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KommentarJoe Biden macht einen schweren Fehler – und Xi zum Star in Asien

Der US-Präsident enttäuscht seine Partnerländer, weil er dem Apec-Treffen fernbleibt – und er überlässt seinem größten Rivalen die Möglichkeit, sich zu inszenieren.Mathias Peer 17.11.2022 - 18:43 Uhr Artikel anhören

Der US-Präsident zieht ein Event in Washington dem Gipfel der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft vor.

Foto: AP

Bangkok. Ein Grundsatz für ein gutes Verhältnis zu Asien hält sich unter westlichen Diplomatinnen und Diplomaten bereits seit Jahren: Wer anwesend ist, hat schon halb gewonnen.

Besonders unter den kleineren und mittelgroßen Volkswirtschaften des Kontinents wie Thailand, Indonesien und Vietnam gelten ranghohe, persönliche Kontakte auf Ebene der Staats- und Regierungschefs als Zeichen des Respekts – und als wichtiges Symbol dafür, dass es die andere Seite ernst meint, wenn von einer Vertiefung der Zusammenarbeit die Rede ist.

Umso größer war die Enttäuschung, als bekannt wurde, dass US-Präsident Joe Biden ein Familien-Event in Washington einer Teilnahme am Gipfel der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft (Apec) in der thailändischen Hauptstadt Bangkok vorzieht.

Die Reise zum Apec-Gipfel wäre für Biden nicht weit gewesen

Biden war zwar zuvor bei einem Gipfel in Kambodscha und dem G20-Treffen in Indonesien. Die Reise nach Thailand wäre also nicht weit gewesen – und hätte sich gelohnt, um der Region eine wirtschaftliche Perspektive abseits von China aufzuzeigen.

Doch durch seine Abwesenheit kürt Biden seinen chinesischen Amtskollegen Xi Jinping zum Stargast des wichtigsten Wirtschaftstreffens im Asien-Pazifik-Raum. Xi nutzt die Gelegenheit, um sich als Führungsmacht der Region in Szene zu setzen – und ein Bild zu zeichnen, das China als Garant für Sicherheit und Wohlstand seiner Nachbarn präsentiert. Der US-Präsident kann dem aus der Ferne nichts entgegensetzen.

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Eine Lektion bietet das auch für die Bundesregierung. Es hat mehr als ein Jahrzehnt gedauert, bis nach dem bisher letzten Südostasienbesuch von Angela Merkel mit Olaf Scholz wieder ein deutscher Bundeskanzler in die Region gereist ist. Er stieß von Vietnam über Singapur bis nach Indonesien auf positives Echo.

Um den Schwung nicht zu verlieren, wird er in Zukunft aber häufiger Präsenz zeigen müssen als seine Vorgängerin.

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