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RaumfahrtSpaceX-Großrakete „Starship“ explodiert bei erstem Testflug

Der Erstflug von „Starship“ dauerte nur wenige Minuten. Elon Musks SpaceX will mit dem System einmal Menschen zu Mond und Mars bringen – braucht aber Erfolgsmeldungen.Felix Holtermann, Thomas Jahn 20.04.2023 - 17:47 Uhr aktualisiert Artikel anhören

Die Rakete blieb nur rund drei Minuten in der Luft.

Foto: via REUTERS

New York, Düsseldorf. Das größte jemals gebaute Raketensystem „Starship“ ist beim ersten Testflug wenige Minuten nach dem Start auseinandergebrochen. Das zeigten Livebilder am Donnerstag. Das private Raumfahrtunternehmen SpaceX von Elon Musk bewertete den Test trotzdem als Erfolg.

„Als wenn der Flugtest nicht schon aufregend genug gewesen wäre, gab es ein rasches ungeplantes Auseinanderbrechen des ,Starship‘ vor der Trennung der Stufen“, teilte SpaceX per Kurznachrichtendienst Twitter mit. „Bei so einem Test hängt der Erfolg davon ab, was wir lernen, und der heutige Test wird uns dabei helfen, die Zuverlässigkeit von ,Starship‘ zu verbessern.“ Das Team werde die Daten des Tests nun ausgiebig auswerten und auf einen nächsten Start hinarbeiten.

SpaceX-Chef Musk gratulierte dem Team bei Twitter und sprach von einem „aufregenden“ Start. „Wir haben viel für den nächsten Teststart in ein paar Monaten gelernt“, so Musk.

Der Test war am Donnerstag in Brownsville im US-Bundesstaat Texas zwei Sekunden vor dem Start abgebrochen wurden. Einige Minuten später gab es das finale Startsignal.

Zunächst war das „Starship“ mit viel Feuer und Rauch von der Erde abgehoben. Wenige Minuten später – kurz vor der Trennung der Booster-Stufe von der eigentlichen Rakete – war dann aber auf den Livebildern zu sehen, wie das Raketensystem zu taumeln begann und schließlich mit Feuer zerbrach. Eigentlich hätte der Test noch rund 90 Minuten andauern und mit der Landung beider Stufen beendet werden sollen.

„Starship“ besteht aus dem rund 70 Meter langen Booster „Super Heavy“ und der rund 50 Meter langen ebenfalls „Starship“ genannten oberen Stufe und soll bemannte Missionen zu Mond und Mars ermöglichen. Der erste Teststart war eigentlich bereits für Montag geplant gewesen, war dann aber wegen eines Problems mit einem Ventil auf Donnerstag verschoben worden.

Das System ist so konstruiert, dass Raumschiff und Rakete nach Rückkehr auf die Erde wiederverwendet werden können.

Foto: via REUTERS

Das „Starship“-System ist so konstruiert, dass Raumschiff und Rakete nach Rückkehr auf die Erde wiederverwendet werden können. Die obere Stufe war schon mehrfach allein getestet worden, dies war aber der erste gemeinsame Flugtest des gesamten Raketensystems.

Das insgesamt rund 120 Meter hohe System soll künftig weit über 100 Tonnen Ladung transportieren können. Angetrieben wird die Rakete mit 33 „Raptor“-Triebwerken, die mit flüssigem Methan und flüssigem Sauerstoff betrieben werden. Das System soll im All betankt werden können. Mit dem SpaceX-„Starship“ will die US-Raumfahrtbehörde Nasa Astronauten auf den Mond bringen. SpaceX hofft, eines Tages bis zum Mars oder noch weiter zu kommen.

„Starship“ spielt auch eine wichtige Rolle beim Projekt Starlink, mit dem Musk global Satelliteninternet zur Verfügung stellen will.

Starship ist leistungsstärkste Rakete der Welt

Im Vorfeld des Starts hatte Musk die Erfolgschancen auf etwa 50 Prozent geschätzt. „Ich will nicht versprechen, dass sie es in das Weltall schafft“, sagte Musk vor wenigen Wochen auf einer Fachkonferenz.

„Starship“ ist ein völlig neues Konzept und dazu die leistungsstärkste Rakete aller Zeiten. Durch die Wiederverwendbarkeit von Rakete und Booster, ein Markenzeichen von SpaceX, sollen die Kosten für Lastentransporte in den Weltraum deutlich sinken. Zudem kann die Rakete eine hohe Nutzlast transportieren.

Die „Starship“-Rakete kann bis zu 150 Tonnen transportieren. Und das zu einem erstaunlich niedrigen Preis, Musk spricht von zehn Millionen Dollar pro Raketenstart.

Nur wenige Minuten nach dem Start ist am Donnerstag die unbemannte „Starship“-Rakete des US-Raumfahrtunternehmens SpaceX explodiert. CEO Elon Musk wertet den Test dennoch als Erfolg und schrieb auf Twitter: „Wir haben eine Menge gelernt.“

Das System wiegt 330 Tonnen. Insgesamt 39 Motoren beschleunigen die Rakete beim Start mit 62.000 Kilonewton – etwa doppelt so viel wie bei der Saturn-V-Rakete, mit der der erste Mondflug gelang.

Die Vielzahl der sogenannten Raptor-Motoren ist die größte Herausforderung für die Ingenieure. Allein 33 Motoren treiben den Booster „Super Heavy“ an, die untere Stufe und der Booster der Rakete. Es muss nur ein Motor versagen, um die Rakete zum Explodieren zu bringen.
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SpaceX braucht Erfolgsmeldungen wie den Start der Rakete. Schließlich verschlingt die Entwicklung und der Bau der Maschine viel Geld – keine leichte Aufgabe in Zeiten steigender Zinsen und Inflation. Derzeit will das privat geführte Unternehmen 750 Millionen Dollar an neuem Kapital einsammeln, wie der US-Finanzsender CNBC berichtet – zu einer eindrucksvollen Bewertung von 137 Milliarden Dollar.

Am Rand der Tesla-Quartalszahlen war am Mittwochabend über einen möglichen Börsengang von SpaceX spekuliert worden. Musk ist jedoch kein Fan eines solchen Schritts.

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Insgesamt will Musk 1000 „Starships“ bauen, um eine Station auf dem Mars errichten zu können. „Du möchtest morgens aufwachen und daran glauben, dass die Zukunft großartig wird“, hatte Musk in der Vergangenheit erklärt. „Und genau darum geht es bei einer raumfahrenden Zivilisation. Ich kann mir nichts Aufregenderes vorstellen, als hinauszugehen zu den Sternen.“

Mit Agenturmaterial

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