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KGV von AktienDarum ist das Kurs-Gewinn-Verhältnis für Anleger so wichtig

Für Investorenstars wie Warren Buffett oder Benjamin Graham war es bei der Anlage entscheidend: das KGV. Doch was bedeutet die Kennziffer? Eine Erläuterung.Nils Buske 13.10.2025 - 13:47 Uhr Artikel anhören

Das KGV von Aktien gilt als wichtiger Indikator. 

Foto: Andreas Arnold/dpa

Düsseldorf. Um ein Investment in überbewertete Aktien zu vermeiden, orientieren sich Anleger an verschiedenen Kennziffern. Eine davon ist das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV). Sie zeigt an, ob eine Aktie potentiell über- oder unterbewertet ist.

KGV: Bedeutung und Definition

Das KGV gehört zu den meistbeachteten Kennzahlen am Aktienmarkt. Grundsätzlich gilt: je niedriger das KGV, desto preisgünstiger und attraktiver ist die Aktie. Denn das KGV gibt an, in wie viel Jahren – bei konstanten Unternehmensgewinnen – Anleger den Wert erhalten, den sie für die Aktie bezahlt haben. Oder anders: Das KGV misst die Anzahl der Jahre, in denen das Unternehmen seinen aktuellen Börsenwert verdienen würde.

Dabei kann das KGV sowohl für einzelne Aktien als auch für spezielle Branchen oder einen gesamten Markt ermittelt werden. So bewegte sich der Dax beispielsweise in den vergangenen Jahren im Mittel bei einem KGV-Wert von 14. Zum Vergleich: Das KGV des US-Index S&P 500 liegt bei knapp 30. 

Das KGV von Aktien berechnen

Die Formel des Kurs-Gewinn-Verhältnisses folgt einem simplen Prinzip: Der Aktienkurs eines Unternehmens wird ins Verhältnis zum Gewinn pro Aktie gesetzt. Je nachdem, ob ein Durchschnittskurs oder bestimmte Tageskurse für die Berechnung herangezogen werden, kann das KGV variieren.

Auf Seiten des Gewinns kann das Kurs-Gewinn-Verhältnis, auf englisch Price-Earnings-Ratio, in die Zukunft schauen. So können Gewinnschätzungen für zukünftige Finanzperioden als Berechnungsgrundlage herangezogen werden. Erstere beruhen auf den Prognosen von Analysten und bleiben dementsprechend tendenziell. 

Da Börsen die Zukunft handeln, ist es grundsätzlich sinnvoller, prognostizierte Gewinne anstelle von vergangenen Überschüssen zu betrachten. Letztere dienen eher dem historischen Vergleich. 

So wird das KGV berechnet - Beispiel Tesla

Tesla verzeichnete 2024 einen Jahresgewinn von 7,15 Milliarden US-Dollar, was einem Gewinn pro Aktie von 2,04 US-Dollar (USD) entspricht. Nach Börsenschluss notierte die Aktie am 31. Dezember 2024 bei 403,84 USD. Daraus errechnet sich ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 198. Anleger hätten demnach für eine Tesla-Aktie mehr als das 198-Fache des Gewinns bezahlt.

Größen dieser Ordnung wecken schnell den Verdacht einer Überbewertung der Aktie. Einigen Analysten zufolge mag das im Fall von Tesla auch stimmen. Doch genau an der Stelle ist Vorsicht geboten.

Zwar wirkt die Kennziffer erst einmal abschreckend, allerdings gehen viele Analysten nach wie vor von starken Wachstums- und Gewinnperspektiven des Unternehmens aus. Ob die hohe Bewertung gerechtfertigt ist oder nicht, wird sich zwangsläufig erst in Zukunft zeigen. Günstig ist die Tesla-Aktie jedoch nicht.

Was ist ein gutes KGV?

Eine für sich alleine genommene Kennzahl hat unzureichende Aussagekraft. Das gilt auch für das KGV. Letzteres sollte nicht nur ergänzend zu weiteren Kennzahlen eines Unternehmens betrachtet werden, sondern vor allem auch in seiner historischen Entwicklung sowie im Branchenkontext. Ein guter KGV-Wert lässt sich nicht pauschalisieren. 

Vertreter der Pharmaindustrie verzeichnen grundsätzlich andere Kurs-Gewinn-Verhältnisse als Unternehmen aus dem Bereich der Finanztechnologie. In Deutschland zählen die Automobilhersteller wie die Mercedes-Benz Group mit zumeist einstelligen KGVs zu den Spitzenreitern. 

Ob ein KGV als günstig gilt, hängt ebenfalls von der Stimmung der Anleger ab. In Krisenzeiten kann auch ein KGV von 14 als teuer empfunden werden.

Anlagestrategien auf Basis des KGV

Ohne Zweifel: Eine gesamte Anlagestrategie auf eine einzige Kennzahl auszurichten, ist zu kurz gegriffen. Nichtsdestotrotz verfolgten Börsengrößen wie Warren Buffet Jahrzehnte lang die Devise, Gewinn durch den Einkauf günstiger Papiere zu generieren – in der Regel wiesen die Aktien einen KGV von unter 15 auf.

Ergänzend dazu zeichnete sich der Großteil der Aktien durch eine hohe Dividendenrendite aus. Die Kombination aus niedrigem KGV und hoher Dividendenrendite sollte mögliche Verluste begrenzen, die bei konjunkturellen Rückgängen entstehen. 

Da der Unternehmensgewinn auf dem Papier durch legale Finanzierungstricks jedoch leicht zu justieren ist – und damit auch das KGV – sind für den langfristigen Börsenerfolg fundierte Profitabilitätsanalysen und Unternehmensbewertungen wichtig.

So bleibt das Kurs-Gewinn-Verhältnis eine Kennzahl mit limitierter Aussagekraft – und sollte stets um weitere Größen ergänzt werden. 

KGV in Abgrenzung zu anderen Kennzahlen

Alternativ zum Kurs-Gewinn-Verhältnis lässt sich das Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV) ermitteln, indem die Marktkapitalisierung eines Unternehmens mit dessen Jahresumsatz ins Verhältnis gesetzt wird. Die Berechnung bietet sich an, sollte ein Unternehmen noch nicht profitabel sein und keinen Gewinn erzielen.

Das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) dagegen liegt auf Augenhöhe mit dem KGV. Ersteres misst das Verhältnis des Aktienkurses zum aktuellen Buchwert pro Aktie. Als Buchwert gilt das in der Bilanz ausgewiesene Eigenkapital. Auch hier: je höher das KBV, desto höher die Bewertung der Aktie.

Letztendlich können Anleger auch das Kurs-Cashflow-Verhältnis (KCV) berechnen. Die liquiditätsorientierte Kennzahl hat im Vergleich zum KGV den Vorteil, dass der (operative) Cashflow eines Unternehmens deutlich objektiver ist als der Gewinn.  

Vor- und Nachteile vom KGV in der Übersicht

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Pro KGV Kontra KGV
Einfache Berechnung Ungenaue Gewinnangaben und subjektive Analystenprognosen als Einflussgrößen
Schneller Einblick in potentiell über- oder unterbewertete Aktien Keine branchenübergreifende Vergleichbarkeit
Keine Aussagekraft bei Unternehmen mit hohen Investitionen und geringem Gewinn

Dieser Artikel erschien bereits im September 2021. Der Artikel wurde zuletzt am 13.10.2025 geprüft und mit leichten Anpassungen aktualisiert.

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