Venezuela: Nobelpreisträgerin Machado erzielt keine Erfolge mit Trump
Washington. Die venezolanische Oppositionsführerin María Corina Machado hat am Donnerstag US-Präsident Donald Trump bei ihrem Treffen in Washington ihren Friedensnobelpreis angeboten. „Ich habe dem Präsidenten der Vereinigten Staaten die Medaille, den Friedensnobelpreis, überreicht“, sagte die 58-Jährige in einem kurzen Statement vor Reportern am Nachmittag.
Ob Trump die Auszeichnung akzeptierte oder wie seine Reaktion ausfiel, darüber sagte Machado nichts. Das Weiße Haus schwieg über das Ergebnis oder den Ablauf des Treffens. Es war das erste Mal, dass sich Machado und Trump persönlich begegnet sind. Die Erwartungen an das Gespräch waren im Vorfeld gering.
Wie die Sprecherin Trumps, Karoline Leavitt, bei einer Pressekonferenz ungefähr zum Zeitpunkt des Gesprächs sagte, sieht der US-Präsident Machado weiterhin nicht als Erfolg versprechende Nachfolgerin des gestürzten Staatschefs Nicolás Maduro. Die Frage, ob Trump es nach wie vor für schwierig für Machado halte, Venezuela zu führen, weil ihr die Unterstützung und der Respekt in dem Land fehlten, bejahte sie.
Es handele sich dabei um eine „realistische Einschätzung“, die darauf basiere, was Trump von seinen Beratern und seinem nationalen Sicherheitsteam gelesen und gehört habe. Zum jetzigen Zeitpunkt habe sich seine Meinung nicht geändert, sagte Leavitt.
Am Tag vor dem Treffen mit Machado hatte Trump mit der geschäftsführenden venezolanischen Präsidentin Delcy Rodríguez telefoniert. Rodríguez ist eine treue Anhängerin Maduros, unter dem sie Vizepräsidentin und Ölministerin des Landes war. Beobachter halten es für bemerkenswert, dass Trump auf die 56-Jährige für die Führung des Landes setzt, nachdem er Maduro Anfang Januar gewaltsam aus seinem Amt entfernen ließ. Denn unter Rodríguez dürfte es keinen inhaltlichen Politikwechsel in Venezuela geben.
„Sehr gutes“ Gespräch mit Rodríguez
Trump bekräftigte in dem Telefonat mit Rodríguez noch einmal seine Unterstützung für sie. Er habe ein „sehr gutes“ Gespräch mit ihr gehabt, schrieb er im Anschluss auf der Social-Media-Plattform Truth Social. Es seien viele Themen diskutiert worden, darunter Öl, Mineralien, Handel und die nationale Sicherheit. „Diese Partnerschaft zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika und Venezuela wird für alle Beteiligten spektakulär sein.“
Im Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters sagte Trump, dass Rodríguez bislang sehr umgänglich gewesen sei. Mit Blick auf das geplante Gespräch mit Machado hatte Trump hingegen die Erwartungen schon im Vorfeld gedämpft: „Wir werden nur über die Grundlagen reden“, sagte er.
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Schon nachdem die USA den venezolanischen Präsidenten Maduro Anfang Januar entführt hatten, äußerte sich der US-Präsident skeptisch über die Friedensnobelpreisträgerin. „Ich glaube, es wäre sehr schwer für sie, die Führung zu übernehmen“, sagte Trump bei einer Pressekonferenz. „Sie hat weder die Unterstützung noch den Respekt innerhalb des Landes. Sie ist eine sehr nette Frau, aber sie hat nicht den Rückhalt.“
Beobachter vermuten, dass Trump auch verärgert ist, dass Machado im Oktober den Friedensnobelpreis erhalten hat und nicht er. Er hatte wiederholt seinen Anspruch auf die Auszeichnung betont.
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Machado hatte schon bei ihrer Dankesrede im Dezember in Oslo den Preis Trump gewidmet und ihm seitdem immer wieder geschmeichelt und angekündigt, den Preis mit ihm zu teilen. Das Nobelinstitut in Oslo hatte allerdings in der vergangenen Woche darauf verwiesen, dass ein Nobelpreis „weder widerrufen, geteilt noch auf andere übertragen werden“ kann.
Rodríguez mit Kontakt in die Ölindustrie
Genützt hat die Charmeoffensive Machado bislang ohnehin wenig. Und selbst die Überreichung des Preises am Donnerstag konnte Trump offenbar nicht umstimmen.
Das könnte auch daran liegen, dass Rodríguez über bessere Kontakte in die Ölindustrie verfügt. Der US-Präsident hatte den Zugang zu den massiven Ölreserven in dem Land zur Priorität erklärt.
„Wir werden unsere sehr großen US-amerikanischen Ölkonzerne – die größten weltweit – dazu veranlassen, Milliarden von Dollar zu investieren, um die stark beschädigte Infrastruktur, die Ölinfrastruktur, zu reparieren“, hatte Trump kurz nach der Gefangennahme von Maduro gesagt.
Die USA haben offenbar bereits mit dem Verkauf von venezolanischem Öl auf Grundlage eines neuen Abkommens mit dem Land begonnen. Die Einnahmen aus den ersten Transaktionen im Wert von rund 500 Millionen Dollar würden auf von der US-Regierung kontrollierten Bankkonten verwahrt, sagte ein Insider laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters.
Mit Agenturmaterial.