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  4. Lieferketten: Welche Folgen Null-Covid in China für die Welt hat

StaatskapitalismusAktienabsturz, Wachstumseinbruch, Lockdown-Wahn: Der China-Crash

Für seine Null-Covid-Ideologie riskiert Peking die wirtschaftliche Zukunft des Landes – mit Folgen für den Rest der Welt. Das chinesische Modell stößt an seine Grenzen.Dana Heide, Sabine Gusbeth 13.05.2022 - 04:00 Uhr Artikel anhören

Die Volksrepublik liegt lahm.

Foto: Andrea Ucini für Handelsblatt
  • Angesichts der hochansteckenden Omikron-Variante des Corona-Virus schickt die chinesische Regierung Millionen von Bürgern in wochenlangen Zwangsarrest. Konnte man früher davon ausgehen, dass Peking im Zweifel im Sinne der Wirtschaft handelt, hat nun die Kontrolle der Bevölkerung Vorrang.
  • Die Folgen für China, aber auch für den Rest der Welt sind gravierend. Die Menschen vor Ort sehen sich immer extremerer Überwachung ausgesetzt, gleichzeitig werden globale Lieferketten zunehmend gestört.
  • In Berlin und Brüssel herrscht die Sorge, dass man die Energieabhängigkeit von Russland unfreiwillig eintauschen könnte gegen eine von grünen Technologien made in China. Die Zeichen stehen auf mehr Distanz zu Peking.

Peking. „Ich will sterben, ich will sterben“, ruft der ältere Mann immer wieder. Rechts und links von ihm drücken ihn drei Helfer in weißen Voll-Schutzanzügen auf den Boden. Der Mann hatte es offenbar nicht mehr ausgehalten und war aus dem Hausarrest ausgebrochen, dem die 25 Millionen Einwohner von Schanghai seit mehr als sechs Wochen unterliegen.

Videos wie dieses kursieren im chinesischen Internet dutzendfach – verifizieren lassen sie sich nicht. Die verstörenden Aufnahmen zeigen, wie die „dabai“, die großen Weißen, wie sie in China aufgrund der Schutzanzüge nur noch genannt werden, Wohnungstüren eintreten, kleine Hunde totschlagen, Anwohner anbrüllen und angeblich Infizierte mitnehmen – Schreckensherrschaft im Namen der Covid-Prävention.

Jenseits des menschlichen Leids, das diese Politik verursacht, sind die ökonomischen Folgen schon jetzt verheerend. Doch eine Abkehr von der Null-Covid-Strategie wäre ein Eingeständnis des Scheiterns für den starken Mann in Staat und Partei, Xi Jinping. Diesen Gesichtsverlust darf es nicht geben, und deshalb wird die rigide Coronapolitik mit immer härteren Mitteln durchgesetzt. Allein das Gerücht, dass auch der Hauptstadt Peking ein Lockdown nach Schanghaier Muster bevorstehen könnte, sorgte am Donnerstag für Hamsterkäufe in den Supermärkten der Hauptstadt mit ihren 22 Millionen Einwohnern.

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