Bahn: Zugverkehr zwischen Berlin und Hannover läuft wieder planmäßig
Nach mehrwöchigen Reparaturarbeiten läuft der Zugverkehr zwischen Berlin und Hannover wieder nach Plan.
Foto: dpaBerlin/Leiferde. Nach einer mehr als dreiwöchigen Sperrung eines Streckenabschnitts läuft der Zugverkehr zwischen Berlin und Hannover nach Angaben der Deutschen Bahn (DB) wieder planmäßig. „Wie angekündigt verkehren seit heute früh wieder alle Züge auf dem direkten Laufweg zwischen Berlin und Hannover“, sagte ein Bahnsprecher am Sonntagmorgen. „Die Betriebsaufnahme erfolgte ohne Probleme.“
Nach der Kollision zweier Güterzüge in der Nähe des niedersächsischen Leiferde hatte die DB dem Sprecher zufolge in den vergangenen Tagen das Gleisbett neu aufgebaut, Schienen verlegt und die Leit- und Sicherungstechnik repariert.
Am 17. November war ein Zug, der aus 25 propangasgefüllten Kesselwaggons bestand, im Landkreis Gifhorn auf einen anderen Zug aufgefahren, der an einem Signal hielt. Vier Waggons kippten um, ein Lokführer wurde leicht verletzt. Einsatzkräfte der Feuerwehr benötigten Tage, um an der Unfallstelle das explosive Gas aus den Waggons abzupumpen und mit einer speziellen Vorrichtung abzufackeln.
Aufgrund der Streckensperrung während der Räumungs- und Reparaturarbeiten mussten Reisende im Fern- und Nahverkehr tagelang Behinderungen in Kauf nehmen. Züge wurden umgeleitet, es kam zu Verspätungen und Zugausfällen.
Neuer Fahrplan bei der Bahn
Seit dem frühen Sonntagmorgen gilt außerdem der neue Fahrplan der Deutschen Bahn. Für Fahrgäste bedeutet der Wechsel nach Angaben des Konzerns schnellere Verbindungen, eine dichtere Taktung auf manchen Strecken, neue Schnellzüge, aber auch steigende Preise.
Nach zehn Jahren Bauzeit ist seit Sonntagmorgen auch die Neubaustrecke zwischen Wendlingen und Ulm in Baden-Württemberg in den Regelbetrieb gegangen, die der Ehrenvorsitzende des Fahrgastverbands Pro Bahn, Karl-Peter Naumann, als die „wichtigste Änderung“ bezeichnet hat, weil sie Beschleunigung und mehr Verkehr auf wichtigen Strecken zur Folge habe.
Sonderzüge brachten Michael Theurer links, FDP, Parlamentarischer Staatssekretär, Beauftragter der Bundesregierung für den Schienenverkehr, Bahnchef Richard Lutz Mitte, Ministerpräsident Winfried Kretschmann rechts und weitere Ehrengäste zur offiziellen Eröffnungsfeier. Zehn Jahre wurde am 60 Kilometer langen Streckenabschnitt gebaut, vier Milliarden Euro investiert. Die volle Wirkung entfalten wird die Strecke aber erst mit der Eröffnung des neuen Bahnknotens Stuttgart im Jahre 2025.
Foto: IMAGO/Arnulf HettrichDer Konzern hat zudem sein Sitzplatzangebot im Fernverkehr vergrößert. Seit einigen Tagen ist der ICE 3 Neo bereits zwischen NRW und Frankfurt im Einsatz – ein neuer Zug auf Basis des bekannten ICE 3. Die neuen Fahrzeuge sollen künftig auch auf weiteren Strecken eingesetzt werden. 73 Züge hat die Bahn beim Hersteller Siemens Mobility bestellt, die bis 2029 ausgeliefert werden sollen.
Bahnfahren im Fernverkehr ist seit diesem Sonntag teurer. Um durchschnittlich fünf Prozent hat die Bahn die Preise im Fernverkehr angehoben. Die sogenannten Flextickets kosten sogar knapp sieben Prozent mehr. Die Preise für die drei Bahncard-Abos, mit denen Fahrgäste pro Fahrt 25, 50 oder 100 Prozent Rabatt bekommen, sind demnach um 4,9 Prozent gestiegen. Unverändert bleiben laut Bahn hingegen die Spar- und Supersparpreise sowie die Reservierungskosten für Sitzplätze.