Versorgungssicherheit: Deutschland könnte mehr Erdgas fördern – doch die Ampel verschmäht diese Ressource
Niedersachsen verfügt mit Abstand über die größten Erdgasvorkommen in Deutschland.
Foto: dpaBerlin. Man wolle „die heimische Erdgasförderung stärken“, lautete der aus Sicht einer ganzen Branche wichtigste Satz im Entwurf für das jüngste Entlastungspaket der Ampelkoalition. Doch in der Fassung, die am Mittwoch vergangener Woche nach mehrstündigen Verhandlungen schließlich beschlossen wurde, taucht der Satz nicht mehr auf.
Die Hoffnung der deutschen Erdgasindustrie, die Erdgasförderung in Deutschland wieder auszuweiten, wurde damit zunichtegemacht.
Hinter den Kulissen heißt es, die Grünen hätten einen Rückzieher gemacht. Sie seien angesichts der geopolitischen Verwerfungen infolge des Ukrainekriegs ohnehin zu großen Zugeständnissen gezwungen. Eine Ausweitung der heimischen Gasförderung könne man ihnen nicht auch noch zumuten.
Die Unternehmen der Erdgasbranche sind enttäuscht. „Es wäre naheliegend gewesen, dass die Ampelkoalition in ihrem Entlastungspaket die heimische Gasproduktion berücksichtigt. Wir sind gerade gut beraten, sämtliche Optionen für zusätzliche Erdgaskapazitäten sehr ernst zu nehmen. Dazu gehören auch die heimischen Ressourcen“, sagte Ludwig Möhring, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Erdgas, Erdöl und Geoenergie (BVEG), dem Handelsblatt. Angesichts der angespannten Versorgungslage beim Erdgas und der starken Abhängigkeit von russischen Lieferungen müsse die Politik in Bund und Ländern neue Prioritäten setzen.