Christian Ulbrich im Interview: Post-Corona-Ära: „Die Côte d’Azur wird ein Arbeitsort werden, Mallorca auch“
„Durch Remote Working kann man eben arbeiten, von wo man will“, sagt Christian Ulbrich.
Foto: Photodisc/Getty ImagesDüsseldorf. Als Präsident des weltweit tätigen Immobiliendienstleisters JLL ist Christian Ulbrich normalerweise unterwegs in den internationalen Metropolen. Doch die Coronakrise hat das geändert – und so führt der Manager das Gespräch mit dem Handelsblatt über eine Videoschalte aus seinem Haus im Speckgürtel von Frankfurt.
Herr Ulbrich, wird es in Zukunft noch große Metropolen geben?
Ja. Menschen wollen gern in urbanen Zentren leben. Menschen sind soziale Wesen, welche die Interaktion schätzen, sie wollen kulturelle Angebote und vieles mehr, was sie in urbanen Gegenden vorfinden.
Aus London sind erstmals seit 30 Jahren Menschen weggezogen. Hat Corona den Stellenwert von Metropolen verändert?
Nicht langfristig. Die Pandemie hat uns vor Augen geführt, wie verwundbar wir sind als Gesellschaft, aber auch, dass man im urbanen Bereich damit besser umgehen kann als im ländlichen Bereich. Viele Menschen haben erfahren, was es bedeutet, wenn man kein Krankenhaus, keine qualifizierten Ärzte in der Nähe hat. Der Trend der Urbanisierung, den es seit Dekaden gibt, wird sich durch Covid nicht wesentlich ändern. Aber wir müssen Urbanität neu definieren.