Nord Stream: Wird das Rätsel um die Sabotage je gelöst?
Wer genau hinter der Sabotage steckt, ist noch immer offen.
Foto: dpaBrüssel, Berlin. Der Fall hat historische Dimensionen und könnte politisch kaum brisanter sein: Die Sabotage an den Pipelines Nord Stream 1 und Nord Stream 2 war der schwerste Angriff auf die zivile Energieinfrastruktur Europas seit dem zweiten Weltkrieg. Doch in der deutschen Justiz bestehen Zweifel, ob es gelingt, das Verbrechen je aufzuarbeiten.
Die Urheberschaft der Explosionen werde vermutlich „nie zweifelsfrei geklärt“ werden können, heißt es in Sicherheitskreisen. Die Chancen, einen „Sachbeweis“ erbringen zu können, seien gering – schon deshalb, weil es wenig Erfahrungen mit „kriminalistischer Arbeit“ am Meeresboden gebe.
Es gibt bisher nur Indizien, Spuren, die auf mögliche Täter hindeuten. Aktuell wird von proukrainischen Kräften ausgegangen, nachdem zunächst Russland im Verdacht stand. Das Handelsblatt gibt einen Überblick über den Stand der Ermittlungen, gestützt auf Einschätzungen von Experten und Geheimdienstlern – und erklärt, was den Ermittlern die größten Rätsel aufgibt.
Was haben die Fahnder inzwischen herausgefunden?
Die Ermittlungen haben zuletzt einige Erfolge verzeichnet. Im Januar gab der Bundesgerichtshof einer Durchsuchung statt, die der Generalbundesanwalt beantragt hatte. Dem Handelsblatt liegt ein Auszug des Beschlusses vor, er belegt, dass die Ermittler die Spur der Nord-Stream-Saboteure auf die Segeljacht Andromeda („Rufzeichen DK7033“) und die „Mola Yachting GmbH“ zurückverfolgen konnten. Das Boot und die Charterfirma wurden daraufhin durchsucht.