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  4. Powell: Fed sieht sich mit nie dagewesenem Inflationsphänomen konfrontiert

GeldpolitikFed-Chef Powell hatte nicht mit so starkem Inflationsanstieg gerechnet

Der Chef der US-Notenbank hat am Donnerstag eingeräumt, von der starken Inflation überrascht worden zu sein. Er hält jedoch weiter an der Ansicht fest, dass sie nur vorübergehend ist. 16.07.2021 - 08:22 Uhr aktualisiert Artikel anhören

An der ultralockeren Geldpolitik will er weiterhin festhalten.

Foto: AP

Washington. Der mit der Wiedereröffnung der US-Wirtschaft nach der Corona-Krise verbundene Inflationsschub hat die Notenbank Fed offenbar kalt erwischt. Bei einer Anhörung im US-Senat räumte Fed-Chef Jerome Powell am Donnerstag ein, dass diese historisch betrachtet „einmalige“ Teuerung höher ausgefallen sei als die Fed „oder irgendjemand“ erwartet hätte.

Sie gehe nicht wie in früheren Konjunkturphasen mit einem heiß laufenden Arbeitsmarkt einher. Vielmehr sei mit der Wiedereröffnung „ein Schock durch das System gegangen“ und habe die Teuerung weit über die von der Fed angestrebte Zwei-Prozent-Marke getrieben: „Natürlich sehen wir das nicht entspannt.“

Powell zeigte sich am Donnerstag offener für die Möglichkeit, dass die derzeitigen Preissteigerungen nicht nur ein vorübergehendes Phänomen sein könnten. Am Vortag hatte Powell im Repräsentantenhaus vor allem auf seinen bisherigen Standpunkt beharrt, dass die Teuerungsraten demnächst wieder abflauen würden und die Fed daher nicht vorschnell eingreifen sollte.

Die Verbraucherpreise waren im Juni überraschend kräftig um 5,4 Prozent zum Vorjahr gestiegen und hatten Spekulationen auf eine vorzeitige Zinswende genährt. Solange sich die Inflation als vorübergehend erweise, verbiete sich eine Reaktion darauf, betonte Powell. Doch wenn sie sich wider Erwarten länger hinziehen sollte, müssten die Risiken weiter bewertet werden – insbesondere mit Blick auf die Inflationserwartungen.

Die Fed fördere mit ihrer Geldpolitik die Konjunktur. Dies werde auch „geraume Zeit“ so bleiben, selbst wenn die Notenbank letztlich ihre Anleihenkäufe herunterfahren sollte und auch nach einer Zinserhöhung.

Powell hatte am Vortag im Repräsentantenhaus bekräftigt, dass die hohe Inflationsrate vorübergehend sei und „in den kommenden Monaten“ nachgeben werde. Außerdem sei der Arbeitsmarkt noch „ein ganzes Stück“ von dem Niveau entfernt, ab dem die Zentralbank die geldpolitische Unterstützung für die Wirtschaft zurückfahren werde.

Dennoch werde sich die Fed Ende Juli mit dem Abschmelzen der Käufe beschäftigen. Die Fed unterstützt die von der Corona-Krise getroffene Wirtschaft mit dem Ankauf von Staatsanleihen und Hypothekenpapieren (MBS) in Höhe von monatlich 120 Milliarden Dollar. Sie will daran so lange festhalten, bis substanzielle Fortschritte bei der Preisstabilität und am Arbeitsmarkt erreicht sind.

US-Finanzministerin Janet Yellen bekräftigte in einem Radio-Interview am Donnerstag, dass die derzeit erhöhte Inflation nur vorübergehend sein werde. Jedoch müsse die Preisbeschleunigung sehr sorgfältig beobachtet werden, sagte Yellen dem „National Public Radio“. Die Inflation werde nicht bereits im nächsten Monat verschwinden. Mittelfristig dürfte dies jedoch der Fall sein.

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Yellen drückte zudem ihre Sorgen mit Blick auf den Häusermarkt aus. In einem Interview mit „CNBC“ sagte sie, dass Familien, die erstmals eine Immobilie erwerben wollten, angesichts hoher Preise Druck ausgesetzt seien. Der Kongress werde sich Pläne der Regierung unter Präsident Joe Biden anschauen, das Angebot von erschwinglichen Immobilien zu erhöhen.

Zudem lobte sie die US-Notenbank. Sie habe Respekt vor der Federal Reserve. Außerdem sei es wichtig, dass diese unabhängige Entscheidungen treffen könne. „Ich denke, dass die Fed einen guten Job gemacht hat“.

rtr, asd
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