Nord-Stream-Explosionen: Gefährdet die neue Täter-Spur die Ukrainehilfen?
Die ukrainische Armee ist auf Waffenlieferungen aus dem Ausland angewiesen.
Foto: dpaBrüssel, Washington, Berlin. Die Saga um die Nord-Stream-Pipelines ist um ein dramatisches Kapitel reicher – und auch wenn es noch niemand im westlichen Bündnis aussprechen will: Der Fall könnte sich zur Belastungsprobe für die Ukraine und ihre Unterstützer entwickeln. Nach neuen Erkenntnissen spricht einiges dafür, dass ein proukrainisches Kommando hinter dem Anschlag auf die Erdgasleitungen in der Ostsee steckt.
Wie brisant die Spur ist, zeigt die Reaktion des Bundesverteidigungsministers: Man wisse nicht, „ob es eine ukrainische Gruppe war“, die im Auftrag der Regierung in Kiew gehandelt habe oder „eine proukrainische“, die „ohne Wissen der Regierung“ agierte, sagte Boris Pistorius (SPD) am Mittwoch bei einem Treffen mit seinen EU-Kollegen in Stockholm. „Ich warne davor, voreilige Schlüsse zu ziehen.“ Es sei auch möglich, dass es sich um eine „sogenannte False-Flag-Operation“ handele, also eine Geheimdienstaktion, mit der eine falsche Spur gelegt werden sollte, betonte Pistorius. „Das wäre nicht das erste Mal in der Geschichte solcher Ereignisse.“