Atomkraft: Keine Blackouts, niedrigere Preise? Was das Atom-Machtwort von Scholz wirklich bewirkt
Entscheidung gefallen, Diskussion geht weiter.
Foto: Moment/Getty ImagesBerlin. Mit einem Machtwort hat Kanzler Olaf Scholz (SPD) am Montagabend klargestellt: Alle drei Atomkraftwerke bleiben bis Mitte April 2023 am Netz. Doch schon einen Tag danach gibt es Kritik an fehlender Planungssicherheit für die Unternehmen. „Durch das Kanzlermachtwort hat sich nicht viel geändert“, sagt Albrecht von der Hagen vom Verband der Familienunternehmer. Der Winter 2023/24 komme unweigerlich und es werde wieder Engpässe bei der Energieversorgung geben.
Auch der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) fordert für das Frühjahr 2023 eine „offene und sachliche Diskussion“, sollte das Weiterlaufen der Kernkraftwerke über den April hinaus notwendig sein.
Doch nicht nur in der Wirtschaft, auch in der Politik schwelt der Konflikt weiter. Für den Moment sei eine optimale Lösung gefunden worden, sagt ein Regierungsmitglied dem Handelsblatt. „Aber natürlich kann eine Lage eintreten, durch die wir wieder neu denken müssen.“ Sollte sich die Lage über den Winter wieder zuspitzen, könne es sein, dass im Frühjahr das Thema Laufzeitverlängerung erneut auf den Tisch komme.