Flugsaurier bei Koller: Vom Himmel vor 70 Millionen Jahren auf den Auktionstisch
Deutlich über seiner Schätzung wurde der in Teilen ergänzte, mit drei Meter Flügelspanne ausgestattete Saurier für 378.500 Franken mit Aufgeld versteigert.
Foto: KollerZürich. Überraschungssieger der in sieben Kataloge gegliederten Frühjahrsauktionen von Koller in Zürich war „Out Of This World“. Diese erstmals von dem Wunderkammer-Händler Christian Link zusammengestellte Angebotspalette umfasste Fossilien, Tier-Skelette, Meteoriten, Mond-Memorabilia und Sammlerstücke der Pop-Musik. So kam am 28. Juni etwa Michael Jacksons rechter Glitzerhandschuh zum unteren Schätzpreis für 56.000 Schweizer Franken brutto unter den Hammer.
Insgesamt trugen die Kuriosa 1,5 Millionen Franken zum Gesamtergebnis von 22,5 Millionen Franken bei. Deutlich über seiner Schätzung wurde der in Teilen ergänzte Flugsaurier „Pteranodon“ mit drei Meter Flügelspanne für 378.500 Franken brutto versteigert. Ein mehrere Millionen Jahre alter Säbelkatzen-Schädel mit riesigen Hauern wechselte für 55.200 Franken den Eigentümer.
Während sich Meteoriten guter Nachfrage erfreuten, blieb das Hauptlos, ein versteinerter Flugsaurier, der von einem Fisch in der Luft geschnappt worden war, ohne Nachfrage. Da war die Erwartung von mehr als einer halben Million Franken dann wohl doch zu hoch.
Aber es gibt Interesse. Bei Redaktionsschluss laufen die Nachverhandlungen für den Zweikampf aus Solnhofen noch. 2023 soll es bei Koller die nächste Versteigerung mit Werken für eine moderne Kunst- und Wunderkammer geben.
Teuerstes Los der Moderne-Auktion wurde Pablo Picassos heiteres Männerbildnis. Das Gemälde von 1965 fuhr nahe bei der unteren Schätzung 2,3 Millionen Franken ein. Der Schweizer Naturalist Alfred Anker reüssierte erwartungsgemäß mit einen ins Süßliche tendierenden Mädchen-Idyll bei 1,1 Millionen Franken. Im Frühjahr 2021 hatte es noch fünf Zuschläge über der magischen Millionengrenze gegeben.
Michael Jacksons Kristallhandschuh erzielte 56.000 Schweizer Franken inklusive Aufgeld.
Foto: KollerDeutlich im Preis angezogen haben zwei Werke von Charles Camoin, einem Avantgardisten aus der zweiten Reihe. Bei bester Provenienz vervierfachte „Voilier à quaidans le port de Marseille“ seinen Schätzpreis auf 116.000 Franken. Ein liegender Akt, Camoin malte ihn 1904, konnte seine obere Taxe gar auf 49.000 Franken verfünffachen.
Doch solche Steigerungen waren die Ausnahme. Das Gros des Angebots fand zum Schätzpreis oder darunter Abnehmer.
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