Managementexperte im Interview: Reinhard Sprenger zu New Work: „Führungskräfte werden Widerspruchs-Akrobaten“
Glaubensbekenntnisse gehören in die Kirche. Davon ist Reinhard Sprenger mit Blick auf die wachsende Schar der New-Work-Jünger überzeugt. Doch im Kern stimmt der Management-Autor ihnen zu: Ein Wandel der Unternehmern sei nötig, um auf Marktanforderungen zu reagieren.
Herr Sprenger, macht „New Work“ Führungskräfte überflüssig?
Tatsächlich geht es um sehr viel mehr als nur um neue Formen der Zusammenarbeit, die womöglich einige Führungskräfte den Job kosten könnten.
Um was denn genau?
Es geht um die grundlegende Erkenntnis, dass Unternehmen ihre Arbeitsorganisation und Führungsstruktur verändern müssen, weil die Marktdynamik sie dazu zwingt.
Weil sich Kundenwünsche ändern, neue Konkurrenz entsteht und Vertriebskanäle wegbrechen, sollen Unternehmen auch gleich noch ihre bewährte Hierarchie abschaffen? Droht dann nicht das Chaos?
Die Zeit der Eindeutigkeit und der klaren Ansagen geht dem Ende entgegen. Wer das versteht, ist offen für Lösungsideen außerhalb der Linienorganisation. Und erweitert so seinen Spielraum, um neue Antworten auf die von Ihnen genannten Herausforderungen zu finden. Vor allem aber reagiert er auf die explodierende asiatische Leistungsfähigkeit, die hierzulande immer noch nicht begriffen ist.