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GeldpolitikFührende EZB-Währungshüter sehen Risiko einer hartnäckigen Inflation

Frankreichs Chef-Notenbanker und der EZB-Vizepräsident warnen vor einer „etablierten Inflation“. Robert Holzmann aus Österreich spricht sich für eine weitere, deutliche Zinsanhebung aus. 12.04.2023 - 16:52 Uhr aktualisiert Artikel anhören

Der französische Chef-Notenbanker ist gleichzeitig Ratsmitglied der EZB.

Foto: Reuters

New York. Die Inflation in der Euro-Zone könnte sich nach Einschätzung des Ratsmitglieds der Europäischen Zentralbank (EZB), Francois Villeroy de Galhau, hartnäckiger als bisher gedacht erweisen. „Wir sehen uns dem Risiko einer etablierten Inflation gegenüber“, warnte der Chef der französischen Notenbank in der Nacht zum Mittwoch in einer Rede in New York.

Er verwies auf die sogenannte Kernrate der Inflation, bei der schwankungsanfällige Preise für Energie und Nahrungsmittel herausgerechnet werden. Während sich die allgemeine Teuerung in der Euro-Zone zuletzt abgeschwächt hat, ist die Kernrate jüngst gestiegen.

Auch EZB-Vizepräsident Luis de Guindos äußerte sich zurückhaltend zur Kerninflation: „Die Gesamtinflation wird weiter zurückgehen, aber bei der Kerninflation sind wir nicht so optimistisch“, sagte de Guindos am Mittwoch auf einer Veranstaltung in Madrid. Laut ihm liefere die Kerninflation einen besseren Hinweis für die mittelfristigen Inflationstrends.

Im März war die Inflationsrate in der Euro-Zone deutlich auf 6,9 Prozent gesunken, von 8,5 Prozent im Februar. Im gleichen Zeitraum ist die Kernrate der Verbraucherpreise aber leicht gestiegen, von 5,6 Prozent auf ein Rekordhoch von 5,7 Prozent im März.

Angesichts der steigenden Kerninflation sei eine weitere Zinserhöhung im Mai sehr wahrscheinlich, sagte Österreichs Notenbankchef Robert Holzmann in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview der „Börsen-Zeitung“. Eine weitere Erhöhung um 0,5 Prozentpunkte sei sicher nicht ausgeschlossen. „Die Hartnäckigkeit der Inflation spricht aus meiner Sicht derzeit für erneut 50 Basispunkte“, merkte er an. Damit bekräftigt er eine Position, die er schon im März im Interview mit den Handelsblatt erläutert hat.

Die nächste Zinssitzung der EZB ist am 4. Mai. „Wenn wir jetzt nicht energisch genug handeln, vergrößert sich das Inflationsproblem nur weiter und wir müssen am Ende noch strikter agieren“, warnte Holzmann. Das käme allen teurer zu stehen. „Man sollte auch daran denken: Wenn man das Tempo bei den Leitzinserhöhungen einmal zurücknimmt, wird es sehr schwierig, es wieder zu erhöhen“, fügte er hinzu. Aber die Währungshüter müssten sich jetzt noch nicht festlegen.

Villeroy de Galhau erklärte, die Inflation sei „weiter verbreitet und potenziell hartnäckiger geworden“. Es sei die Pflicht der EZB, sie wieder unter Kontrolle zu bringen. Nach Einschätzung des Notenbankers beginnen die starken Zinserhöhungen der vergangenen Monate zwar Wirkung zu zeigen und auf die Wirtschaft durchzudringen.

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Die Wirkung der Zinserhöhungen werde sich in den kommenden Monaten weiter verstärken. Der EZB-Rat sei fest entschlossen, die Inflationsrate „bis Ende 2024 oder Ende 2025“ wieder in Richtung der anvisierten Zielmarke von zwei Prozent zu drücken.

dpa, rtr
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