Märkte-Insight: Börsen im Bann der Konzerngewinne

In Europa überraschten die Luxuskonzerne Kering und LVMH mit besseren Ergebnissen als erwartet.
Foto: HandelsblattAngesichts stark steigender Preise werden führende Köpfe der Notenbanken nicht müde, auf die Dringlichkeit weiterer Zinserhöhungen hinzuweisen. Zuletzt kamen solche Aussagen vom Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank (EZB), Philip Lane. Es geht nicht mehr darum, ob, sondern wie stark die Leitzinsen bei der nächsten EZB-Sitzung am kommenden Donnerstag erneut angehoben werden.
Auswirkungen an den Börsen hatte dieser Hinweis wieder einmal nicht. Dabei sind steigende Zinsen schlecht für Aktien. Erstens verringern sich Konzerngewinne und künftige Dividenden, wenn die Unternehmen höhere Finanzierungskosten haben. Zweitens werden Anleihen attraktiver, also die große Konkurrenz zur Aktie.
Porsche begab in dieser Woche eine auch für Kleinanleger handelbare Anleihe, die mit einem jährlichen Zinssatz von 4,5 Prozent ausgestattet ist. Genau das ist gemeint mit „Konkurrenz zur Aktie“.
Doch die Aktienmärkte laufen und laufen. Seit Januar ist der Deutsche Aktienindex (Dax), in dem 40 große börsennotierte Konzerne in Deutschland zusammengefasst sind, um 13,5 Prozent gestiegen. Den Grund für das bislang starke Börsenjahr liefern die Unternehmen, und das im Moment täglich.