Insight Innovation: CO2-Speicherung erlebt weltweit einen Durchbruch – Deutschland wehrt sich noch
Auf der Technologie ruhen viele Hoffnungen, sie stößt aber bei Klimaschützern auf Skepsis.
Foto: Julius Brauckmann, Getty Images, Reuters, Climeworks PRDüsseldorf. Die gesamten industriellen CO2-Emissionen Europas der nächsten 30 Jahre: So viel passt allein in den Kohlendioxid-Speicher vor der Westküste Norwegens. Hier könnte in 2600 Metern Tiefe das schädliche Treibhausgas in den Sandstein gepresst werden.
Die ersten Anfänge sind gemacht. In knapp drei Jahren sollen dort 1,5 Millionen Tonnen Kohlendioxid eingelagert werden. Hinter dem norwegischen Northern Lights-Projekt stehen die Energiekonzerne Equinor, Shell und Total.
Die Technologie nennt sich Carbon Capture and Storage (CCS) – also die Abspaltung und Speicherung von CO2-Emissionen. Die stößt bei vielen Klimaschützern auf Skepsis, vor allem in Deutschland. Robert Habeck, Parteichef der Grünen, hält sie für „die falsche Strategie“.
Sein Argument: Die Diskussion um CCS würde vor allem von denjenigen geführt, „die es mit einem schnellen Ausstieg aus den Fossilen doch nicht ernst meinen“. Nötig sei es vielmehr, „radikal weniger“ CO2 zu produzieren.
Die Argumentation ist nachvollziehbar. Allerdings: Viele Experten sehen CCS als unabdingbare Technologie, um die globale Erwärmung unter 1,5 Grad zu halten. In seinem Sonderbericht 2018 stellte der Weltklimarat (IPCC) fest, dass das Ziel des Pariser Klimaabkommens mit CO2-Einsparungen allein kaum erreichbar sei.