Morning Briefing: Alle Macht für Friedrich Merz
Guten Morgen liebe Leserinnen und Leser,
es läuft für Friedrich Merz, den neuen Chef der geschundenen CDU. Was kann einem Oppositionsführer Besseres passieren, als von der Außenministerin für „markige Sprüche“ gerügt zu werden? Gestern hatte Merz Kanzler Olaf Scholz im Bundestag mentale Abwesenheit vorgeworfen: „Sie führen nicht, weder in Deutschland noch in Europa.“ Nach all ihren laschen Stunden genoss die Unionsfraktion einen rhetorisch so starken Auftritt.
Vielleicht wurde dem etwas hölzernen Parteifreund Ralph Brinkhaus da klar, dass er als Fraktionschef weichen muss. Dazu kam es im Vier-Augen-Gespräch. Merz übernimmt schon im Februar. Am meisten freut sich die Union über einen Wechsel ganz ohne Schmutzeleien. Eine Wiederholung des Intrigenstadls rund um die Kanzlerkandidatur war für die meisten eine Horrorvorstellung.
Bei geopolitischen Auseinandersetzungen wie der um die Ukraine entscheidet nicht Lautstärke, sondern Gedankenstärke. Am Ende zählt, wer nach dem Wortgeklingel noch mit wem paktieren kann. Als Kollateralschaden zeichnet sich aktuell ab, dass China näher an Russland rückt.