Elektroauto-Vergleich 2023: Die beliebtesten E-Autos – Tesla, VW, Mercedes und Co.
Das Model Y aus dem neuen Tesla-Werk bei Berlin war bereits 2022 das meistverkaufte Elektroauto in Deutschland.
Foto: via REUTERSDüsseldorf. In Deutschland sind im vergangenen Jahr 7,3 Prozent mehr Autos neu zugelassen worden als noch 2022. Wie aus aktuellen Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamts hervorgeht, kamen in den vergangenen zwölf Monaten 2,84 Millionen Autos neu auf die deutschen Straßen.
Rund 524.000 der neu zugelassenen Autos waren reine Elektroautos – das ist ein Plus von 11,4 Prozent im Jahresvergleich. Auch der Elektro-Anteil an den Neuzulassungen hat leicht zugelegt und beträgt nun 18,4 Prozent (2022: 17,7 Prozent).
Doch 2024 dürfte es schwerer werden, diesen hohen Anteil zu halten. „Das überraschende vollständige Aus für die staatliche Kaufprämie wird zu einem Rückgang der Elektro-Neuzulassungen in diesem Jahr führen“, prognostizierte Felix Gall, Leiter Mobility bei der Unternehmensberatung EY, für die kommenden Monate. „Der Markt für Elektroautos steht noch nicht auf eigenen Beinen, sondern hängt an staatlichen Subventionen. Wo nicht gefördert und in eine gute Ladeinfrastruktur investiert wird, werden auch nur wenige Elektroautos verkauft.“
Ungewissheit um 2024 wegen gestoppter Prämie für E-Autos
Eigentlich hatte die Bundesregierung vorgesehen, noch bis Ende 2023 eine Kaufprämie in Höhe von bis zu 4500 Euro für elektrische Neuwagen zu gewähren. Hinzu kam eine hälftige Zulage der Hersteller, also bis zu 2250 Euro.
Zum 1. Januar 2024 sollte die staatliche Prämie auf 3000 Euro gesenkt werden und dann Ende 2024 auslaufen. Durch die Budget-Anpassungen in der Haushaltskrise entfielen diese Förderung Mitte Dezember abrupt. Zahlreiche Autohersteller kündigten in der Folge aber an, selbst für die gesamte Prämie aufzukommen. Für viele Käufer hat sich damit zumindest aktuell der Preis des neuen Fahrzeugs nicht geändert.
Dass die Verbraucher teils deutlich auf andere Förderungen reagieren, zeigt sich im Dezember-Vergleich: Im letzten Monat des Jahres 2023 wurden laut KBA rund 54.700 reine Elektroautos neu zugelassen, im Vorjahresmonat waren es fast doppelt so viele. Ende 2022 wurde der Kauf reiner Elektroautos aber auch noch stärker vom Staat gefördert, viele Interessenten zogen ihre Käufe vor und sorgten so für außergewöhnlich hohe Neuzulassungszahlen.
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Überblick: Die beliebtesten Elektroautos im Vergleich
Die Bilanz der erfolgreichsten Elektromodelle fiel im Dezember stark unterschiedlich aus. Gerade bei US-Elektropionier Tesla sind die Zulassungen im Dezember um 77 Prozent auf rund 4000 Fahrzeuge eingebrochen. Damit hat der Hersteller auch im Gesamtjahr rund neun Prozent weniger Autos in Deutschland verkauft und kommt auf 63.682 Neuzulassungen.
Konkurrent Stellantis schneidet stärker ab und kommt auf 71.264 rein elektrische Neuzulassungen. Auf das Gesamtjahr gesehen ist das für den amerikanisch-französischen Autokonzern aber immer noch ein Minus von 10,7 Prozent.
Anders sieht es für den Marktführer Volkswagen aus. Bei den elektrischen Neuzulassungen verbuchte der VW-Konzern mit 147.925 Fahrzeugen ein Plus von 22,2 Prozent im Gesamtjahr.
Auch die anderen deutschen Autokonzerne machen bei den elektrischen Neuzulassungen im Heimatmarkt Boden gut. Mercedes kommt auf 54.113 elektrische Zulassungen (inklusive Smart), ein Plus von 44,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. BMW landet zusammen mit der Schwestermarke Mini bei 54.401 elektrischen Neuzulassungen ganz knapp vor dem Stuttgarter Konkurrenten und legt damit im Jahresvergleich um 54,3 Prozent zu.
Schlechter sieht es bei Renault-Nissan aus. Der einstige Marktführer hat massiv Anteile eingebüßt. 30.886 zugelassene Elektroautos sind rund 33,7 Prozent weniger als im ohnehin schon schwachen Vorjahr.
Rasant ist das Wachstum chinesischer Fabrikate. Innerhalb eines Jahres konnten Marken wie MG oder BYD ihre Verkäufe nahezu vervierfachen. Zusammen erreichen die chinesischen Marken damit 28.696 Neuzulassungen – fast so viele wie Renault-Nissan. Allerdings wurden auch im Dezember weniger elektrische Neuwagen aus China registriert als zu Beginn des Jahres.
