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RückversicherungTrotz Naturkatastrophen und Coronakrise: Hannover Rück erzielt Milliardengewinn

In diesem Jahr peilt der Rückversicherer dank steigender Preise eine weitere Gewinnsteigerung an. Dennoch gibt die Aktie am Donnerstag zunächst nach.Susanne Schier 03.02.2022 - 09:52 Uhr aktualisiert Artikel anhören

Wegen der Großschäden aus Naturkatastrophen hatte der Konzern im vergangenen Jahr höhere Rückversicherungspreise vorausgesagt.

Foto: Handelsblatt

Frankfurt. Der weltweit drittgrößte Rückversicherer Hannover Rück meldet für das Jahr 2021 einen Milliardengewinn, der am oberen Ende der eigenen Prognose liegt. Zugleich blickt der Konzern aufgrund der jüngsten Preiserhöhungen zum 1. Januar positiv auf das laufende Jahr.

Nach vorläufigen Zahlen verdiente das im MDax notierte Unternehmen im Jahr 2021 unter dem Strich 1,23 Milliarden Euro, nach 883 Millionen Euro im von der Coronakrise stark belasteten Vorjahr. Die Bruttoprämie stieg währungskursbereinigt um 12,8 Prozent auf 27,8 Milliarden Euro.

Für dieses Jahr peilt die Talanx-Tochter eine weitere Steigerung des Nettokonzerngewinns auf 1,4 Milliarden bis 1,5 Milliarden Euro an. Die Bruttoprämie soll mindestens um fünf Prozent wachsen.

Details zur Dividende für das Jahr 2021 gab es am Donnerstag noch nicht. Vorstandschef Jean-Jacques Henchoz sagte in einer Telefonkonferenz lediglich, dass die Zahlung einer Sonderdividende sehr wahrscheinlich sei.

Beim Investorentag hatte sich der Rückversicherer zuletzt das Ziel gesetzt, die Basisdividende künftig immer mindestens auf Vorjahresniveau zu halten. Zugleich sei eine Sonderdividende möglich, wenn die Kapitalausstattung den Kapitalbedarf für künftiges Wachstum übersteigt und das Gewinnziel erreicht wird. 

Zahlung einer Sonderdividende ist wahrscheinlich

Laut dem Datenanbieter Bloomberg rechnen die Analysten im Schnitt mit einer konstanten Basisdividende von 4,50 Euro je Aktie und einer Sonderdividende von 1,50 Euro. Beim aktuellen Aktienkurs entspräche das einer Dividendenrendite von über drei Prozent.

Nach der Zahlenveröffentlichung verlor die Aktie am Donnerstagvormittag allerdings zeitweise mehr als drei Prozent. Jefferies-Analyst Philip Kett bezeichnete den Rückversicherer dennoch als einen der verlässlichsten. Er behielt seine Kaufempfehlung und sein Kursziel von 205 Euro für die Aktie bei. Damit ist er deutlich optimistischer als seine Kollegen. Im Schnitt liegt das Kursziel der Analysten nur bei knapp 167 Euro – und damit unter dem aktuellen Kurs.

Das Netto-Großschadenbudget für das laufende Jahr hat Hannover Rück unterdessen von 1,3 Milliarden auf 1,4 Milliarden Euro erhöht. Als Gründe nannte Hannover Rück unter anderem das Wachstum des Geschäfts, aber auch schwierigere Verhandlungen bei der Weitergabe von Rückversicherungsrisiken an andere Versicherer – auch Retrozession genannt. Da man Risiken zum Teil selbst behalten habe, könnten auch die Nettoschäden steigen.

In der Schaden-Rückversicherung konnte Hannover Rück beim zum Jahreswechsel erneuerten Geschäft – auf inflations- und risikoadjustierter Basis – einen durchschnittlichen Preisanstieg von 4,1 Prozent erzielen. Laut Vorstandschef Henchoz setzte der Rückversicherer das fünfte Jahr in Folge höhere Preise durch. Haupttreiber für die Preisentwicklung seien neben hohen Schäden aus Naturkatastrophen, insbesondere in Europa und Nordamerika, auch das niedrigere Zinsumfeld und die deutlich gestiegenen Inflationsraten gewesen.

Höheres Prämienvolumen im Naturkatastrophengeschäft

Das erneuerte Prämienvolumen lag bei rund 8,5 Milliarden Euro und damit 8,3 Prozent über dem Vorjahr. Besonders deutlich stieg das Prämienvolumen im Naturkatastrophengeschäft mit einem Plus von 25 Prozent. Nach der verheerenden Flutkatastrophe in Deutschland und extremen Kältewellen, Wirbelstürmen und Tornados in Nordamerika war die Nachfrage nach Rückversicherungsschutz hier offenbar besonders hoch. Aufgrund der hohen Schadenbelastung kam es bei der Vertragserneuerung in diesem Segment teilweise zu zweistelligen Ratenerhöhungen.

Das deckt sich mit Aussagen der Ratingagentur Fitch von Anfang Januar. Sie berichtete, dass die Rückversicherer bei der aktuellen Erneuerungsrunde teilweise deutlich höhere Preise durchsetzen konnten. Das sei aber nur in den Sparten der Fall gewesen, die von hohen Schäden betroffen waren – etwa in der Rückversicherung von Katastrophenschäden in Europa, in der Cyber-Rückversicherung oder der Retrozession.

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In Bereichen, in denen es im vergangenen Jahr nicht zu großen Verlusten gekommen war, wie etwa in der Unfall-Rückversicherung, blieben die Preise bei den jüngsten Vertragserneuerungen Fitch zufolge stabil oder sind zurückgegangen.

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