Geschäftsklima in China: Deshalb stellen so viele europäische Unternehmen ihre Investitionen jetzt in Frage
60 Prozent der in China vertretenen europäischen Firmen gaben in einer Umfrage an, dass ihr Geschäft in der Volksrepublik schwieriger geworden ist
Foto: Reuters, Volkswagen, laifPeking, Düsseldorf, München. Die Stimmung europäischer Unternehmen in China ist auf einem Tiefpunkt. 60 Prozent der Firmen gaben in einer neuen Umfrage der EU-Handelskammer an, dass ihr Geschäft in der Volksrepublik schwieriger geworden ist – der schlechteste Wert jemals. 23 Prozent erwägen, ihre derzeitigen oder geplanten Investitionen in andere Teile der Welt zu verlagern – der höchste Wert seit mehr als einem Jahrzehnt.
Grund für die schlechte Stimmung sind die ständigen drakonischen Abriegelungen wegen der Null-Covid-Strategie der chinesischen Regierung. Hinzu kommt der Ukraine-Krieg, der auch die Risikobewertung für China, das sich an Russlands Seite positioniert, ändert. Der Krieg und seine Folgen führen den Firmen einmal mehr ihre gefährliche Abhängigkeit von der Volksrepublik vor Augen.
„Einige Unternehmen erwägen Investitionen in anderen Märkten, die mehr Vorhersehbarkeit bieten“, sagt Bettina Schön-Behanzin, Vize-Präsidentin der Europäischen Handelskammer in China.
Wie abhängig Deutschland vor allem bei Rohstoffen, die für die Energiewende gebraucht werden, von China ist, zeigt ein neues Papier der Bundesakademie für Sicherheitspolitik (BAKS), das dem Handelsblatt vorliegt. Darin wird empfohlen, Rohstoffsicherheit zum Bestandteil der neuen Nationalen Sicherheitsstrategie zu machen.