Diese Modelle erreichten von Januar bis Dezember 2023 die Spitzenplätze bei Elektroautos – ein Überblick:
Platz 10: Mini Cooper SE – 13.953 Neuzulassungen (Stand Dezember 2023)*
Der Mini Cooper SE wurde gerade komplett überarbeitet.
Foto: HandelsblattDer elektrische Mini schafft es auch im Gesamtjahr in die Top Ten. Dabei ist der kleine Brite mit einem Preis von 37.300 Euro nicht unbedingt ein Schnäppchen. Doch der britische Elektrozwerg wurde zuletzt generalüberholt und könnte darum neue Käufer gewinnen.
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Das Modell aus dem BMW-Reich ist wegen seines Designs bis heute ein begehrter Kleinwagen und feiert auch in seiner elektrischen Variante beachtliche Erfolge. Im Dezember wurde der elektrische Mini 1.714 Mal registriert und war damit erfolgreicher als das Tesla Model 3 oder der VW ID.3. Allerdings: Modelle wie der Opel Corsa-e oder der Mercedes EQA haben nur etwa 100 Neuzulassungen weniger und könnten schon im laufenden Jahr wieder dafür sorgen, dass der Mini aus dem Ranking verschwindet.
Platz 9: BMW iX1 – 14.694 Neuzulassungen
Der neue BMW iX soll für die Marke weitere Elektrokunden gewinnen.
Foto: HandelsblattMit einem starken Dezember schafft es das elektrische Einstiegs-SUV der Münchener noch am kleinen Konzernkonkurrenten vorbeizuziehen. Mit 2.730 Neuzulassungen war das kompakte Elektro-SUV sogar erfolgreicher als das Tesla Model Y.
Die Produktion für die Neuauflage ist im November 2023 angelaufen und dürfte auch 2024 der Konkurrenz das Leben schwer machen.
Platz 8: Tesla Model 3 – 15.864 Neuzulassungen
Das Tesla Model 3 hat in Deutschland ein schwaches Jahr hinter sich.
Foto: ReutersDas Mittelklassemodell wurde zuletzt komplett überarbeitet, das Facelift enthüllte Tesla auf der IAA in München. Doch 2023 hat der Absatz des Modells trotz der jüngsten Rabatte in Deutschland spürbar gelitten. Auf das Gesamtjahr gesehen kann Tesla nur halb so viele Neuzulassungen vorweisen wie zuvor.
Mit der Umstellung auf die neue Generation waren die Neuzulassungen des Model 3 im September komplett eingebrochen. Und auch im Vergleich zum ungewöhnliche starken Dezember des Vorjahres sind die Neuzulassungen um 88,2 Prozent eingebrochen.
Platz 7: Cupra Born – 17.464 Neuzulassungen
Der spanische ID.3-Bruder Cupra Born wird ebenfalls in Zwickau gebaut.
Foto: IMAGO/PanoramiCDer ID.3-Ableger der spanischen VW-Schwestermarke hält sich seit Mai konsequent in der Top Ten. Mit seinem sportlichen Auftritt grenzt sich der Spanier deutlich vom etwas biederen Design seines Konzernkollegen ab.
Im Dezember schaffte der Cupra Born nur noch etwa 2542 Neuzulassungen. Das ist zwar ein Viertel weniger als im starken Vorjahr – allerdings im Vergleich mit der Konkurrenz immer noch sehr solide.
Platz 6: Audi Q4 – 18.016 Neuzulassungen
Der Audi Q4 E-tron schafft ebenfalls den Sprung unter die zehn Elektroautos mit den meisten Zulassungen in Deutschland.
Foto: HandelsblattDie Premium-Variante des VW ID.4 gehörte auch 2023 zu den zehn Elektroautos mit den meisten Neuzulassungen in Deutschland. Allerdings fiel das Ergebnis zum Jahresende etwas schwächer aus. Im Dezember wurden 1365 Exemplare neu registriert, 38,2 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Auf das Gesamtjahr gesehen bleibt der Q4 aber mit einem Plus von 45,6 Prozent das erfolgreichste Elektromodell der Marke.
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Dabei ist das elektrische Audi-SUV mit einem Preis ab 51.900 Euro mittlerweile deutlich teurer als das größere Tesla Model Y, bei einer Reichweite von circa 350 Kilometern.
Platz 5: VW ID.3 – 22.270 Neuzulassungen
Der VW ID.3 landet nur im Mittelfeld der elektrischen Neuzulassungen.
Foto: imago images/Arnulf HettrichDer ID.3 der Wolfsburger sollte zum Golf der Elektromobilität werden. Richtig geklappt hat das bislang nicht. Zwar lief das Jahr 2023 zunächst vielversprechend, doch zuletzt hat die Nachfrage wieder deutlich nachgelassen. Mit 1573 Neuzulassungen schwächelte das elektrische Kompaktfahrzeug von VW auch im Dezember deutlich. Im Vergleich zum Vorjahresmonat sind die Neuzulassungen um 77,1 Prozent eingebrochen. Im Gesamtjahr wurde der ID.3 rund 4,4 Prozent weniger registriert.
