jan Mallien 06.12.2020 - 15:43 Uhr Artikel anhören

Der Unternehmenssitz in Baden-Baden.

Foto: Bloomberg

Frankfurt. Wolfgang Grenke, der Gründer der Leasingfirma Grenke, will auf eine Klage gegen den britischen Finanzinvestor Fraser Perring verzichten. Dieser hatte über das von ihm gesteuerte Analysehaus Viceroy Research dem Konzern Betrug, Geldwäsche und Bilanzfälschung vorgeworfen. Er sehe keinen Sinn darin, gutes Geld schlechtem hinterherzuwerfen, sagte Grenke der Börsen-Zeitung. „Ich bezweifle, ob über eine Klage bei Perring und Viceroy etwas zu holen wäre.“ Viceroy Research mit Sitz in Delaware in den USA.

Einige der Vorwürfe konnte Grenke schnell entkräften, zu anderen Punkten laufen derzeit verschiedene Sonderprüfungen. Zum einen geht die Finanzaufsicht Bafin den Vorwürfen Perrings nach, aber auch Grenke gab Sonderprüfungen in Auftrag. Unter anderem hatte Perring das Franchisesystem der Grenke AG für die Expansion ins Ausland kritisiert, das bisher von einer zwischengeschalteten Firma finanziert wird. Grenke hat inzwischen angekündigt, das Konstrukt zu ändern und die Franchisefirmen wieder in den Konzern zu integrieren.

Gegenüber der Börsen-Zeitung bestätige Wolfgang Grenke, dass dadurch Verluste zu erwarten seien. Diese bewegten sich aber in „erträglicher Größenordnung“. Der Unternehmensgründer lässt derzeit sein Mandat als stellvertretender Aufsichtsratschef der Grenke AG ruhen, geht aber davon aus, in das Gremium zurückzukehren.

Voraussetzung dafür wäre, dass die von der Grenke AG eingesetzten Gutachter KPMG sowie Warth & Klein Grant Thornton die Vorwürfe gegen ihn und die Firma entkräften. „Sofern alle Anschuldigungen widerlegt werden, sehe ich keinen Grund, mein Aufsichtsratsmandat nicht wieder aufzunehmen“, sagte Grenke.

Seit Fraser Parring die Vorwürfe öffentlich gemacht hat, ist die Grenke-Aktie um rund 30 Prozent eingebrochen. In der vergangenen Woche verkündete die Deutsche Börse, dass die Grenke-Aktie aus dem Nebenwerte-Index MDax in den kleineren SDax absteigt.

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