Steigende Preise: In Südamerika zeigt sich, wie gefährlich das Schreckgespenst Inflation dauerhaft ist
In Argentinien gehen die Menschen auf die Straße, um gegen die anhaltend hohe Teuerung zu demonstrieren.
Foto: APSão Paulo. So etwas haben selbst die vielgereisten Popstars der Band Coldplay noch nicht erlebt: Acht Mal wollte die britische Band im legendären River-Plate-Stadion in Buenos Aires spielen. Doch die Eintrittskarten für die 60.000 Plätze waren in wenigen Minuten ausverkauft. Weil das Interesse so groß ist, wird Coldplay nun ab Oktober gleich zehn Mal hintereinander in der Hauptstadt von Argentinien auftreten. Die letzten Tickets sind ab rund 230 Euro zu bekommen.
Dabei steckt Argentinien in einer schweren Wirtschaftskrise mit einer Inflation von rund 70 Prozent in den letzten zwölf Monaten. Doch die höchste Teuerungsrate in Südamerika ist genau der Hauptgrund, warum die Eintrittskarten für Coldplay in Argentinien so einen reißenden Absatz fanden.
Die Argentinier investieren jeden Peso, den sie bekommen, umgehend in Konsumgüter, Lebensmittel – oder eben Konzerttickets. Und zwar, weil sie den sicheren Wertverlust auszugleichen versuchen. In Dollar können sie nämlich legal nur sehr beschränkt investieren: Nur maximal 200 Dollar dürfen sie im Monat offiziell tauschen. Und die Regierung schlägt bei den Devisengeschäften noch 75 Prozent Steuern drauf.