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VW hatte wohl mit mehr Nachfrage gerechnet. Die Produktion in Zwickau hat der Konzern darum zurückgefahren. Dabei hatte der ID.3 zuletzt ein Facelift bekommen und soll künftig auch wieder in einer Basisvariante für weniger als 40.000 Euro zu haben sein.
Platz 4: Fiat 500 – 22.608 Neuzulassungen
Der Fiat 500 bleibt 2023 der beliebteste elektrische Kleinwagen der Deutschen.
Foto: imago images/TTDas Jahr 2023 hatte für den Fiat schwierig begonnen, die Neuauflage des Designklassikers wurde kaum zugelassen. Im Jahresverlauf hat sich der kleine Stromer etwas erholt, liegt aber immer noch 23,7 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres.
3001 Mal wurde der Fiat 500 im Dezember neu registriert und war damit auf Monatssicht das drittbeliebteste Elektrofahrzeug in Deutschland – auch wenn im Vorjahr etwa doppelt so viele der Fahrzeuge registriert wurden. In der Klasse der Kleinwagen ist trotzdem kein Modell beliebter.
Damit fährt jeder zweite Fiat 500, der in Deutschland 2023 neu zugelassen wurde, elektrisch – obwohl diese Variante deutlich teurer ist. Für den französisch-italienischen Konzern Stellantis, zu dem auch Opel zählt, bleibt der Fiat 500 damit das einzige Modell in den deutschen Top Ten.
Platz 3: Skoda Enyaq – 23.498 Neuzulassungen
Der Skoda Enyaq setzt auf einen guten Kompromiss aus Preis und Reichweite.
Foto: obsAuf das erste elektrische Modell der tschechischen VW-Schwester musste die Kundschaft mitunter lange warten. Mittlerweile hat sich die Liefersituation etwas entspannt. Im Dezember kam das Modell auf 3185 Neuzulassungen. Damit ist der elektrische Skoda das einzige Modell neben dem Mini, das im Vergleich zum Dezember 2022 zugelegt hat - und das deutlich. Das Plus lag bei 152,2 Prozent.
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Mit einem Preis von rund 42.000 Euro und einer Reichweite von bis zu 536 Kilometern besetzen die Tschechen recht erfolgreich die elektrische Mittelklasse. Nur ein Modell des VW-Konzerns war noch beliebter.
Platz 2: VW ID.4/ID.5 – 36.353 Neuzulassungen
Der VW ID.4 ist nach dem ID.3 das zweite Auto von Volkswagen, das ausschließlich als Elektrofahrzeug konzipiert wurde.
Foto: dpaIn China enttäuschte das mittelgroße Elektro-SUV 2022 noch, auch in Europa war der Erfolg überschaubar. Die Chipkrise belastete die Produktion zuletzt so stark, dass VW-Händler nicht so viele Fahrzeuge verkaufen konnten, wie sie wollten.
Im Jahr 2023 war das Mittelklasse-SUV der Wolfsburger aber einer der großen Gewinner im Elektromarkt und eines der beliebtesten Elektroautos der Deutschen. Im Dezember wurde das Modell allerdings deutlich seltener registriert als in den Vormonaten. Das KBA weist 3456 Neuzulassungen aus. Auf das Gesamtjahr gesehen legten die Neuzulassungen des Elektro-SUV um 46,3 Prozent zu.
Im Markenreich der Wolfsburger ist der ID.4 damit der elektrische Bestseller und einer der Gründe, warum VW in Deutschland Marktführer für Elektroautos geblieben ist. Den Spitzenplatz im Modellvergleich sichert sich aber ein anderer Hersteller.
Platz 1: Tesla Model Y – 45.818 Neuzulassungen
Das Tesla Model Y wird auch in der neuen Gigafactory in Grünheide gebaut.
Foto: APDas elektrische Mittelklasse-Crossover wird in der Gigafactory bei Berlin gebaut und war schon 2022 das beliebteste Elektroauto der Deutschen. Anfang 2023 erhöhte Tesla-Chef Elon Musk den Druck auf die Konkurrenz gewaltig. Die Preise für die Einstiegsvariante des Model Y wurden um 9100 Euro gesenkt.
Damit war das Model Y auch im vergangenen Jahr das meistverkaufte Elektroauto in Deutschland – trotz sinkender Prämien. Der Dezember zeigt aber, wie schwer sich Tesla aktuell in Deutschland tut. Im Monatsvergleich gingen die Neuzulassungen um 63,1 Prozent zurück. Für das Gesamtjahr kommt das Modell immerhin noch auf ein Plus von 29,3 Prozent.
*Quelle: Kraftfahrt-Bundesamt
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