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Dow Jones, S&P 500, NasdaqWall Street schließt nach spektakulärer Aufholjagd im Plus

Die großen US-Indizes waren mit deutlichen Verlusten in den Handel gegangen. Doch Schnäppchenjäger griffen besonders bei Tech-Werten zu und bescherten den Märkten zum Schluss überraschende Gewinne. 24.02.2022 - 23:02 Uhr aktualisiert Artikel anhören

Die US-Märkte haben eine turbulente Woche hinter sich.

Foto: AP

New York. Der Angriff Russlands auf die Ukraine hat die Börsen weltweit ins Wanken gebracht. Auch an den US-Börsen herrschte zunächst Verkaufsdruck. Nach der Ankündigung neuer Sanktionen der US-Regierung gegen Russland schloss die Wall Street aber im Plus. Im Rohstoffsektor rechnen Börsianer mit einer massiven Angebotsverknappung durch Sanktionen gegen den Öl- und Erdgaslieferanten Russland, was die Preise antrieb. Dabei stieg der Ölpreis erstmals seit 2014 wieder über 100 Dollar je Fass, was Ängste vor einem neuen Inflationsschub schürte. „So unberechenbar die politische Eskalation und Lage ist, so greifbar sind jetzt doch die denkbaren weltwirtschaftlichen Auswirkungen“, sagte Thomas Böckelmann vom Vermögensmanagement Euroswitch.

Der Dow-Jones-Index gewann 0,3 Prozent auf 33.223 Punkte, nachdem er im frühen Handel noch fast 1000 Zähler tiefer gelegen hatte. Ein ähnliches Bild gab es bei der technologielastigen Nasdaq. Sie schloss 3,3 Prozent fester mit 13.473 Punkten, nachdem sie zunächst noch rund drei Prozent im Minus notiert hatte. Der breit gefasste S&P 500 stieg 1,5 Prozent auf 4288 Stellen.

US-Präsident Joe Biden hat den russischen Präsidenten Wladimir Putin scharf kritisiert und ein weiteres Sanktionspaket gegen Russland angekündigt. Peter Cardillo, Chef-Volkswirt des Vermögensberaters Spartan, sagte, die harte Haltung der USA und Europas sei eine laute Botschaft an die Finanzmärkte, dass sie Russlands Wirtschaft so stark wie möglich zusetzten wollten.

Am Ölmarkt verteuerte sich die Rohölsorte Brent aus der Nordsee um bis zu 9,2 Prozent und markierte mit 105,79 Dollar je Barrel (159 Liter) ein Siebeneinhalb-Jahres-Hoch. Im späten Handel schmolz der Preis auf 99,02 Dollar ab. Der europäische Erdgas-Future sprang um bis zu 42 Prozent auf 120 Euro je Megawattstunde in die Höhe.

Strategen rechnen mit weiter hohen Schwankungen an den Weltbörsen. „Ich glaube nicht, dass sich bereits viele Anleger mit der Kombination aus steigender Inflation, die zuletzt Anfang der 80er Jahre wirklich zu sehen war, und einer umfassenden Militäroperation in Europa, die wiederum zuletzt im Zweiten Weltkrieg stattfand, auseinandersetzen mussten“, sagte Neil Wilson, Chefmarktanalyst bei Markets.com. „Das ist ein Vertrauensverlust. Das ist für viele Leute eine Art Neuland.“

Nachdem Russland die Ukraine aus mehreren Richtungen angegriffen hat, reagierte der Westen bereits mit weiteren starken Sanktionen. „Die russische Invasion in der Ukraine ist eine ernste geopolitische Krise mit weitreichenden Folgen“, sagte Analyst Kallum Pickering von der Bank Berenberg. Die DZ Bank kürzte ihre Kursziele für diverse internationale Indizes. Den S&P 500 erwarten die Experten Ende 2022 nun bei 4800 statt zuvor 5300 Punkten.

Blick auf weitere Einzelwerte

Technologie-Werte: Viele Technologiewerte erholten sich schwungvoll von ihren frühen Verlusten. So waren die Papiere von Microsoft, Intel und Salesforce mit Kursgewinnen zwischen 4,6 und 7,2 Prozent die größten Dow-Gewinner. Die Tech-Branche gilt als relativ stark auf niedrige Zinsen angewiesen und so spekulierten Anleger darauf, dass die Notenbanken wegen des Ukraine-Konflikts ihren geldpolitischen Spielraum nochmals überdenken könnten, um die Wirtschaft nicht zusätzlich zu schwächen.

Finanzsektor: Umgekehrt wurde der Finanzsektor von der zugespitzten Lage in Mitleidenschaft gezogen. Neben den allgemeinen Sorgen, welche Folgen die Spannungen und Sanktionen nach sich ziehen, litten die Branchenwerte ganz anders als die Tech-Werte unter der Zinsspekulation. Dies führte dazu, dass die Aktien von JPMorgan mit einem Abschlag von 2,8 Prozent unter den größten Dow-Verlierern waren. Bis vor einigen Tagen waren Finanzwerte noch sehr begehrt gewesen wegen der Perspektive, dass die Zinsen bald steigen sollen.

Ebay: An der Nasdaq-Börse fielen die Aktien von Ebay auf, indem sie einen zunächst deutlichen Kursrutsch, der wegen eines enttäuschenden Umsatzausblicks zustande kam, noch ummünzten in Gewinne. Am Ende brachten die Titel des Online-Handelsplatzes ein Plus von 1,6 Prozent über die Ziellinie.

Tesla: Auch die Tesla-Aktien drehten mächtig auf: Nach dem Fall bis exakt auf die 700-Dollar-Marke, die das niedrigste Niveau seit August bedeutete, ging es für die Titel des Elektroautobauers am Ende noch um 4,8 Prozent nach oben.

Booking: Schwer unter Druck blieben an der Nasdaq aber die 7,1 Prozent schwächeren Aktien des Reisebuchungs-Anbieters Booking Holding, die nach dessen Zahlen um fast zehn Prozent einbrachen. Experte Mario Lu von der britischen Bank Barclays erwies auf einen enttäuschenden Margenausblick.

Moderna: Bei Moderna sah es besser aus, die Papiere des Impfstoff-Herstellers schnellten um 15 Prozent hoch. Die Biotechfirma verdient weiter glänzend an ihrem Corona-Impfstoff, wie der jüngste Zwischenbericht zeigte. Zudem hob der Biontech-Rivale die diesjährige Absatzprognose für seinen Corona-Impfstoff leicht an. Die Biontech-Anteile legten um neun Prozent zu..

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