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Elektro-AutobauerRivian-Verlust verdreifacht sich auf knapp 1,7 Milliarden Dollar

Der Hersteller von Elektro-Pick-up-Trucks rutscht tiefer in die roten Zahlen, bestätigt aber das Produktionsziel für 2022. Die Aktie sinkt im nachbörslichen Handel.Felix Holtermann 12.08.2022 - 02:06 Uhr Artikel anhören

Amazon ist einer der größten Investoren von Rivian.

Foto: Reuters

New York. Rivian kämpft weiterhin mit Lieferkettenschwierigkeiten, hohen Kosten und einer schwankenden Nachfrage. Das teilte der US-Elektroautohersteller aus Irvine, Kalifornien, am Donnerstagabend mit.

Der Umsatz im abgelaufenen Quartal stieg auf 364 Millionen Dollar. Analysten hatten im Durchschnitt mit 335 Millionen Dollar gerechnet. Dafür lag auch der Verlust höher als erwartet.

So stieg der Nettoverlust im zweiten Quartal auf 1,7 Milliarden Dollar, was einer knappen Verdreifachung gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Damit steigt der Druck auf Rivian, schnell weitere Autos auszuliefern und die Kosten zu senken.

Die Gewinnerwartungen für das Gesamtjahr sinkt: Das Unternehmen rechnet nun mit einem Verlust von 5,4 Milliarden Dollar, unter anderem aufgrund höhere Kosten für die benötigten Rohstoffe. Zuletzt hatte Rivian einen bereinigten Vorsteuerverlust von 4,7 Milliarden Dollar erwartet.

„Unser Hauptaugenmerk liegt weiterhin auf dem Hochfahren der Produktion“, erkläre Rivian. „Wir glauben jedoch, dass Einschränkungen in der Lieferkette weiterhin der begrenzende Faktor sein werden.“ Das Unternehmen erwartet nach wie vor, in diesem Jahr 25.000 Elektrofahrzeuge zu produzieren.

Die Wall Street reagierte negativ auf die Zahlen. Im nachbörslichen Handel sanken die Aktien um mehr als zwei Prozent. Rivian war 2021 an die Börse gegangen und beendete das Quartal mit rund 15,5 Milliarden Dollar an Barmitteln und Barmitteläquivalenten.

Entlassungen und ein Neuzugang von Mercedes-Benz

„Es wäre eine Untertreibung zu sagen, dass die Geschichte von Rivian für uns (und die Börse) anfangs enttäuschend war“, schrieb Wedbush-Analyst Dan Ives. Doch nun sei das Unternehmen „auf dem richtigen Weg ist, um die Prognose von 25.000 produzierten Fahrzeugen im Jahr 2022 zu erreichen. Dies ist ein wichtiges Barometer.“ Rivians Wachstumsstory gewinne „langsam an Glaubwürdigkeit.“

Rivian hat unter anderem einen Vertrag mit dem Onlineriesen Amazon unterschrieben, der auch einer der größten Investoren ist. Demnach soll Rivian bis zum Ende des Jahrzehnts 100.000 Lieferwagen für Amazon liefern.

Das Unternehmen gab am Donnerstag außerdem bekannt, dass der frühere Mercedes-Benz-Manager Harald Kröger in den Verwaltungsrat einzieht.

Rivian gilt als Tesla-Rivale und liefert seinen gefällig gestalteten Pick-up R1T seit September 2021 aus. Die Aktie ist seit Jahresbeginn jedoch um 62 Prozent abgestürzt. Kürzlich gab Rivian, das ein Werk in Normal, Illinois, betreibt, die Entlassung von sechs Prozent der Belegschaft bekannt.

Rivian musste, wie auch Konkurrent Lucid, seine Produktionsziele für 2022 deutlich senken, was an der Börse mit Grummeln registriert wurde. Beide Firmen setzen auf den aufwendigen Aufbau einer eigenen Produktion, mit allen bekannten Herausforderungen. Im Unterschied dazu setzt Wettbewerber Fisker auf die Fremd- und Auftragsproduktion.

Noch am Montag hatte es kräftigten Rückenwind für die US-Autobauer gegeben durch das Klimapaket von Präsident Joe Biden, das am Sonntag mit knapper Mehrheit den US-Senat passiert hatte. Demnach sollen E-Auto-Käufer eine Steuergutschrift über 7500 Dollar erhalten, wenn sie weniger als 150.000 Dollar verdienen. 4000 Dollar gibt es bei gebrauchten E-Autos.

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Mit Material von Bloomberg.

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