Kraftstoffe: Super, Super Plus, E10 – Das sind die Unterschiede
Was die verschiedenen Super-Kraftstoffe unterscheidet, lesen Sie hier.
Foto: imago/Gerhard LeberDüsseldorf. Die Spritpreise sind im Jahr 2022 mit dem Angriff Russlands auf die Ukraine rasant gestiegen. An Tankstellen knackten Diesel und Benzin damals bereits im Frühjahr die Zwei-Euro-Marke. 2022 war laut dem Allgemeinen Deutschen Automobil-Club (ADAC) damit das teuerste Tankjahr aller Zeiten. Im Schnitt zahlten Autofahrer 1,86 Euro pro Liter Super E10. Doch auch 2023 waren die Preise für Diesel und Benzin weiter hoch. Mit durchschnittlich 179,1 Cent pro Liter Super E10 ist 2023 das zweitteuerste Tankjahr aller Zeiten. Auch 2024 bewegen sich die Spritpreise auf hohem Niveau.
Doch egal ob teuer oder günstig, wenn das Warnsignal ertönt und die Leuchte mit dem Zapfsäulensymbol im Armaturenbrett erscheint, heißt es: Tankstelle suchen. Diesel, Super, Super Plus, E10: Welchen Sprit können Autofahrerinnen und -fahrer tanken?
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Was ist der Unterschied zwischen Diesel und Benzin?
Benzin- und Diesel-Kraftstoffe werden beide aus Rohöl hergestellt. Die Unterschiede lassen sich dabei auf die Erfindung von zwei Motoren zurückführen: Dem Ottomotor (Benziner) und dem Dieselmotor (Diesel). Diese beiden Motoren benötigen aufgrund ihrer unterschiedlichen Funktionsweise verschiedene Kraftstoffe. Doch welchen Sprit muss ich tanken, wenn ich einen Benziner fahre?
Super, Super Plus, E5, E10 – Das unterscheidet die Kraftstoffe
Der wesentliche Unterschied zwischen Super und Super Plus ist die sogenannte Research-Oktanzahl (ROZ). Sie gibt Auskunft über die Klopffestigkeit eines Kraftstoffs – also wie hoch der Anteil des Iso-Octan in dem Gemisch ist. Bei Iso-Octan handelt es sich um einen synthetischen Kohlenwasserstoff. Je höher die Oktanzahl, desto zündunwilliger ist der Kraftstoff und desto geringer ist der Verbrauch.
Super hat eine Research-Oktanzahl von 95 und wird deshalb auch Super 95 genannt.
Das Super Plus-Gemisch hingegen weist einen noch höheren Anteil an Iso-Octan auf. Dadurch wird eine höhere Oktanzahl erreicht. Deshalb kommt Super Plus auf eine ROZ von 98.
Seit 2011 ist (Super) E10 in Deutschland erhältlich. Das „E“ im Namen steht für Ethanol, denn der Kraftstoff enthält bis zu zehn Prozent Ethanol. Laut ADAC war der Ethanol-Anteil vor 2011 auf fünf Prozent beschränkt (E5). Bei E10 liegt der Ethanol-Anteil demnach bei 10 Prozent. Das beigemischte Ethanol besteht aus umweltfreundlich angebauten Pflanzen – es handelt sich also um Bioethanol. Deshalb zählt E10 auch zu den Biokraftstoffen und verringert die CO2-Emissionen. Fast alle Autos und Motorräder mit Ottomotor vertragen E10. Bevor Sie den Biokraftstoff erstmalig tanken, sollten Sie die Verträglichkeit des Benzins mit dem Motor Ihres Fahrzeugs in Erfahrung bringen. Diese Angaben finden sich häufig im Tankdeckel oder der Bedienungsanleitung.
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Ist E10 schlecht für den Motor?
Der Allgemeine Deutsche Automobil Club (ADAC) hat mit den häufigsten Vorurteilen gegenüber dem Biokraftstoff E10 aufgeräumt. Die größte Sorge der Deutschen gilt dabei der verringerten Lebensdauer des Motors durch die Betankung von E10. Doch der ADAC gibt Entwarnung. Bei einem an den Biokraftstoff angepassten Wagen habe E10 keinen Einfluss auf die Funktionssicherheit, die Lebensdauer und den Verschleiß. Der Club stellte ebenfalls klar, dass mit dem Biokraftstoff E10 Geld gespart wird - trotz minimalem Mehrverbrauch. Einsparen können Sie fünf bis sechs Cent und damit bis zu vier Euro pro Tankfüllung. E5 sei, vor allem aus Gewohnheit und Unwissenheit über die Vor- und Nachteile, Kraftstoff der Wahl.
E10 und E5 abwechselnd tanken geht
Die Betankung eines E10-fähigen Fahrzeugs kann abwechselnd mit E5 und E10 erfolgen. Sollten Sie ein Fahrzeug mit E10 betankt haben, das nicht an den Kraftstoff angepasst ist, kommt es laut ADAC auf die Menge an. Wurde nur wenig des zehnprozentigen Biokraftstoffs getankt, reiche das Auffüllen mit Super (E5), um den Bioethanolgehalt im Tank wieder zu senken. Haben Sie den Tank komplett mit E10 gefüllt, helfe nur noch das Abpumpen des Kraftstoffs.
Wann und wo kann ich besonders günstig tanken?
Nach Angaben des ADAC gibt es im Laufe des Tages mehrere Preisspitzen. Morgens erreichen die Kraftstoffpreise ihren Höhepunkt. Grundsätzlich seien die durchschnittlichen Preise für Benzin und Diesel zwischen 20 Uhr und 22 Uhr am niedrigsten. Mit der Nutzung von Preisvergleichsseiten oder -Apps lässt sich noch mehr Geld sparen. In diesen Applikationen kann in einem beliebigen Umkreis nach der günstigsten Tankstelle gesucht und nach verschiedenen Kraftstoffarten gefiltert werden. Beispiele für diese Apps sind:
- ADAC Spritpreise App
- clever-tanken.de (Webseite und App)
- mehr-tanken und clever sparen! (App)
Dieser Artikel erschien bereits im November 2022. Der Artikel wurde am 08.05.2025 erneut geprüft und mit leichten Anpassungen aktualisiert.