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QuartalszahlenUBS erzielt trotz schwächerem Investmentbanking einen Milliardengewinn

Die Schweizer Großbank profitiert von steigenden Zinsen und Kostendisziplin. Damit übertrifft sie die Erwartungen der Investoren.Jakob Blume 25.10.2022 - 14:19 Uhr aktualisiert Artikel anhören

Das Geldhaus stellt den Aktionären in Aussicht, Aktien mit einem Volumen von 5,5 Milliarden Dollar zurückzukaufen.

Foto: Reuters

Zürich. Von Krise keine Spur bei der UBS: Die Schweizer Großbank hat im dritten Quartal einen Nettogewinn von 1,73 Milliarden US-Dollar erzielt und damit die Erwartungen der Experten deutlich übertroffen.

Zwar bedeutet das Ergebnis einen Rückgang um 24 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal. Allerdings hatten die Analysten ohnehin nicht erwartet, dass sich die Zahlen aus dem Rekordjahr 2021 wiederholen lassen. Sie hatten im Schnitt mit einem Nettogewinn von 1,57 Milliarden Dollar gerechnet.

Bei den Investoren kamen die Zahlen gut an: Die UBS-Aktie legte zwischenzeitlich um mehr als fünf Prozent zu. Anke Reingen, Analystin bei RBC Capital Markets, lobt: „Höhere Kosteneinsparungen und geringe Kreditausfälle sind positiv zu bewerten.“

Trotz der negativen Stimmung an den Finanzmärkten verzeichnet die Bank milliardenschwere Zuflüsse, sowohl in der Vermögensverwaltung als auch im Geschäft mit professionellen Kunden (Asset-Management). Lediglich in der Investmentbank brach der Gewinn wegen des brachliegenden Marktes für Börsengänge um fast 50 Prozent ein.

UBS-Chef Ralph Hamers sagte: „Das makroökonomische und geopolitische Umfeld ist zunehmend komplexer geworden. Angesichts dieser Ungewissheit wenden sich die Kunden an uns, um Beratung und Lösungen zu erhalten.“

Die Erlöse gingen im dritten Quartal im Vergleich zum Vorjahr um zehn Prozent auf 8,2 Milliarden Dollar zurück. Der Gewinn vor Steuern fiel um 19 Prozent auf 2,3 Milliarden Dollar.

Das Kerngeschäft der UBS, die Vermögensverwaltung, zeigte sich dabei robust: Der Vorsteuergewinn ging im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um lediglich vier Prozent auf 1,45 Milliarden Dollar zurück.

Gegenüber dem zweiten Quartal verzeichnete die Division ein Plus von 26 Prozent. Einen Rückgang der wiederkehrenden Gebühreneinnahmen, die stark von Bewertungen an den Finanzmärkten abhängen, konnte die UBS durch höhere Margen im Zinsgeschäft weitgehend kompensieren.

Investmentbank leidet unter schwachem Börsenumfeld

Deutlich härter traf es die Investmentbank: Die Einnahmen aus dem Geschäft mit Börsengängen fielen um 63 Prozent. Das Beratungsgeschäft für Fusionen und Übernahmen verzeichnete einen Rückgang um 49 Prozent. UBS-Chef Hamers rechnet nicht mit einer schnellen Verbesserung des Ausblicks: Mindestens bis Jahresende werde die Schwäche des Investmentbankings anhalten. Trotzdem blieb unter dem Strich ein Vorsteuergewinn von knapp einer halben Milliarde Dollar in der Investmentbank hängen.

Auch im Asset-Management sorgte der Kursverfall an den Finanzmärkten für einen deutlichen Gewinnrückgang: Der Vorsteuergewinn fiel im Vorjahresvergleich um 34 Prozent. Das Geschäft mit Unternehmens- und Privatkunden in der Schweiz entwickelte sich weitgehend stabil. Der Vorsteuergewinn sank dort nur leicht auf 430 Millionen Dollar.

Die UBS sieht sich trotz Ukrainekrieg und Energiekrise auf einem guten Weg, die selbst gesteckten Finanzziele zu erreichen: In den ersten neun Monaten des Jahres lag die Eigenkapitalrendite mit 17,8 Prozent am oberen Ende des Zielkorridors von 15 bis 18 Prozent. Das Verhältnis von Erlösen zu Kosten lag mit 71 Prozent ebenfalls im Rahmen der selbst gesteckten Ziele.

Mehrere Belastungsfaktoren

Hamers zeigte sich dennoch besorgt angesichts des Konjunkturausblicks: „Wir bereiten uns auf härtere Zeiten vor.“ Inflation und geopolitische Unsicherheiten trieben Kunden auf der ganzen Welt um, sagte er. Die hohen Energiepreise dürften auch an den Kunden der schweizerischen Unternehmerbank nicht vorbeigehen. Rückstellungen für faule Kredite hat die UBS jedoch bislang nicht in einem nennenswerten Umfang gebildet – im Gegensatz zu vielen Konkurrenten.

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Zudem sieht sich die Bank gut kapitalisiert: Mit einer Eigenkapitalquote von 14,4 Prozent hält die UBS deutlich mehr Kapital vor, als es die Zielquote von 13 Prozent vorsieht. RBC-Analystin Reingen zufolge bietet die hohe Quote viel Flexibilität, um weitere Ausschüttungen an die Aktionäre zu gewährleisten.

Das Geldhaus hat den Aktionären in Aussicht gestellt, Aktien mit einem Volumen von 5,5 Milliarden Dollar zurückzukaufen. In den ersten neun Monaten hat die Bank bereits eigene Aktien mit einem Volumen von 4,3 Milliarden Dollar erworben. UBS-Chef Hamers ist also in der komfortablen Situation, genügend Kapital für schwere Zeiten und weitere Aktionärsgeschenke vorzuhalten.

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